Retzbach

In eigener Sache: Journalistenpreis für Reporterin Angelika Kleinhenz

Für ihre Berichterstattung über verunreinigtes Trinkwasser wurde die Redakteurin in München ausgezeichnet. Vor allem ihre Hartnäckigkeit machte bei der Jury Eindruck.
In eigener Sache: Journalistenpreis für Reporterin Angelika Kleinhenz

Main-Post-Redakteurin Angelika Kleinhenz ist am Freitagabend in München mit dem Hermann-Schulze-Delitzsch-Preis der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken geehrt worden. Mit dem Journalistenpreis würdigte die Jury Kleinhenz' kritische Berichterstattung über verunreinigtes Trinkwasser, das im Herbst 2018 in Unterfranken für Verunsicherung gesorgt hatte. Mehr als 50 000 Menschen hatten damals wochenlang durch Fäkalkeime verunreinigtes Wasser abkochen müssen.

Die Jury überzeugten "der hohe Verbraucherschutzaspekt der Artikelserie und die Hartnäckigkeit" der Reporterin. Sie habe sich "über Monate intensiv mit der Problematik befasst und sich nicht abwiegeln lassen". 

Laudatorin Susanne Schäfer, Redakteurin des Wirtschaftsmagazins „Brand eins“, dankte Kleinhenz bei der Preisverleihung: Sie habe „der Bevölkerung einen großen Gefallen getan und auch dem Journalismus“. Die Main-Post-Reporterin habe „gezeigt, wie wichtig unabhängige Journalisten sind, die hartnäckig über Monate hinweg recherchieren. Denn wer soll es sonst tun?“

"Ihr gebührt der diesjährige Hermann-Schulze-Delitzsch-Preis, denn so viel Fleiß und so ein langer Atem müssen Anerkennung bekommen", urteilte die Jury.

Ihr sei es ein Anliegen gewesen, so Kleinhenz, "für unsere Leser hinter die Kulissen von Wasserversorgern und Behörden zu blicken und praktischen Service für den Alltag zu bieten. Dafür ausgezeichnet zu werden, freut mich besonders". Während ihrer Recherche habe sie gelernt, so die 41-jährige Journalistin weiter, "welchen Stellenwert Trinkwasser in unserem täglichen Leben hat und dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass immer und zu jeder Zeit sauberes Wasser in ausreichender Menge aus dem Wasserhahn fließt".

"So viel Fleiß und so ein langer Atem müssen Anerkennung bekommen."
Die Jury über Angelika Kleinhenz

Die 236 Volks- und Raiffeisenbanken vergeben seit dem Jahr 2012 insgesamt drei Preise an Journalistinnen und Journalisten aus dem Freistaat. Der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), Jürgen Gros, gratulierte den Preisträgern bei der Festveranstaltung im Münchner Literaturhaus und würdigte ihre Leistung: "Die Jury hat treffsicher ausgewählt: Die prämierten Beiträge sind am Puls der Zeit. Emotional, relevant, informativ, faktensicher – so wie ich Medien mag", sagte Gros vor rund 100 Gästen.

Festredner Roland Freund hob die Bedeutung von journalistischer Sorgfalt und Qualitätskontrolle in Zeiten von "Fake News" sowie gefälschten Bildern und Videos hervor. "Das professionelle Überprüfen von Informationen ist schon immer journalistisches Grundhandwerk. Es wird aber wichtiger denn je angesichts nahezu perfekter digitaler Fälschungen durch sogenannte Künstliche Intelligenz – und dieses Verifizieren muss selbst auch immer technischer werden", sagte der Landesbüroleiter Bayern der Deutschen Presseagentur (dpa).

Die weiteren Preisträger
Vanessa Lünenschloß und Jan Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk bekamen den Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Preis für ihre TV-Reportage "Europas dreckige Ernte". Darin wurde gezeigt, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge und Migranten in Spanien und Italien als Erntehelfer ausgebeutet werden.
Den Förderpreis für junge Journalisten ging an Katharina Mau von den "Krautreportern" für ihre Webserie "Deine Altersvorsorge".
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