Sonderhofen

Kirche Johannes der Täufer vor 250 Jahren geweiht

Die Sonderhöfer Kirche Johannes der Täufer feiert ihr 250-jähriges Weihejubiläum
Foto: Hannelore Grimm | Die Sonderhöfer Kirche Johannes der Täufer feiert ihr 250-jähriges Weihejubiläum

Man schrieb den 21.Oktober 1770 als der damalige Weihbischof Daniel Johann Anton von Gebsattel (1718-1788) mit seinem Kaplan und zwei Diener aus Würzburg anreiste um die neue Sonderhöfer Kirche Johannes des Täufers zu weihen. Auch wenn wegen der gegenwärtigen Abstandregeln der 250.Weihetag des Gotteshauses  nicht groß gefeiert werden kann, so soll doch laut Pfarrer Klaus König das Jubiläum nicht vergessen sein.

Da wie der Geistliche erklärt damals die Weihe einer Kirche am Vorabend ihren Anfang nahm, werden am Dienstag, 20. Oktober, um 18 Uhr die Glocken 15 Minuten lang das Gedenken einläuten, bevor um 19 Uhr der Gottesdienst beginnt.

Das Bildnis an der Rückwand der Kanzel zeigt den Täufer, der auch als Schutzpatron der Haustiere gilt, mit dem Lamm.
Foto: Hannelore Grimm | Das Bildnis an der Rückwand der Kanzel zeigt den Täufer, der auch als Schutzpatron der Haustiere gilt, mit dem Lamm.

Am Jubiläumstag erklingt zunächst um 6 Uhr ein viertelstündiges Festgeläut. Ebenso wie um 12 Uhr das Geläut an die Weihe erinnert, die vor 250 Jahren um diese Uhrzeit vollendet war.

Das markante Bauwerk, dessen Inneres durch seine reiche Ausstattung besticht, trägt  nach den Worten von Klaus König zu Recht die Bezeichnung "Perle im Gau." Wie der Geistliche in seinem Kirchenführer beschreibt, steht das Gotteshaus auf einem geschichtsträchtigen Grund. Bereits in der Schenkungsurkunde des Bistums Würzburg von 741/742 wird Sonderhofen mit einer Kirche erwähnt.

Von dem damaligen hölzernen Bauwerk, das dem heiligen Remigius von Reims geweiht war, lassen sich keine Spuren finden. Bezeugt aber ist ein romanischer Neubau aus Stein am Ende des 13. Jahrhunderts. Mit dieser Steinkirche fand auch der Wechsel des Patroziniums zu Johannes dem Täufer statt.

Schutzpatron vieler Berufsstände

Der Prophet, der als Schutzpatron unzähliger Städte und Berufsstände gilt, hat in seiner bekanntesten Darstellung als Täufer von Jesus seinen Platz nicht nur auf dem Taufstein. Auch der Hochaltar zeigt in der Mitte das zentrale Bild der Lebensgeschichte des Täufers.

Neben den Bildern an der Decke, die die Geschichte des Johannes erzählen ,der auf Befehl des grausamen Königs Herodes enthauptet wurde, findet sich an der Rückwand der Kanzel ein Bildnis, das Johannes, der als Patron der Haustiere gilt, mit einem Lamm zeigt.

Prächtig ausgestattet ist die 'Perle vom Gau'.
Foto: Hannelore Grimm | Prächtig ausgestattet ist die "Perle vom Gau".

Wie Klaus König in den uralten Archiven aufgespürt hat wurde 1749 die Baufälligkeit des Turmes festgestellt. Die damals Verantwortlichen gingen nicht das Projekt Turmsanierung an, sondern besserten den Turm nur notdürftig aus und beschlossen stattdessen einen Neubau des Kirchenschiffs.

Im Jahre 1757 wurde der Grundstein gelegt. Bei der Innenausstattung ,die 1758 begonnen wurde, bekam Johann Georg Auwera aus Aub den Auftrag für den neuen Hochaltar. Bald schon gab es Ärger mit der Statik. Sieben Jahre nach der Weihe der Kirche musste der baufällige Turm gestützt werden. Auch das Spitzdach wurde eingelegt und die Glocken abgenommen.

Wie in der Sonderhöfer Ortschronik zu lesen ist, wurden die Glocken neben der Schule an einem Holzgerüst angebracht. In der Schule wurde eine Wanduhr aufgehängt nach der sich der Lehrer beim Läuten zu richten hatte. 

1779 stürzte der Kirchturm ein

Es war der 7.Juli 1779 als der Kirchturm, so der Chronist, "unter Donnergekrach und Aufwirbeln von Staubwolken plötzlich zusammen stürzte und den 21-jährigen Leonhard Wilhelm erschlagen hat." Durch den Turmeinsturz, mit dem auch die hintere Chor Wand teilweise eingestürzt ist, wurde auch der Hochaltar so beschädigt, dass ein neuer angefertigt werden musste. Im Jahre 1805 wurde das Portal renoviert, die Decke mit Stuck verziert und die Wände geweißt.

Nachdem wie der Chronist schreibt " Der Abgang eines Kirchturms seit 1779 schmerzlich vermisst wurde" und auch das Läuten der Glocken nicht überall im Dorf zu hören war, wurde im Herbst 1841 mit dem Bau des Kirchturms begonnen.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte forderten aufwendige und kostenintensive  Bau-und Sanierungsmaßnahmen  immer wieder finanzielle große Anstrengungen von der Kirchengemeinde. Wie auch der geplante Neubau Sakristei und der Einbau einer neuen Heizanlage. Bei dieser Maßnahme, die am 8.April 1968 begann, stürzte wenige Tage später beim Erdaushub die vordere Hälfte der südlichen Chormauer ein und musste erneuert werden.

Nach der Umgestaltung der Einrichtung und einer mit einem Kostenaufwand von insgesamt 1,5 Millionen Mark umfassenden Außen-und Inneneinrichtung erstrahlt seit 1988 die 250-jährige "Perle vom Gau" in ihrem heutigen strahlenden Glanz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

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