Eisenheim

Koffer für den DenkOrt kommt in die Grabengärten

Auch der Markt Eisenheim hat "seinen" Koffer am DenkOrt am Hauptbahnhof Würzburg. Dieser DenkOrt erinnert an die Deportation der Juden aus Unterfranken. Um das Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürger aufrecht zu erhalten, haben sich viele Kommunen an dieser Aktion DenkOrt beteiligt. Jede von ihnen hatte jeweils zwei gleiche Gepäckstücke herstellen lassen, einen für den DenkOrt, einen für den eigenen Ort.

Mit 10:2 Stimmen beschloss der Gemeinderat Eisenheim, seinen von Marcel Huber aus Untereisenheim kreierten Koffer in die Neugestaltung der Grabengärten zu integrieren. Verbunden mit dem Beschluss war auch der Auftrag an das Planungsbüro arc.grün aus Kitzingen, den Koffer mitsamt einer Infotafel mit einzuplanen.

Bisher, so Bürgermeister Christian Holzinger, "war der Standort gegenüber des Friedhofes anvisiert worden". Wegen eines großen Stomkastens in diesem Bereich und den Parkplätzen hätte der Koffer dort eher störend gewirkt, so Holzingers Ansicht. Seine Vorschläge: entweder in die Gestaltung der Grabengärten integrieren oder den Koffer zwischen altem und neuem Rathaus aufzustellen, ins Zentrum der Gemeinde Untereisenheim. "Das hätte dann auch die gewünschte Symbolkraft", so Holzinger.

Zuschuss für Dorfladen steht fest

Im Rat gab es auch keinerlei ablehnende Tendenz. Im Gegenteil: "Dieses Gedenken gehört für mich ganz klar zentral zwischen die Rathäuser", argumentierte etwa Rainer Schenk. Die meisten Redner aber präferierten einen Platz an den Grabengärten, auch weil es ein "sehr belebter Platz sein wird", wie Marius Mayer befand. Dort könnten sich auch die Kinder mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen, sagte Markus Bursch. Er hätte wegen den Touristen den Koffer eher zwischen den Rathäusern in unmittelbarer Nähe zur Kirche platziert, "dort gehen die Touristen auch eher hin als an die Grabengärten, deshalb geht der Koffer für mich dort eher unter". Letztlich fiel die Entscheidung für die Grabengärten mit 10:2 doch sehr deutlich aus.

Mittlerweile liegt dem Marktgemeinderat auch eine schriftliche Ausfertigung zur Kostenbeteiligung der Teilnehmergemeinschaft Eisenheim an der Errichtung des Dorfladens vor. Der Zuschuss des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) wird in zwei Margen aufgeteilt: 300 000 Euro für den eigentlichen Dorfladen und weitere 50 880 Euro für die Gestaltung des Außenbereiches.

Ausschreibungen für Tiefbau vorbereiten

"Mehr als diese 350 880 Euro der förderfähigen Kosten kriegen wir auch nicht erstattet", sagte der Bürgermeister. Nun liege es am Architekten, die Ausschreibungen für den Tiefbau vorzubereiten. Dieser Dorfladen wird sehnlichst erwartet, lediglich Rainer Schenk sieht in dem Vorhaben "allgemein ein ganz großes Risiko".

Mit 11:1 für die Vereinbarung zur Kostenbeteiligung wurde er aber mehr als deutlich überstimmt. In der Vereinbarung ist auch festgehalten, dass die Marktgemeinde für zwölf Jahre an den Dorfladen gebunden ist. Sollte sie ihn vor Ende dieser Frist anderweitig nutzen muss pro Jahr anteilig die Förderung zurück gezahlt werden.

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