Kirchheim

Kirchheim: Erweiterung oder Neubau der Grundschule?

Wie geht es weiter mit der Grundschule Kirchheim? Geschehen muss etwas. Die Schülerzahlen steigen stetig an.
Das alte Schulhaus, links daneben der Erweiterungsbau, reichen nicht mehr für die steigenden Schülerzahlen.
Das alte Schulhaus, links daneben der Erweiterungsbau, reichen nicht mehr für die steigenden Schülerzahlen. Foto: Ammon

Der Grundschulverband plant damit, die Schule in Kirchheim dreizügig auszubauen. Die beiden Varianten, eine Erweiterung am bisherigen Standort und ein Neubau am Ortsrand, bedeuten jedoch für alle drei Mitgliedsgemeinden einen Kraftakt. Die Kosten von 9,5 Millionen Euro beziehungsweise 11,6 Millionen Euro bei einer staatlichen Förderung zwischen 40 und 50 Prozent dürften die Haushalte auf viele Jahre stark belasten.

Zudem gibt es einen Beschluss des Schulverbandes, der den Aufbau einer offenen Ganztagesschule vorsieht. Dies hatte Tragweite. Denn damit hat sich der Verband darauf festgelegt, die Schule an einem einzigen Standort zu betreiben. Bei einer Mittagsbetreuung oder einem Schülerhort wären auch getrennte Standorte in Frage gekommen. Für diese würden jedoch Beiträge der Eltern fällig. "Die Ganztagesschule entspricht den Anforderungen, die die Gesellschaft an uns stellt und bietet am besten die geforderte Chancengleichheit", fasste Kirchheims Bürgermeister Björn Jungbauer die damals entscheidenden Argumente zusammen. Während der aktuellen Sitzung des Schulverbandes gab es keine Hinweise darauf, dass die Mitglieder hinter diese Festlegung zurück wollen.

"Die Ganztagesschule entspricht den Anforderungen, die die Gesellschaft an uns stellt und bietet am besten die geforderte Chancengleichheit."
Björn Jungbauer, Bürgermeister Kirchheim

Wie könnte die Erweiterung aussehen?

Wie eine Erweiterung am Standort im Kirchheimer Ortszentrum aussehen könnte, stellte Architekt Stephan Haas vor. Frühere Pläne, die nur von zwei Zügen ausgingen und den Pausenhof einbezogen haben, sind aufgrund der Schülerzahlen bereits wieder überholt. Die aktuelle Variante sieht vor, dass das Rathaus und die Alte Schmiede an der Mergentheimer Straße weichen.

Laut den Plänen des Architekten könnte sie ein zweigeschossiger Bau mit Flachdach und ein ortstypisch gestalteter "Kopfbau" mit Satteldach ersetzen. Hier könnten Funktionsräume wie das Sekretariat und das Lehrerzimmer unterkommen.

Der aktuelle Entwurf der Schulerweiterung.
Der aktuelle Entwurf der Schulerweiterung. Foto: Hass&Haas, Eibelstadt

Für die Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim, zu der neben Kirchheim auch Geroldshausen gehört, stellt sich damit die Frage, was mit dem Rathaus geschieht. Für einen Neubau wären zwei bis zweieinhalb Millionen Euro nötig. Ein Förderprogramm gibt es nicht. Das historische Schulhaus ebenso wie der in den 1990er Jahren errichtete Erweiterungsbau bleiben jedoch erhalten. Dieser könnte um zwei mehrgeschossige Anbauten ergänzt werden. Auf diese Weise entsteht ein kompakter Baukörper, der es ermöglicht, die Räume zentral zu erschließen. Auf dem Gelände des Göbelhofs könnten Parkplätze und eine weitere Pausenhoffläche entstehen.

Noch kein Entwurf für Neubau

Für einen Neubau liegt noch kein Entwurf vor. Er hätte den Vorteil, dass Kirchheim viel Platz in seiner Ortsmitte gewinnt. Laut Bürgermeister Björn Jungbauer könnten hier ein Dorfplatz und eine Dorfmitte entstehen. Ins alte Schulhaus könnte das Rathaus einziehen. Daneben wäre Seniorenwohnen denkbar. Als mögliche Flächen kämen die Freizeitanlage oder eine Fläche an der Kleinrinderfelder Straße in Frage. Ein Neubau hätte den großen Vorteil, erklärte Gemeinderätin und Schulleiterin Anke Ludwig, dass die Schüler nicht mehr zur Turnhalle und Sportplatz mit dem Bus pendeln müssten und das neue Gebäude barrierefrei wäre. "Aus pädagogischer Sicht ist diese Lösung zu empfehlen", sagte sie.

Auch die alte Schmiede soll bei einer Erweiterung abgerissen werden.
Auch die alte Schmiede soll bei einer Erweiterung abgerissen werden. Foto: Ammon

Wie es weitergeht, liegt nun bei den Gemeinderäten der drei Mitgliedsgemeinden. Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten. Ein Neubau, wie ihn viele in Kirchheim bevorzugen, ist etwas teurer. "Die Vorteile für einen Neubau liegen vor allem bei Kirchheim", stellte Geroldshausens Bürgermeister Gunther Ehrhardt. Er gab jedoch zu bedenken, dass es beim Rathaus "Handlungsbedarf" für die Verwaltungsgemeinschaft Kirchheim gibt, zu der auch Geroldshausen gehört. "Wir sollten zu Potte kommen und wie auch immer eine Lösung finden", erinnerte er an die wachsenden Geburtenzahlen.

Etwas zögerlich wirkte Harald Engbrecht, der erstmals an einer Sitzung des Grundschulverbands teilnahm. Er verwies auf die hohen Kosten. Diese seien "schon ein dickes Brett". Für Jungbauer ist nach zwei Jahren Planung die Zeit gekommen, eine Entscheidung zu treffen: "Alle Punkte, die geklärt werden mussten, liegen jetzt da", betonte er und versicherte: "Es soll nicht der Eindruck aufkommen, die Kirchheimer brauchen einen neuen Dorfplatz und schmeißen deshalb die Schule raus"

Aktuell besuchen 164 Schüler die Grundschule. In den kommenden Jahren sind es geschätzt 214. Wohl schon im kommenden Schuljahr ist es nötig, die Einstiegsklassen aufzuteilen. Dann könnten übergangsweise einige Klassen ins leerstehende Schulhaus in Gaubüttelbrunn ausweichen.

Bei einer Erweiterung müsste das Rathaus weichen.
Bei einer Erweiterung müsste das Rathaus weichen. Foto: Ammon

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