Würzburg

Kranzniederlegung statt Gedenkstunde zur Pogromnacht

Marat Gerchikov, Vorstand der Israelitischen Gemeinde, Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und Regierungspräsident Eugen Ehmann legten am Montag an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in Würzburg einen Kranz nieder. Sie gedachten damit der Zerstörung der Synagoge durch die Nazis in der sogenannten Reichspogromnacht am 9. November 1938.
Foto: Daniel Peter | Marat Gerchikov, Vorstand der Israelitischen Gemeinde, Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und Regierungspräsident Eugen Ehmann legten am Montag an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in Würzburg ...

Das Gedenken an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 musste in diesem Jahr wegen der Kontaktbeschränkungen im Corona-Lockdown anders ablaufen als gewohnt: An Stelle der traditionellen Veranstaltung mit Ansprachen am Gedenkstein im Innenhof des Diözesanarchivs wurden in der Domerschulstraße zwei Kränze niedergelegt.

Das Diözesanarchiv steht an der Stelle, an der während der deutschlandweiten Pogromnacht vor nunmehr 82 Jahren die Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde von SA-Schergen überfallen und verwüstet wurde. Beim Bombenangriff der Alliierten auf Würzburg kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Synagogengebäude zerstört.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Regierungspräsident Eugen Ehmann und Marat Gerchikov als Vertreter des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken legten am Montag unter der Gedenkplakette an der Außenmauer der Diözesanbibliothek zwei Kränze nieder.

Trotz der aktuell geltenden Beschränkungen sei es wichtig, an die November-Pogrome zu erinnern, betonte Schuchardt - nicht nur aus Respekt vor den Opfern. "Die aktuellen Anschläge in Europa und weltweit zeigen, dass Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung aufgrund von Religionszugehörigkeit längst nicht überwunden, sondern vielleicht aktueller sind als seit langem", so der OB: "Ich bin froh, dass wir das Gedenken in dieser kleinen Form durchführen konnten. Das ist auch sehr wichtig für die jüdische Gemeinde."

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