Würzburg

Jürgen Hochmuth zeigt "Offene Systeme 2.0" im Würzburger Spitäle

Jürgen Hochmuth baute seine Ausstellung 2020 kongruent mit der Schau vor zehn Jahren auf.
Jürgen Hochmuth baute seine Ausstellung 2020 kongruent mit der Schau vor zehn Jahren auf. Foto: Joachim Fildhaut

Zehn Jahre nach seiner Ausstellung "Offene Systeme" blickt der Bildhauer Jürgen Hochmuth im Spitäle an der Alten Mainbrücke zurück auf sein Werk: "Offene Systeme 2.0" vereint Gemälde, Zeichnungen und Plastiken vor allem aus den 2010er-Jahren, in denen er seinem Motiv, dem Haus, auf unerschöpfliche Art treu blieb.

Einen Hauptreiz seiner früheren, archaischen, kleinen Hausmodelle machte es aus, dass sie den Betrachter – wie ein Kind in seine Spielzeugwelt – in ihre Sphäre hineinzogen. Damit ist hier Schluss. Der Neugewinn ist groß, fremdartig und dennoch auch vertraut.

Zur Eingewöhnung sehe man sich vielleicht zuerst die größten Leinwände im Saal an, vorzugsweise einige Übermalungen. Denn da wirkt wieder ein Sog, der allmählich eine Tiefe öffnet. So leicht konnte man die Gebäude der alten Hochmuth-Phase nicht betreten.

Der Raum ist das eigentliche Metier des Bildhauers

Jetzt kommt man hinein. Es gibt Raum – das eigentliche Metier des Bildhauers. Dessen Hilfstechnik ist die Zeichnung. Und die greift nun auch in die Farbflächen ein, akzentuiert sie durch Linien, die Wandecken und Firste andeuten.

Das ist eine der Strategien, mit denen Hochmuth in seiner neuen Schaffensperiode Kontinuität bewahrt. Es gibt mehrere, und die sind spannend zu entdecken.

Eine der Serien dieser Ausstellung malte der Künstler auf die quadratischen Kartons eines Farbfächers, der zur Auswahl von Fassadenfarben diente. Hier stiftete Hochmuth einen ganz unmittelbaren Bezug zum Hausbau. Aufgetragen hat er Dreiecke, also Giebel, teils in etwas gewagten Farben, überwiegend mit sehr feinen Ergebnissen.

Mit neuen Ansätzen zurück zu seinen Ursprüngen

Zu den jüngsten Reihen gehören auf der Empore die Gesichter, die gleich biometrischen Rastern in Hausumrisse eingeschrieben sind. Aktuell beschäftigt den höchst reflektierten Gestalter Hochmuth die digitale Gesichtserkennung zwecks gesellschaftlicher Überwachung.

Genau so interessant ist hier aber der individuell biografische Aspekt. Denn sein Thema "Haus" entwickelte Hochmuth aus seinen Arbeiten zum menschlichen Schädel. Auch in seinen neuesten Ansätzen kehrt er zu seinen Ursprüngen zurück.

Entfallen muss am Eröffnungstag die Vernissage. Als Ersatz bietet das Spitäle ein kleines Katalogheftchen an. Zudem ist Hochmuth am ersten (6. und 7. Juni) und letzten (27. und 28. Juni) Wochenende der Ausstellung sowie am 11. Juni persönlich anwesend.

Die Ausstellung findet vom 6. bis 28. Juni in der Spitäle-Galerie, Zeller Straße 1 in Würzburg statt, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11 bis 20 Uhr, montags geschlossen.

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