Höchberg

Knahn: "Die Erinnerung muss fortbestehen"

Am Mahnmal in der Schulgasse gedachte Bürgermeister Alexander Knahn (Mitte) zusammen mit seinen Bürgermeisterkollegen Sven Winzenhörlein und Bernhard Hupp, sowie den Feuerwehrleuten Thomas Weber und Thomas Pfister und Pfarrer Daniel Fenske.
Foto: Matthias Ernst | Am Mahnmal in der Schulgasse gedachte Bürgermeister Alexander Knahn (Mitte) zusammen mit seinen Bürgermeisterkollegen Sven Winzenhörlein und Bernhard Hupp, sowie den Feuerwehrleuten Thomas Weber und Thomas Pfister ...

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen. 1922 fand bereits die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Der Volkstrauertag wurde erstmals am 1. März 1925 öffentlich begangen und hat sich bis heute erhalten. Mittlerweile gedenkt man aller Verstorbenen, Verwundeten und Vermissten von Kriegen und Gewaltherrschaft auf der ganzen Welt.

Der Feiertag gilt als "Stiller Tag" und in diesem Jahr war es besonders still. Wegen Corona wurden die sonst üblichen Veranstaltungen mit den Bürgern größtenteils abgesagt. Nur ein stilles Gedenken der Bürgermeister und eventuell noch einer Abordnung der Feuerwehr war in diesem Jahr überhaupt zulässig. Dabei wäre 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein Gedenken an die Gefallenen besonders wichtig. Über 70 Millionen Menschen verloren in den sechs Jahren Krieg ihr Leben, eine unvorstellbare Menge, so Bürgermeister Alexander Knahn bei seiner Ansprache am Mahnmal in der Schulgasse.

"Eine unglaubliche Zahl, unfassbare Dimensionen von Opfern, von Angst und Schrecken, Verwüstung und Zerstörung, Verbrechen über Verbrechen. Der Zweite Weltkrieg erreichte ein Ausmaß, das für den größten Zivilisationsbruch in der Menschheitsgeschichte steht". Zu den militärischen Opfern kommen in Höchberg die ermordeten Juden und andere Menschen hinzu, deren Leben als "unwert" betrachtet wurde, bezog der Bürgermeister auch andere Volksgruppen mit ein. "Sie wurden zu Opfern, weil ein Staat und seine Organe völlig außer Kontrolle geraten waren und eine verbrecherische Ideologie darüber bestimmte, wer leben durfte und wer nicht".

Auch heute noch sei die Welt voller Krieg und Gewalt, "voller Waffen, Bomben und Panzern in anderen Ländern". Die Folgen davon erfahren wir hier in unserem Zuhause hautnah, wenn Terror, wie zuletzt in Paris oder Wien, nach Europa getragen wird.

"Die alljährliche Mahnung des Volkstrauertages ist daher mehr als aktuell und wichtig", so Bürgermeister Knahn weiter. Er forderte die Bürger auf, da man in diesem Jahr wegen Corona keine größere Veranstaltung durchführen konnte, selbst zum Mahnmal zu kommen und den Opfern von Krieg, sinnlos Gefallenen und Ermordeten zu gedenken.

"Die Erinnerung muss fortbestehen, auch in diesen schwierigen Zeiten", sagte er abschließend, bevor Pfarrer Daniel Fenske stellvertretend für die Kirchen ein Gebet sprach. Darin gedachte er aller durch Gewalt Verstorbenen und rief zu einer Schweigeminute auf, der sich die drei Bürgermeister Alexander Knahn, Sven Winzenhörlein und Bernhard Hupp, sowie die anwesenden Feuerwehrleute Thomas Weber und Thomas Pfister gerne anschlossen.

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