WÜRZBURG

Keiner will die Arbeit machen

Aus der Reihe der fast 40 internationalen Gesellschaften Würzburgs hat sich die „Deutsch-Südafrikanische Gesellschaft“ (DSAG) leise verabschiedet. Sie wurde bereits zum Jahresende aufgelöst, weil kein neuer Vorstand mehr gewählt werden konnte. 1963 gegründet, hatte die Gesellschaft über die Republik Südafrika und Anrainerstaaten informiert.

Dr. Axel Horvath, der seit 1985 als Vorsitzender gemeinsam mit Johann Burtz und Regine Samtleben den Verein führte, wurde von der Mitgliederversammlung am 20. November 2006 beauftragt, die Abwicklung der Vereinsauflösung vorzunehmen. Abgezeichnet hatte sich das Ende der DSAG bereits im letzten Juli, als sich bei einer Mitgliederversammlung niemand bereit erklärte, für ein Vorstandsamt zu kandidieren. In der Folgezeit versuchte der ausscheidende Vorstand noch einmal, neue Kandidaten zu finden. „Alle fanden es schade, aber niemand wollte kandidieren“, fasst Horvath die Situation zusammen, der selbst nach 28 Jahren in der Vereinsführung nicht neuerlich antreten wollte.

Die politische Entspannung im Lande seit 1994 und der Wegfall der Polarisierung sind sicher Gründe für den Zurückgang des Interesses an dem Land an der Südspitze Afrikas. Wie Dr. Horvath beobachtet hat, ist das frühere Informationsmonopol der DSAG weggefallen, teils als Folge der relativen Normalisierung in Südafrika, aber auch dank der Möglichkeiten, die das Internet mittlerweile breiten Bevölkerungskreisen bietet.

Begonnen hatte die Arbeit der Südafrika-Freunde 1963, als Jens Krüger, seinerzeit Austauschstudent aus Südafrika, in Würzburg einen „Deutsch-Südafrikanischen Kreis“ gründete, der 1964 zur DSAG wurde. Erster Vorsitzender wurde dann Dr. Adolf Schneider, Leiter des Internationalen Studentenhauses in Würzburg. Schwerpunkt der Aktivitäten waren rund zehn Veranstaltungen pro Jahr – Diavorträge, Ausstellungen, Konzerte, Informationsabende und Weinproben – die Südafrika und seine Kultur näherbrachten. Gefördert wurden der Schüleraustausch mit dem Land am Kap und mit Spenden karitative und kulturelle Einrichtungen in Südafrika.

Höhepunkte der DSAG-Aktivitäten waren Südafrika-Wochen 1985 und 2003. Im Jubiläumsjahr 1998 erreichte die DSAG mit über 200 Mitgliedern ihren höchsten Stand. Das nach der Abwicklung verbleibende Vermögen der DSAG geht satzungsgemäß an die Missionsärztliche Stiftung „Partner für Gesundheit weltweit“ mit Sitz in Würzburg über.

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