Randersacker

Kredit trotz hoher Rücklagen

Zumindest finanziell ist in Randersacker für Planungssicherheit gesorgt. Der Marktgemeinderat hat einem ausgeglichenen Haushaltsentwurf für 2021 über 12,9 Mio. Euro zugestimmt. Und er erwägt, einen Kredit über 1,2 Mio. Euro aufzunehmen.

Schuldenabbau und moderate Investitionen standen in den vergangenen Jahren stets als Leitsatz über der Haushaltsplanung. Damit konnte die Verschuldung kontinuierlich abgebaut werden. Zum Jahresende 2020 wird die Pro-Kopf-Verschuldung der Randersackerer voraussichtlich bei 302 Euro liegen, wieder 100 Euro niedriger als Ende 2019.

Allerdings steht ein Kredit im Raum, der die Pro-Kopf-Verschuldung im kommenden Jahr wieder auf 540 Euro steigen lassen könnte, sofern ein fraglicher Grunderwerb zustande kommt. Es handelt sich dabei um eine noch nicht spruchreife Option, erklärte Bürgermeister Michael Sedelmayer.

Dass trotz hoher Rücklagen von derzeit etwa 2,6 Mio. Euro gegebenenfalls ein Kredit aufgenommen werden soll, ist eine Vorsichtsmaßnahme. Es stehen noch Abschlussrechnungen aus 2020 für rund eine Million Euro aus und die langfristige Investitionsplanung sieht in den kommenden Jahren durchaus weitere Entnahmen aus der Rücklage vor, womit diese auf unter 600 000 Euro abschmelzen wird.

Auch das geplante Gewerbegebiet Am Sonnenstuhl birgt ein Risiko. Dessen Entwicklung wird von der Firma BayernGrund vorfinanziert. Käme es nicht zustande, müsste der Markt Randersacker die aufgelaufenen Kosten bezahlen. Sie liegen für Gutachten, Planungen et cetera derzeit bei 630 000 Euro.

Es sei ein Maximalhaushalt, mit dem man schnell reagieren könne, was offenbar nicht nur Sedelmayer wichtig ist. Grob vorzuplanen und die Details bei der Umsetzung zu klären, erscheint  Stefan Lutz-Simon (Grüne) sinnvoll. Dass die Schuldenaufnahme gut begründet sei, meinte Matthias Henneberger (ödp) und Oliver Menz (SPD) attestierte: "Obwohl wir viel ausgeben, besser geht es eigentlich nicht".

Für Heiko Lörner (CSU) und Jürgen Hart (UWG) stand die Rückkehr in die Städtebauförderung als Höhepunkt obenan, womit die Gestaltung des Fleckens als erste Maßnahme bereits angegangen werden könne.  Als solide und gut begründet, stellte sich der Haushaltsplan für alle fünf Fraktionen dar, weil die Kreditoption rein für Grunderwerb gedacht und somit der Gegenwert dann vorhanden ist. "Wir bleiben beim Schuldenabbau und bei der Pro-Kopf-Verschuldung unter dem Landesdurchschnitt", fasste Sedelmayer die Bilanz aller Vorhaben zusammen.

Für regulär vorgeplante Investitionen in Randersackers Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen sieht der Vermögenshaushalt 2,7 Millionen Euro vor. 1,5 Millionen Euro betreffen den Hochbau, unter anderem für die Erweiterung der Kinderkrippe, den zusätzlichen Gruppenraum im Hort, die Neugestaltung des Fleckens, die Beteiligung am Atemschutz-Pool der Feuerwehren oder die Verbesserung der Breitbandversorgung. Im Bereich Tiefbau sollen 1,2 Millionen Euro vor allem für die Erneuerung von Wasserleitungen ausgegeben werden.

Im Verwaltungshaushalt 2021 wird ein Überschuss von 320 000 prognostiziert, doppelt so viel, wie für eine ordentliche Schuldentilgung im Vermögenshaushalt nötig. Mit 2,34 Millionen vom Gesamtvolumen 7,9 Millionen Euro kommt das meiste Geld für den laufenden Verwaltungsbetrieb wiederum aus der Einkommensteuer.

Zum Vergleich: bei der Grund- und Gewerbesteuer ist mit nur 900 000 Euro zu rechnen, was die Kommune mit dem neuen Gewerbegebiet zu steigern gedenkt. Damit es vorwärts geht, wurde in gleicher Sitzung Detlef Aster (CSU) zum Beauftragten für das Gewerbegebiet Am Sonnenstuhl bis 2026 ernannt, ein völlig neues Ehrenamt, für das er sich bereit erklärt hat. Seine Aufgabe: die Planungen inhaltlich voran zu bringen.

Alfred Holl und Matthias Henneberger (beide ödp) sahen es als wichtig an, das "Gewerbegebiet" mit dem weiteren Umgriff nach dem Flächennutzungsplan zu definieren. Damit würde nicht nur der Bebauungsplan zu dessen Aufgaben gehören, der laut Bürgermeister  Sedelmayer als vordringliche Aufgabe zu entwickeln sei, sondern auch die bestehende Bebauung und die nicht für eine Bebauung vorgesehenen Flächen. Asters Berufung nannte Henneberger eine "hervorragende Besetzung" und Heiko Lörner ein "Signal des Gemeinderats für das Thema".

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