Würzburg

Intensivbetten: Die Zahlen im Register sind eine Momentaufnahme

Gibt es in der Region noch Kapazitäten bei den Intensivbetten? Eine Umfrage bei drei Kliniken in Lohr, Ochsenfurt und Würzburg zur Versorgung von Corona-Patienten.
Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, steht mit einer Pflegerin am Eingang der Isolierstation für Corona-Patienten an der Missio Klinik. Es gibt noch Kapazitäten, sagt der Lungenspezialist.
Foto: Daniel Peter | Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, steht mit einer Pflegerin am Eingang der Isolierstation für Corona-Patienten an der Missio Klinik. Es gibt noch Kapazitäten, sagt der Lungenspezialist.

Die Frage, ob die Intensivbetten für die Versorgung von Covid-19-Patienten in der Region knapp werden, bewegt derzeit viele Menschen. Am Wochenende hieß es, in ganz Bayern stünden nur noch 300 Betten zur Verfügung. Laut dem deutschlandweiten DIVI-Register (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) soll in Würzburg kein einziges Intensivbett mehr frei gewesen sein. Die Lage stellt sich am Montag nach einer Umfrage in Würzburg, Ochsenfurt und Lohr anders dar.

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"Wir waren die letzten Wochen intensivstationär schon sehr gut ausgelastet", sagt Dr. Matthias Held, Ärztlicher Direktor am Klinikum Würzburg Mitte, "für unsere beiden Standorte Juliusspital und Missio Klinik kann ich jedoch bestätigen: Wir haben noch Intensivtherapiekapazität inklusive Beatmungstherapie - sowohl für Covid- als auch nicht Corona-Patienten."

Warum hieß es dann, es gebe keine Intensivbetten mehr in Würzburg? Held gibt zu bedenken, dass die Situation auf Intensivstationen eine dynamische sei. "Was morgens um 8 Uhr ist, kann um 12 Uhr schon längst wieder überholt sein." Aber nur morgens werden die Zahlen ans Intensivregister gemeldet. Was es danach im Lauf des Tages an Veränderungen gibt, wird nicht nachgemeldet, sondern erst am nächsten Tag wieder registriert. Die Zahlen seien also lediglich eine Momentaufnahme.

Zudem werden laut Held auf Intensivstationen nicht nur Covid-Patienten versorgt. "Es gibt auch Notfälle, die viel schneller behandelt werden können, etwa Rhythmusstörungen oder Atembeeinträchtigungen bei weniger schwerwiegenden Infektionen als die mit dem Covid-Virus", erläutert der Lungenspezialist.

Freie Betten in Ochsenfurt und Lohr

Helds Kollege an der Main-Klinik in Ochsenfurt, der Ärztliche Direktor Dr. Joachim Stenzel, informiert auf Nachfrage, dass am Montag ein Covid-Patient intensiv behandelt wird - bereits längere Zeit. "Es ist keinesfalls so, dass wir überfüllt sind", so Stenzel. Wenn nötig, könnten vier bis sechs Patienten in der Main-Klinik intensiv versorgt werden. Zudem sei die Main-Klinik über ihren Pandemiebeauftragten, Dr. Manfred Knof, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, mit anderen Kliniken im Austausch und könnte auf Notfälle reagieren.

Aus dem Klinikum Main-Spessart in Lohr heißt es: "Momentan haben wir einen Engpass bei den Betten auf Normalstationen aufgrund von Erkrankungen beim Pflegepersonal", informiert Dr. Kilian Distler, Chefarzt Innere Medizin II - Kardiologie und Intensivmedizin. Intensivbetten seien jedoch verfügbar. "Wir könnten mindestens zwei Patienten ad hoc aufnehmen." Am Wochenende habe es allerdings einen Aufnahmenstopp für Corona-Patienten gegeben - wegen der Ausfälle beim Pflegepersonal. Nun habe sich die Lage wieder entspannt.

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