Höchberg

Keine Photovoltaik auf dem Dach des neuen Wertstoffhofes

Auf dem Gelände des ehemaligen Wertstoffhofes lagern derzeit die Gelben Tonnen. Photovoltaik auf dem Dach des neuen Wertstoffhofs sei nicht rentabel, so die Berechnungen eines Fachbüros im Namen des Kommunalunternehmens.
Foto: Matthias Ernst | Auf dem Gelände des ehemaligen Wertstoffhofes lagern derzeit die Gelben Tonnen. Photovoltaik auf dem Dach des neuen Wertstoffhofs sei nicht rentabel, so die Berechnungen eines Fachbüros im Namen des Kommunalunternehmens.

Schon bei der Vorstellung der Pläne für den neuen Wertstoffhof des Kommunalunternehmens (KU) des Landkreises Würzburg im Höchberger Gemeinderat 2018, regte das Gremium an, zu prüfen, ob das Dach über den offenen Containern nicht für eine Photovoltaik-Anlage genutzt werden kann. Das Kommunalunternehmen nahm die Anregung damals auf, machte aber schon 2018 wenig Hoffnung, dass sie realisierbar sei. Diese Aussage bekam der Höchberger Gemeinderat jetzt auch schriftlich und mit allerhand Zahlen untermalt.

"Aufgrund der ungünstigen Ausrichtung und Neigung des Daches wurde die flache Ausführungsvariante vom Planungsbüro als nicht wirtschaftlich umsetzbar beurteilt", zitierte Bürgermeister Alexander Knahn (parteilos) aus dem Schreiben des KU an die Gemeinde. Laut Berechnungen des Planungsbüros würde sich eine solche Anlage erst nach 19 Jahren rechnen. Hinzu kämen noch die Kosten für eine Versteifung der Tragkonstruktion für die Photovoltaikplatten und für die Leitung zum Übergabepunkt an den Stromversorger.

Das KU sah keine Wirtschaftlichkeit gegeben, würde der Gemeinde jedoch das Dach zur Verfügung stellen, falls diese selbst bauen möchte. Nicht nur Walter Feineis (fraktionslos), der 2018 schon einer der Hauptbefürworter der Solaranlage auf dem Dach des Wertstoffhofes war, sondern auch Bürgermeister Alexander Knahn selbst hatte Zweifel an der Rechnung des Büros. Der Mehrverbrauch an Stahl sei zu hoch angesetzt, ebenso wie die Kosten für den Erwerb der Photovoltaikplatten.

"Ich finde es unmöglich, dass die öffentliche Hand es nicht schafft, hier etwas für die Energiewende zu tun."
Bernhard Hupp,
SPD-Gemeinderat in Höchberg

"Das KU will die Anlage nicht, also wurde auch so gerechnet", sprach Feineis aus, was fast alle Gemeinderäte dachten. Letztlich hatte die Verwaltung einen Gegenvorschlag erarbeitet, der vorsieht, dass auf den Hallen des gemeindlichen Bauhofes, der sich in unmittelbarer Nähe zum Wertstoffhof befindet, die restlichen Flächen mit Solarpaneelen bestückt werden.

"Ein trauriges Beispiel, wie die Energiewende nicht funktionieren kann", nannte Bürgermeister Knahn das Verhalten des KU. Und Bernhard Hupp (SPD) war noch deutlicher: "Ich finde es unmöglich, dass die öffentliche Hand es nicht schafft, hier etwas für die Energiewende zu tun". In Zukunft sollte bei allen Bauten des KU die Möglichkeit der Nutzung von Solarenergie zwingend im Vorfeld geprüft werden. Die Gemeinderatsfraktionen sollten auf die Mandatsträger ihrer Parteien im Kreistag einwirken, dass diese Forderung konsequent umgesetzt wird, appellierte Susanne Cimander (Bündnis 90/Die Grünen) an ihre Ratskollegen.

Bei der neuen Zufahrt zum Bauhof, die durch die Verlegung des Wertstoffhofes notwendig ist, wird sich die Gemeinde an die Baufirma des KU anschließen. In diesem Zusammenhang soll auch eine neue Zisterne unter dem Hof des Bauhofes angelegt werden. Künftig will man mit dem gesammelten Wasser bei Trockenheit die gemeindlichen Pflanzen und Bäume gießen. Diese Vorgehensweise wurde einstimmig beschlossen.

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