Ochsenfurt

Landkreis Würzburg: Wie wird heuer Ostern in den Kirchen gefeiert?

Das Corona-Virus ist erneut auf dem Vormarsch, nicht jede Kirchengemeinde bietet deshalb über Ostern Präsenz-Gottesdienste an. Welche Angebote gibt es in der Region Würzburg?
Pfarrer Oswald Sternagel setzt über die Osterfeiertage auf Präsenz-Gottesdienste für die Pfarreiengemeinschaft in Ochsenfurt. 
Foto: Silvia Gralla | Pfarrer Oswald Sternagel setzt über die Osterfeiertage auf Präsenz-Gottesdienste für die Pfarreiengemeinschaft in Ochsenfurt. 

Neben Weihnachten und Pfingsten sind auch die Osterfeiertage für die Kirchengemeinden wichtige Termine. Zuletzt sorgte die Bitte der Regierung, die Gottesdienste wegen der Pandemie virtuell abzuhalten, für einen hitzigen Diskurs.

Die Bitte hat die Regierung mittlerweile zurück genommen. Doch nicht in allen Kirchengemeinden gibt es in diesem Jahr Präsenz-Gottesdienste, einige setzen weiterhin auf digitale Glaubensfeiern. Auch im Landkreis Würzburg gibt es unterschiedliche Angebote.

Freiwillige Corona-Tests vor Gottesdienstbesuch empfohlen

"Wir feiern Gottesdienste in unterschiedlichen Formen", sagt Harriet Tögel, Pressesprecherin des evangelischen Dekanats Würzburg. Bei allen Gottesdiensten werde auf den Schutz der Teilnehmenden geachtet. Die Gottesdienste – ob im Netz, auf Papier oder im Freien – seien ein Beitrag, um die Pandemie zu überstehen. 

"Wir sprechen die Empfehlung aus, dass sich Gottesdienstbesucher vorab freiwillig testen."
Harriet Tögel, Pressesprecherin des evangelischen Dekanats

Die bestehenden Schutzmaßnahmen der Kirchengemeinden würden kontinuierlich überprüft und angepasst werden. "Wir sprechen die Empfehlung aus, dass sich Gottesdienstbesucher vorab freiwillig testen", so Tögel. 

Eisingen: Schnitzeljagd für Familien

Für die Osterfeiertage gebe es von der evangelischen, als auch katholischen Kirchengemeinde Eisingen für Familien einen sogenannten Actionbound, sagt die Pressesprecherin. Dabei handele es sich um eine mediale Schnitzeljagd. "Die Familien besuchen verschiedene Orte, an denen die Passionsgeschichte Christi erzählt wird." Die App ist kostenfrei und kann für Android und iOs in den jeweiligen App Stores herunter geladen werden.

Zell am Main: Fackelwanderung für Kinder

Auch die evangelische Kirchengemeinde Zell-Margetshöchheim-Erlabrunn hat ein Osterangebot für Kinder, so Tögel. Am Karfreitag fände um 11.30 Uhr ein Kindergottesdienst über die Videoplattform Zoom statt. Außerdem könnten Eltern beim Pfarramt per E-Mail Fackeln für einen Abendspaziergang am Karsamstag vorbestellen. 

Uffenheim: Osterweg durch die Innenstadt

Die evangelische Gemeinde Uffenheim biete einen Osterweg an, wie das örtliche Pfarrbüro in einer Pressemitteilung schreibt. Auch halte die Gemeinde an den Präsenz-Gottesdiensten fest, allerdings in reduzierter Form und ohne Abendmahl. Die genauen Termine gibt es auf der Internetseite des Dekanats Uffenheim, ebenso wie ein digitales Angebot.

Winterhausen: Osterlichter zum selbst anzünden

Die evangelische Kirchengemeinde Winterhausen setzt über die Osterfeiertage komplett auf digitale Gottesdienste, die laut Internetseite der Kirchengemeinde online eingestellt werden. Dennoch sei die St. Nikolauskirche geöffnet. Am Karfreitag, als auch am Ostersonntag gebe es ab 9.30 Uhr eine "offene Kirche", bei der Passionsbilder gezeigt werden und Musik erklingt. Zusätzlich gebe es Osterlichter am Ostersonntag, die sich Gläubige in der Kirche holen, an der Osterkerze anzünden und mit nach Hause nehmen können. 

