Kürnach

Kürnach überlegt Erweiterung des Friedhofs

Grabstätten sind eine sensible Angelegenheit. Das weiß auch Thomas Struchholz. Der Landschaftsarchitekt ist spezialisiert auf die Planung von Friedhöfen. Das von ihm geleitete Büro ist nun vom Gemeinderat mit dem Erstellen eines Konzepts zur Neugestaltung des westlichen Teils der Kürnacher Ruhestätte beauftragt worden.

"Ein Friedhof hat nicht mehr das Ziel, möglichst viele Grabstätten in Reih und Glied zu bieten", erklärt er während seines Vortrags auf der Gemeinderatssitzung. Stattdessen soll der Friedhof von morgen gartenähnlich angelegt sein, zum Spazieren und Innehalten einladen. Als Vorbild führt Struchholz den Friedhof in Veitshöchheim an. Hier hat sein Büro einige Neuerungen umgesetzt wie Gemeinschaftsgräber, freie Flächen und einen angelegten Bachlauf, den "Lebensfluss". Es gehe darum, weg von hohen Grabdichten hin zu einem integrativen Ort zu kommen, weg von sachlichen Rasterstrukturen hin zu kreisförmigen Grabanordnungen. Barrierefreiheit könne durch Hochgräber erreicht werden. Ähnlich wie bei Hochbeeten müsse man sich zur Grabpflege hierbei nicht mehr bücken.

Möglichkeit zur anonymen Bestattung

Insbesondere eine ansprechende Möglichkeit zur anonymen Bestattung möchte Bürgermeister René Wohlfart (SPD) in Zukunft anbieten, denn nicht alle wünschen sich einen Grabstein oder ein Urnenbegräbnis mit Namensvermerk. Abgesehen davon ist man sich im Gemeinderat jedoch noch uneins, wie genau die Erweiterung aussehen soll. Angefangen bei der Finanzierung: Auf die Frage, ob das Veitshöchheimer Modell auf Kürnach übertragbar sei, entgegnet Struchholz: "Die Gestaltung kann sich positiv auf die Gebühren auswirken."

Kerstin Celina (Grüne) fügt hinzu, dass der Veitshöchheimer Friedhof, der vor kurzem vom Gemeinderat begangen wurde, von seinem hohen Baumbestand lebe, was so in Kürnach nicht reproduzierbar sei. Baumpflanzungen sind zwar gewünscht, ein vergleichbares Flair lasse sich allerdings nicht aus dem Boden stampfen. Außerdem sehe sie das Schaffen von freien Grasflächen kritisch, da die Gegend zu trocken sei. "Bewässerung ist unumgänglich", pflichtet ihr Struchholz bei. Das Problem lasse sich durch automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen lösen, diese seien günstig im Betrieb.

Ländner: "Haben alles, was wir brauchen"

Johannes Sieß (CSU) will Klartext: "Wir wollen endlich in die Pötte kommen." Seinem Parteifreund Manfred Ländner hingegen gehen die Ideen des Landschaftsarchitekten zu weit: "Wir wollen keinen neuen Friedhof. Wir haben alles, was wir brauchen." Lediglich die anonyme Urnenbestattung sei seitens der Kürnacher gewünscht, sowie die Möglichkeit, unter einem der alten Apfelbäume beerdigt zu werden. Der Dritte Bürgermeister Michael Freimann (UWG-FW) stimmt zu: "Die Apfelbäume müssen bleiben." Er befürwortet die Idee der Hochgräber, möchte darüber hinaus aber "keine Kunstwerke, die sind viel zu teuer."

Wie der Entwurf aussehen wird, bleibt nun abzuwarten. Thomas Struchholz verspricht, bis zur nächsten Gemeinderatssitzung eine Planung ausgearbeitet zu haben. Darin sollen Gemeinschafts- und Hochgräber berücksichtigt werden. Skulpturen und anonyme Stelen (als Quelle eines Lebensflusses) können ebenso in den Entwurf einfließen.

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