Riedenheim

Künstler sagen Riedenheim ade

Herbert Mehler       -  Herbert Mehler
Foto: Hannelore Grimm | Herbert Mehler

Der renommierte Bildhauer Herbert Mehler und seine Frau Sonja Edle von Hößle, die sich einen Namen als Malerin und Bildhauerin gemacht hat, verlassen Riedenheim.

Das Ehepaar, das rund 16 Jahre lang dort gelebt und gearbeitet hat, wohnt neuerdings auf dem Erbachshof in Eisingen. An die Zeit in der Gaugemeinde erinnern noch drei aus Beton und Stahl geschaffene Bäume. Die am Ortseingang aufgestellten Plastiken hat Herbert Mehler der Gemeinde vor einigen Jahren geschenkt.

Die Gründe, die ihn und seine Frau zum Wegzug bewogen haben, erklärt Herbert Mehler. Zum einem, so der Künstler, sei damit zu rechnen, dass die gemeindeeigene Wiese, auf der er seine Kunstwerke installiert hat, eines Tages als Bauplatz genutzt werden wird. Für die Werke möchte der 66-Jährige keinen neuen Standort mehr suchen.

Zum anderen hat Mehler nach eigenen Worten in den vergangenen 15 Jahren einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht. Inzwischen sind seine aus geschnittenem Stahlblech geschaffenen Skulpturen auf dem Kunstmarkt weltweit gefragt. Und dadurch reisen auch Kunden und Kunstinteressierte von weit her an.

Ihren Bekanntheitsgrad erweitert hat auch Sonja Edle von Hoeßle nicht zuletzt durch ihre Bilder. Die Künstlerin schafft mit den Farben, die sie selbst anrührt und in vielen einzelnen Schichten aufträgt, großflächige Werke, die durch ihre Leuchtkraft bestechen.

Wie Herbert Mehler erklärt, sei die Anfahrt nach Eisingen, im Gegensatz zu der nach Riedenheim, für die internationalen Besucher und Gäste durch die Nähe zur Autobahn viel praktischer. Daneben schätzen auch er und seine Frau den kürzeren Weg nach Würzburg.

Bürgermeister Edwin Fries bedauert, dass das Ehepaar die Gemeinde verlässt. Es sei schon etwas Besonderes gewesen, so bekannte Künstler im Ort zu haben. Dadurch wurde, so Fries, Riedenheim in den Blickpunkt gerückt. Ihr Haus haben die beiden Künstler bereits geräumt. Herbert Mehler wird nur noch die Scheune einige Zeit nutzen. Derweil geben im Baugebiet „An der Schießmauer“ hinter den restlichen von Mehlers Werken, die Bagger den Ton an. Laut Edwin Fries wird der Rest des Geländes für acht Bauplätze erschlossen.

Herbert Mehler und Sonja Edle von Hößle hatten im Dezember 1999 ein seit zirka 30 Jahren leer stehendes, Bauernhaus mit Nebengebäude und einer großen Scheune erworben. Nach umfangreichen Renovierungs-und Umbauarbeiten starteten die freischaffenden Künstler im Jahre 2000 ihr „riedenheim project“. Die Ausstellungen und Veranstaltungen zogen Kunstinteressierte von weit her in den kleinen Ort im Ochsenfurter Gau. Auf der 2011 gestalteten „Kulturwiese“ der der damalige Kunstreferent der Diözese Würzburg Dr. Jürgen Lenssen bei der Eröffnung den kirchlichen Segen gab, fanden die Skulpturen von Herbert Mehler ihren Platz.

Während ein Teil der ursprünglich 34 gefalteten Objekte noch auf dem ehemaligen Sportplatz auf ihren Umzug warten, stehen die anderen bereits auf der Skulpturenwiese in Eisingen. Hier hat das Künstlerpaar nun das „Erbachshof-Art-Project“ gestartet.

Sonja Edle von Hößle       -  Sonja Edle von Hößle
Foto: Hannelore Grimm | Sonja Edle von Hößle
Skulpturenwiese Riedenheim       -  Die Riedenheimer Skulpturenwiese gehört bald der Vergangenheit an.
Foto: HANNELORE GRIMM | Die Riedenheimer Skulpturenwiese gehört bald der Vergangenheit an.
Bäume Riedenheim       -  Drei Bäume erinnern noch an den Bildhauer Herbert Mehler, der Riedenheim in Richtung Eisingen verlassen hat.
Foto: HANNELORE GRIMM | Drei Bäume erinnern noch an den Bildhauer Herbert Mehler, der Riedenheim in Richtung Eisingen verlassen hat.
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