Güntersleben

Kindergärten erwirtschaften auch in privater Hand Verluste

Nicht nur in der Villa Kunterbunt dürfte es in den kommenden Jahren für Handwerker einiges zu tun geben.
Nicht nur in der Villa Kunterbunt dürfte es in den kommenden Jahren für Handwerker einiges zu tun geben. Foto: Ammon

Auch bei einer Betreuung der Kindergärten durch einen privaten Träger kommt die Gemeinde Güntersleben nicht um den Ausgleich eines Defizits umhin. Dies zeigte sich bei der ersten Jahresabrechnung der Johanniter-Unfallhilfe, die seit September für die Günterslebener Betreuungseinrichtungen zuständig ist. Im Gemeinderat zogen die Räte dennoch übereinstimmend ein positives Fazit. Derweil scheint eine Erhöhung der Elternbeiträge unumgänglich.

Ein ausgiebige Diskussion entstand zur Art und Weise, wie das Defizit von 69 000 Euro für die Monate September bis Dezember 2019 rechnerisch zustandekommt. "Wir sind sehr zufrieden, die neue Trägerschaft hat zu mehr Ruhe und Zufriedenheit geführt", zog Ronny Lamprecht von der CSU eine positive Bilanz. Er wunderte sich jedoch darüber, warum entgegen des geltenden Vertrags der Überschuss für die Mittagsbetreuung mit den Verlusten verrechnete wurde. Dadurch ergebe sich für die Gemeinde ein höheres Defizit von etwas mehr als 20 000 Euro, rechnete er vor. Die erste Jahresrechnung habe "Signalwirkung für die Zukunft", warnte Lamprecht.

Gemeinde ist den Johannitern entgegen gekommen

Hierfür hatte Bürgermeisterin Klara Schömig eine Erklärung: Die Mittagsbetreuung werde wie ein Hort geführt und solle – wie im Vertrag mit den Johannitern bereits festgehalten – zu einem späteren Zeitpunkt wieder in einen Schülerhort umgewandelt werden. Die Leitung einer Mittagsbetreuung sei finanziell keinem freien Träger zuzumuten. Die Gemeinde ist demnach in diesem Punkt den Johannitern entgegengekommen. Dies soll jedoch ein Sonderfall bleiben.

Die Bereitschaft, auf die Johanniter zuzugehen, war im Rat groß. "Wir haben deutlich an Qualität gewonnen", stellte Gerhard Möldner von der SPD fest. Dies hätten auch Gespräche mit dem Elternbeirat ergeben. Dies bestätigte SPD-Kollege Maximilian Beck, dessen Tochter derzeit eine der Einrichtungen besucht. Eine Anhebung der Elternbeiträge brachte UBG-Rat Erich Weißenberger ins Gespräch: Dies sei letztmals vor fünf Jahren erfolgt. Inzwischen würde zudem ein Großteil des Beitrags vom Freistaat übernommen.

Defizite durch Wald- und Naturkindergarten entstanden

Insgesamt zeigt die Jahresrechnung für das Jahr 2019 einen Verlust von 738 000 Euro aus. Die größten Defizite für das letzte Quartal sind durch die beiden im Aufbau befindlichen Einrichtungen, den Waldkindergarten mit derzeit zehn Kindern und den Naturkindergarten mit 24 Kindern, entstanden. Hier fallen für  vier Monate jeweils um die 40 000 Euro an. Die bestehenden Kindergärten sind voll besetzt, die Verluste entsprechend gering. Die Gemeinde hat das Defizit auf 190 000 Euro gedeckelt.

Finanzielle Vorteile der privaten Trägerschaft wurden kurz angesprochen: Die Johanniter sind nicht an die für Gemeinden verbindlichen aufwendigen Standards für Ausschreibungen gebunden. In den kommenden Jahren dürften in der Villa Kunterbunt und im Erdenstern einige Reparaturen anstehen. Auch ist jeder neue, privat angestellte Mitarbeiter etwas günstiger als wenn er von der Gemeinde im öffentlichen Dienst beschäftigt würde. Das Defizit sollte demnach mittelfristig sinken.

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