Würzburg

Kehrtwende: Regierung fordert doch Bericht von Landrat Nuß

Erst wollte die Regierung von Unterfranken überhaupt nicht tätig werden. Jetzt schreitet sie doch ein. Hat der Würzburger Landrat Nuß seine Fürsorgepflicht verletzt?
Eine brisante E-Mail an Mitarbeiter setzt den Würzburger Landrat Eberhard Nuß immer mehr unter Druck. 
Foto: Daniel Peter | Eine brisante E-Mail an Mitarbeiter setzt den Würzburger Landrat Eberhard Nuß immer mehr unter Druck. 

In einer E-Mail an Mitarbeiter hat der Würzburger Landrat Eberhard Nuß (CSU) einen falschen Verdacht geäußert. Namentlich nennt er einen Mitarbeiter des Landratsamtes, der aus "Ehrgeiz, Eifersucht, Rache" einen anonymen Brief geschrieben haben soll. Mit der verdächtigten Person hat er aber darüber nicht gesprochen. Nuß hat eingestanden, einen Fehler gemacht zu haben.

In dem Schreiben wird geschildert, dass ein Fachgebietsleiter seine Mitarbeiter jahrelang schikaniert und unter permanenten Druck gesetzt haben soll. Trotz Beschwerden gab es aber keine Konsequenzen für den Beamten.

Nachfrage im Innenministerium

Weil es keine "tatsächlichen Anhaltspunkte" gibt, sah die Regierung von Unterfranken zunächst keinen Grund, um tätig zu werden. Am Mittwoch teilte Pressesprecher Johannes Hardenacke dann mit, "dass die Regierung von Unterfranken Landrat Nuß zu einer Stellungnahme auffordern wird". Im Raum steht eine Verletzung der Fürsorgepflicht.

Zuvor hatte diese Redaktion im Bayerischen Innenministerium nachgefragt, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit die Vorgänge untersucht werden. "Es müssten nach den maßgeblichen Bestimmungen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, die den Verdacht eines Dienstvergehens rechtfertigen", teilt die Pressestelle das Ministeriums mit. 

Landrat Nuß wollte keine Stellungnahme abgeben. 

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