Würzburg

Kreuzberg-Wallfahrer: Erste Station war Gramschatz

Mehrere Hundert Pilger der Kreuzbergwallfahrt machen am Samstag (19.08.16) in Gramschatz rund um den Kirchplatz Rast zum Frühstück und nutzen die erste Pause des Tages auch zur Erholung. Morgens gegen halb sechs sind die Wallfahrer in der Innenstadt Würzburgs gestartet. Am Sonntag wollen sie den Kreuzberg erreicht haben.
Foto: Patty Varasano | Mehrere Hundert Pilger der Kreuzbergwallfahrt machen am Samstag (19.08.16) in Gramschatz rund um den Kirchplatz Rast zum Frühstück und nutzen die erste Pause des Tages auch zur Erholung.

Während die meisten Würzburger noch seelenruhig in ihren Betten schliefen, machten sich am Samstag gegen vier Uhr die Teilnehmer von Würzburgs bekanntester Wallfahrt auf den Weg: Nach einem Gottesdienst im Neumünster startete eine lange Schlange von rund 500 Pilgern betend und singend zum Kreuzberg - dort, wo wo Kilian einst als Symbol der Christianisierung Frankens ein erstes Kreuz errichtet haben soll.

Vorneweg zieht der Pilgerführer, erkennbar an seinem rotem Talar, mit breitkrempigem Pilgerhut und Pilgerstock. Er ist für die Wahl des Weges und das Marschtempo verantwortlich.

Dahinter wird das Pilgerkreuz der Bruderschaft getragen, es folgen die Vorbeter, die Blaskapelle und die Pilgergruppe. Seit jeher wird ein Männerkreuz und ein leichteres Frauenkreuz mitgeführt. Jede und jeder soll die Gelegenheit erhalten, als Geste der Buße ein Stück des Wegs das Kreuz zu tragen. Auf dessen Rückseite ist in Augenhöhe der Träger eine Liste von Gebeten eingeschrieben. Verrichtet man während des Tragens diese Gebete, werden bestimmte Sündenablässe zugesagt.

Heute tragen alle Wallfahrer das Umhängekreuz

Alle Wallfahrer dürfen das zugehörige Umhängekreuz auf der Brust tragen. Früher war dieses den Mitgliedern der Bruderschaft vorbehalten. Am Kreuzberg wird es für den Rückweg mit Wacholder und Heidekraut umwickelt.

In fünf Tagen schaffen die Wallfahrer den knapp 180 Kilometer langen Weg zum Berg der Franken und wieder nach Würzburg zurück. Mit ihrer Rückkehr am Mittwochnachmittag beginnt dann die traditionelle Zwiebelkirchweih in der Würzburger Semmelstraße.

Die Kreuzbergwallfahrt gibt es seit 1647. Damals gründete sich während des Dreißigjährigen Krieges die „Bruderschaft zum Heiligen Kreuz in Würzburg“, die bis heute jedes Jahr die Wallfahrt organisiert. Die Fußwallfahrt verläuft am ersten Tag über Rimpar, Gramschatz, Arnstein, Wülfershausen bis nach Euerdorf. Ihr Ziel am Kreuzberg erreichen die Wallfahrer am Sonntag.

Polizei begleitet Wallfahrer

Zwischen Rimpar und Arnstein verläuft der Weg der Gruppe auch auf der Staatsstraße 2294 und unter anderem durch den Gramschatzer Wald. Da es sich bei der Strecke um eine verhältnismäßig stark befahrene Straße mit teilweise schlecht einsehbaren Stellen handelt, begleitet die Polizei die Wallfahrer sicherheitshalber auf diesem Streckenabschnitt.

Die Wallfahrt steht 2016 unter dem Leitwort: "Geht den Weg der Barmherzigkeit“ Am Samstag übernachten die Pilger in Euerdorf, am Sonntag wollen sie gegen 17 Uhr am Kreuzberg ankommen. Nach der Begrüßung am Freialtar ziehen sie in die Wallfahrtskirche ein, um den Segen zu empfangen. Die Wallfahrt endet drei Tage später da, wo sie begonnen hatte: mit einem Gottesdienst im Neumünster in Würzburg.

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