Aub: Bastelanleitung für Kinder

Die katholische Pfarreiengemeinschaft Aub-Gelchsheim bietet über die Osterfeiertage verschiedene Präsenz-Gottesdienste an. Bis auf die Kreuzwege, die laut Internetseite der Gemeinschaft am Freitag um 9 Uhr in Baldersheim und Osthausen stattfinden, sei für alle anderen Gottesdienste eine Anmeldung nötig. Auf der Homepage gibt es außerdem ein Angebot für Kinder, wie beispielsweise Ausmalbilder und eine Bastelanleitung für Osterkerzen.

Bergtheim: Gebet auf dem Friedhof und Kinderkreuzweg

"Wir halten die Gottesdienste in Präsenz ab, wobei wir das diözesane Hygienekonzept befolgen", sagt Helmut Rügamer, Dekan der Pfarreiengemeinschaft Volk Gottes an Pleichach und Main. In Burggrumbach, als auch auf dem Friedhof in Unterpleichfeld werde am Freitag um 10 Uhr gebetet, in Prosselsheim gebe es zur gleichen Zeit es einen Kinderkreuzweg. Digitale Gottesdienste gebe es keine.

"Sie sind froh, dass sie im Gottesdienst zumindest andere Leute sehen, auch wenn man nicht groß miteinander kommunizieren kann."
Oswald Sternagel, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Ochsenfurt

Ebenso in der katholischen Pfarrgemeinschaft Ochsenfurt: "Wir haben nicht die Möglichkeiten, Gottesdienste zu übertragen", sagt Pfarrer Oswald Sternagel. Das Osterangebot sei reduziert worden, sowohl die Fußwaschung am Gründonnerstag, als auch die Prozession am Karfreitag fallen in diesem Jahr aus. Auch gebe es kein Gemeindegesang und die Gottesdienste seien so angepasst worden, dass es möglichst wenig Bewegung innerhalb der Kirchen gibt.

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"Für Osternachtfeiern werden wir, je nach Entwicklung der Inzidenzwerte, eventuell kurzfristig die Gottesdienstzeiten verändern, wenn die nächtliche Ausgangssperre verhängt wird", sagt Rügamer. Das Klappern beziehungsweise Ratschen an den Kartagen werde in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich geregelt, da das Treffen von Personen aus mehreren Haushalten verboten sei, so der Dekan. 

Pandemie spaltet Stimmung in den Gemeinden

Wegen der Pandemie sei die Stimmung in seinen Gemeinden gespalten. "Es gibt einerseits Menschen, die Angst haben, sich oder andere anzustecken, und deshalb wenig aus dem Haus gehen", sagt Rügamer. Andere hingegen hätten eine große Sehnsucht, die Ostertage in der Kirche mit anderen zu feiern. "Sie empfinden es für sich als ermutigend, wenn zumindest diese gemeinsamen Feiern in der Kirche stattfinden können", ist der Dekan überzeugt. "Es hilft gegen Niedergeschlagenheit, Trostlosigkeit und Depression."

Auch in seiner Gemeinde sei die Stimmung differenziert, sagt Sternagel. Während sich die eine Seite mit strengen Maßnahmen solidarisiere, würden vor allem ältere oder allein stehende Personen unter den Folgen der Pandemie leiden. "Sie sind froh, dass sie im Gottesdienst zumindest andere Leute sehen, auch wenn man nicht groß miteinander kommunizieren kann", berichtet er. Doch auch der jüngeren Generation verlange die Pandemie einiges ab.

"Die Hygienekonzepte sind gut und haben das erreicht, was sie sollen – nämlich Ansteckungen zu verhindern."
Stefan Rügamer, Dekan der Pfarreiengemeinschaft Volk Gottes an Pleichach und Main

Rügamer berichtet, er sei erschrocken gewesen, als die Bitte der Regierung kam, die Ostergottesdienste ausfallen zu lassen. Ihm sei nicht bekannt, das sich ein Gläubiger während eines öffentlichen Gottesdienstes mit dem Virus angesteckt habe. "Die Hygienekonzepte sind gut und haben das erreicht, was sie sollen – nämlich Ansteckungen zu verhindern." Er halte es deshalb für zweckmäßiger, dort nachzubessern, wo die Ansteckungen geschehen.

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