WÜRZBURG

Infoveranstaltung der Stadt zum FH-Neubau bringt keine Annäherung

Soviel vorweg: Die Infoveranstaltung der Stadt zum Thema FH-Neubau verlief weitgehend emotionsfrei. Auch OB Georg Rosenthal, der jüngst vor Journalisten noch lautstark in Rage geraten war und die Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) als „Sandmännchen“ bezeichnet hatte, blieb im Mozart-Schönborn-Gymnasium ruhig. Eine Annäherung von Befürwortern und Gegnern war indes nicht auszumachen. Vielmehr zeigten sich Kritiker des Projekts misstrauisch und bisweilen auch unbelehrbar gegenüber Sachinformationen.

Neubau Fachhochschule       -  Ein Modell des Neubaues, der am Sanderheinrichsleitenweg (oben) entstehen soll.
Foto: FH | Ein Modell des Neubaues, der am Sanderheinrichsleitenweg (oben) entstehen soll.
Wie wichtig Rosenthal der Neubau der Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg ist – „eine außerordentliche Chance für den Wissenschaftsstandort“ – lässt sich schon am Podium erkennen. Dort sind neben dem OB FH-Präsident Heribert Weber, Stadtbaurat Christian Baumgart, Umweltreferent Wolfgang Kleiner, die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Bauamts Julica Wiedmann sowie die WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer und Norbert Menke aufgeboten, um das Projekt vorzustellen und für die Fragen der 200 Zuhörer gewappnet zu sein.

Bevor gefragt werden darf, macht Rosenthal deutlich, dass „genug geredet und geplant“ sei und der Bauherr Freistaat „reichlich Rücksicht auf Würzburger Belange“ genommen habe, dass die 30 Millionen Euro des Freistaats projektgebunden seien und dass Konkurrenz zwischen Uni und FH um die bis 2011 nutzbaren Gebäude auf dem Leighton-Areal kontraproduktiv sei. Und der OB erlaubt sich den Seitenhieb auf die BI Alandsgrund, dass sie kaum mehr Unterschriften als nötig für den Bürgerentscheid zusammenbekomme habe. Siegfried Braun von der BI schlägt zurück, wirft Rosenthal „Arroganz“ im Umgang mit den Gegnern vor.

Diese haben es in der Aula nicht leicht. Denn unter den Zuhörern sind zahlreiche FH-Studenten, die gehörig Kontra geben. Ob das Wohlbefinden einer Feldmaus auf einem Acker mit der Gesundheit von Studierenden, die in verschimmelten Räumen arbeiten müssten, abgewogen werde, fragt eine Studentin. Ein Kollege von ihr nennt das Tauziehen um die FH „eine Farce für eine Hochschulstadt“.

Die Pächterin eines Kleingartens am Wasserturm mag indes nicht glauben, dass der Weg zum Alandsgrund nicht ausgebaut wird. Da kann der Stadtbaurat noch soviel verneinen. Und Baumgart wie Rosenthal können auch eindringlich erklären, dass das Leighton-Areal schon deshalb kein Alternativ-Standort sei, weil noch nicht einmal der endgültige Abzugstermin der US-Streitkräfte feststehe.



Das ficht einen Zuhörer nicht an. Er sei am Kasernengelände „über den Zaun geklettert“ und habe eine riesige Fläche entdeckt, auf die man neben der FH auch die alte und neue Uni stellen könne. Im Übrigen könne man den Amerikanern doch Druck machen, was den Abzugstermin anbelangt. Rosenthal erklärt ruhig, dass die Entscheidungen im Pentagon fallen. Außerdem könne er dem Bauamt zur Sondierung der Altlasten wohl kaum vorschlagen, bei den Amerikanern über den Zaun zu klettern.

Eine Zuhörerin will wissen, wo die Parkflächen seien, nachdem zuvor erklärt wurde, dass 163 Stellplätze im Gebäude integriert sind. Ein anderer bezweifelt, dass die Plätze für die 1000 Studenten und ihre Professoren reichen. Darauf erklärt Thomas Schäfer, die meisten Studenten nähmen den Bus, der an der FH halten werde.

Siegfried Braun (BI) fordert gegen Ende der fast drei dreistündigen Versammlung den OB auf, den Bürgerentscheid als legitimes Mittel zu akzeptieren. Darauf kontert Rosenthal, dass auch die Entstehung des FH-Projektes mit allen Planungsstufen und Einspruchsmöglichkeiten ein demokratischer Prozess sei. Vor allem einer, der sich am Ende durchsetzen werde, gibt sich der OB siegesgewiss für den Entscheid am 27. Juli.

Im Blickpunkt

Am Montag stellt OB Rosenthal das FH-Neubaugelände am Sanderheinrichsleitenweg vor. Treffpunkt für interessierte Bürger ist um 18 Uhr am Beginn des Alandsgrundweges am Uni-Sportzentrum.

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