Geroldshausen

Kommunaler Kindergarten verursacht hohe Personalkosten

Die wirtschaftliche Lage der Gemeinde Geroldshausen befindet sich in einer deutlichen Schieflage. Nach Ansicht von Kämmerer Andreas Schäffner ist es sogar fraglich, ob der Haushalt 2021 die Genehmigung der Kommunalaufsicht des Landratsamts erhält. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt wird wohl schon zum zweiten Mal nicht erreicht. Dieser negative Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. "Die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Geroldshausen" sei "stark gefährdet", stellte der Kämmerer bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat für 2021 fest. Die Gemeinde will gegensteuern und mit Sparmaßnahmen den Haushalt konsolidieren.

Privater Träger soll Kindergarten übernehmen

Geschehen soll dies in erster Linie durch die Abgabe des kommunalen Kindergartens Zaubernest an einen privaten Träger. Im Gespräch sind das BRK oder der Würzburger Elisabethenverein. Die Entscheidung soll im Mai fallen. Zuletzt hatte sich das Defizit des Kindergartens auf 366 000 Euro belaufen. Von den gesamten Geroldshäuser Personalkosten von 848 000 Euro entfielen 619 000 Euro allein auf den Kindergarten. Dies liegt an den in den letzten Jahren kräftig gestiegenen Gehältern. Ein ausgeglichener Verwaltungshaushalt ist damit nicht möglich. Kurzfristig ist es gelungen, dass die Erzieher und Kinderpfleger auf "freiwilliger Basis" Stunden verringern. Auch soll die Notgruppe, die kürzlich im katholischen Pfarrheim eingerichtet wurde, wieder aufgelöst werden. Damit spart die Gemeinde die Miete und zusätzliche Personalkosten.

Bürgermeister Gunther Ehrhardt hofft daher, dass das Landratsamt bei der Genehmigung des knapp fünf Million Euro umfassenden Haushalts ein Auge zudrückt. Bei einem "langfristigen Blick" sei es sinnvoll, auf Entlassungen im Kindergarten zu verzichten. Erzieher und Kinderpfleger seien ein "rares Gut". Spätestens bei der für 2022 geplanten Fertigstellung des neuen Kindergartens würden sie wieder benötigt. Der Gemeinderat hat zudem eine ganz Reihe weiterer, kleinerer Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht. Zuschüsse für die Jugendarbeit, der Kindergartenbus aus Moos wurden gestrichen, die Grundsteuer, die Elternbeiträge und der Anstellungsschlüssel im Kindergarten angehoben.

Für Kindergartenbau sind neue Schulden nötig

Dennoch wird die Gemeinde kurzfristig nicht um neue Schulden herumkommen. Eine Kreditermächtigung von zwei Millionen Euro ist für das laufende Jahr eingeplant. Die Schulden belaufen sich derzeit auf bescheidene 130 000 Euro. Der neue, auf drei Million Euro geschätzte Kindergarten soll bis 2022 fertig sein. Für dieses Jahr sind im Haushalt zunächst 1,7 Millionen Euro eingeplant. Für den Neubau stehen Fördermittel bereit, die erst 2022 und 2023 fließen. Ein größerer Ausgabenposten ist auch der angrenzende Dorfplatz mit in diesem Jahr 210 000 Euro. In den kommenden beiden Jahren sind insgesamt weitere 400 000 Euro vorgesehen. Auch hierfür gibt es eine Förderung. Für den Bauhof, der vor kurzem in Betrieb gegangen ist, steht nur noch eine Restzahlung an.

Luft für Investitionen könnte auch der Verkauf von Grundstücken in einem neuen Baugebiet schaffen, das am Ortsrand von Moos entstehen könnte. Dort besitzt die Gemeinde knapp die Hälfte der 14 400 Quadratmeter großen Fläche. Mittelfristig sind höhere Einnahmen aus der Einkommensteuer zu erwarten. Um die Kosten zu stemmen, soll ein Erschließungsträger beauftragt werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Ausgaben für den Ankauf der Grundstücke oder den Bebauungsplan, die später wieder in die Gemeindekasse zurückfließen, außerhalb des regulären Haushalts zu finanzieren.

Corona-Krise erschwert Planung

Der Kämmerer plant mit weiterhin stabilen Steuereinnahmen: Die Einkommensteuer schätzt er auf 680 000 Euro ähnlich wie im Vorjahr, die Gewerbesteuer auf 400 000. Hier steht eine größere Nachzahlung an. Im Vorjahr waren es nur 100 000 Euro. Aus den Schlüsselzuweisungen des Finanzausgleich kommen 536 000 Euro, gut 100 000 Euro mehr als im Vorjahr. Bei einem Blick in die Zukunft ist er jedoch bewusst vorsichtig: Die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei coronabedingt "derzeit schwer einschätzbar". Eine "verlässliche Haushaltsplanung" sei "daher schwer zu bewerkstelligen".

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