WÜRZBURG

Klimaschutz wird ganz konkret

Alle reden vom Klimaschutz, die Stadt Würzburg will das Thema konsequent angehen. Nun wurde ein Vertrag mit der gemeinnützigen Energie-Agentur Oberfranken unterzeichnet, die Würzburg in den kommenden drei Jahren bei der Beteiligung am Pilotprojekt „European Energy Award“ betreuen soll.
Unterzeichnung des Beratervertrags für den Energie Award mit Reiner Knoll von der Energie-Agentur (links) und OB Pia Beckmann, „sekundiert“ von Umweltreferent Wolfgang Kleiner.       -  Unterzeichnung des Beratervertrags für den Energie Award mit Reiner Knoll von der Energie-Agentur (links) und OB Pia Beckmann, „sekundiert“ von Umweltreferent Wolfgang Kleiner.
Foto: FOTO christian Weiss | Unterzeichnung des Beratervertrags für den Energie Award mit Reiner Knoll von der Energie-Agentur (links) und OB Pia Beckmann, „sekundiert“ von Umweltreferent Wolfgang Kleiner.

Ziel ist, auf breiter Ebene und nachweisbar den Energieverbrauch und den Ausstoß von Kohlendioxid-Emissionen in der Stadt einzudämmen. Am Ende steht dann eine Zertifizierung, die nur dann verliehen wird, wenn die Stadt in puncto Klimaschutz auch wirklich weiter gekommen ist.

Würzburg ist damit eine von 14 bayerischen Städten und Gemeinden, die sich an dem geförderten Pilotprojekt beteiligen und die einzige Großstadt über 100 000 Einwohner. Damit hat die Stadt vor allem auch die Möglichkeit, das Thema auf breiter Ebene anzugehen.

Starke Partner

Dies geschieht, indem starke Partner wie die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV), die „Stadtbau“ und der Abfall-Zweckverband Raum Würzburg mit ins Boot geholt werden konnten. Für Oberbürgermeisterin Pia Beckmann zeigt dieser Schritt den hohen Stellenwert, den die Stadt Würzburg damit dem Klimaschutz vor Ort und dem konsequenten Umgang mit Energie einräumt. Hier kämen zudem Ökologie und Ökonomie unter einen Hut. „In einer Zeit, in der alle von Ressourcenknappheit reden, nehmen wir mit unserem Partner Stadtbau und WVV an diesem Qualitätsmanagement und der anschließenden Zertifizierung im Bereich der Energieeinsparung teil“, so die OB.

Im Stadtrat war das Thema kontrovers diskutiert worden. Ein Kritikpunkt waren die Betreuungskosten in Höhe von 30 000 Euro für die Energie-Agentur. Die qualifizierte Beratung wurde aber von allen Beteiligten für sehr sinnvoll erachtet, weil es um systematische Analysen der aktuellen Situation im Energiebereich und eine anschließende Planung von sinnvollen Aktivitäten geht.

Umweltreferent Wolfgang Kleiner legt Wert darauf, dass vor allem auch die Bürger mitmachen und profitieren. Erste Schritte sind eingeleitet. So wurde im Rahmen der Agenda 21 bereits ein weiterer Arbeitskreis zum Thema Energie gegründet. Jeder sei eingeladen mitzumachen und sich beim neuen Agenda-Beauftragten Alexander Wagner unter Tel. 4 44 40 zu melden. Derzeit läuft zum Thema Klimaschutz eine Ausstellung im Foyer des Rathauses und für den 30. Juni ist ein erster Würzburger Umwelttag geplant. Gemeinsam mit dem Landkreis wurde eine Energiefibel erarbeitet, die in der Umweltstation am Nigglweg zu haben ist.

Die Stadt selbst ist seit Jahren mitten in einem Sanierungsprogramm, wo städtische Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten bezüglich der Heizungstechnik und Wärmedämmung auf den neuesten Stand gebracht werden, berichtete Jens Kulicke. Im gesamten Rathaus werden aktuell neue Wärmefenster eingebaut.

Sparsame Straßenbeleuchtung

Ein wichtiger Partner ist dabei die WVV. Der Umweltkonzern hat mit der neuen mit Gas betriebenen Turbine bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz getan und den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung drastisch reduziert. Mit der Entscheidung für eine weitere GuD-Anlage soll künftig noch mehr umweltfreundlicher Strom produziert werden, so Geschäftsführer Norbert Menke. Bis zum Herbst soll die Würzburger Straßenbeleuchtung mit Energie-Sparlampen umgerüstet werden. Vorgesehen ist außerdem, die Ampelanlagen auf energiesparende Technik umzurüsten.

Zwischen Ökologie und Ökonomie sieht auch Stadtbau-Chef Hans Sartoris keinen Widerspruch. Gerade er sieht sich bei diesen Energie-Award besonders gefordert, weil gerade die Wohnungswirtschaft mit der Beheizung von Gebäuden einen enormen Anteil am Kohlendioxid-Ausstoß hat. Den zu reduzieren wird auch aus ökonomischer Sicht interessant. Oftmals hohe Investitionen in eine Reduzierung der Heizkosten können sehr bald ein wesentlicher Aspekt auf dem Wohnungsmarkt werden. In dem Kontext werde auch über neue Förderung nachgedacht.

Reiner Knoll von der betreuenden Energieagentur sieht die Hauptaufgabe darin die gesamte Energie-Palette sorgfältig zu analysieren und langfristig zu planen. Die „ganzheitliche Betrachtung“ gehe bis hinein in den Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs und der Planung von Fahrradwegen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!