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Veitshöchheim

Digitalisierung im Gartenbau

Der Vorsitzende Reimund Stumpf (li.) bedankte sich zusammenmit dem VEV-Geschäftsführer Dr. Andreas Becker (re.) beim Referenten Sebastian Sauer (Mitte) für dessen Bericht über die Digitalisierung in seinem Obstbau- und Schnittblumenbetrieb. Foto: Peter Schwappach

Bei der Mitgliederversammlung des Verbands Ehemaliger Veitshöchheimer sorgte der Vortrag des Obst- und Zierpflanzenanbauers Sebastian Sauer aus Unterpleichfeld für großes Interesse. Unter dem Thema „Digitalisierung im praktischen Gartenbaubetrieb“ berichtete der Jungunternehmer über diverse elektronischen Anwendungen, mit denen er Arbeitsabläufe vereinfachen und die Qualitätsansprüche seiner Abnehmer leichter erfüllen kann.

Sauer hat nach der Ausbildung zum Landwirt die Technikerschule für Gartenbau in Veitshöchheim besucht und danach noch den Agrarbetriebswirt in Triesdorf draufgesetzt. Er baut in seinem landwirtschaftlichen Betrieb neben der Biomasse für eine Biogas-Anlage noch Himbeeren und Brombeeren, Sonnenblumen als Schnittblumen sowie Pfingstrosen an.

Durch den Beerenanbau in Folientunneln kann Sauer nicht nur deutlich höhere Erträge erzielen als im Freiland. Im geschützten Klima des Tunnels können Nützlinge effektiv zur Schädlingsbekämpfung ausgebracht werden. Zudem werden die Pflanzen über eine elektronisch gesteuerte Tropfberegnung effektiv bewässert. Mit Sensoren wird die Bodenfeuchtigkeit gemessen, um die optimale Wasserversorgung sicherzustellen. Durch die Zugabe von Flüssigdüngern in die Tropfberegnung gelangen die benötigten Nährstoffe zielgerichtet an die Pflanzenwurzeln.

Apps zur Qualitätssicherung

Zusätzlich setzt der Betriebsleiter noch selbst entwickelte Apps zur Qualitätssicherung ein. So arbeitet jeder Pflücker mit einem eigenen Chip und kann seine Ernte individuell verwiegen sowie mit Eingaben auf dem Smartphone Bonituren im Bestand eingeben. Aus diesen Eingaben erfolgt eine auf den Quadratmeter genaue Auswertung des Entwicklungszustands sowie der Erträge einzelner Sträucher. Nötige Pflegemaßnahmen oder Korrekturen können so exakt erledigt werden.

Die Ehemaligen staunten darüber, dass Sauer die Erntehelfer auch fürs Pflücken von überreifen Früchten bezahlt. Diese Früchte werden in einen Extrabehälter gelesen, verwogen und dann entsorgt. Durchs Entfernen dieser Früchte wird verhindert, dass sich die Kirschessigfliege im Bestand etablieren kann. Gleichzeitig kann damit eine Insektizidspritzung gegen den Schädling vermieden werden. Auf die Frage, wie Sauer neue Mitarbeiter findet, verwies er auf die Facebook-Seite des Betriebs mit eigenen Video-Clips zur Mitarbeiterwerbung.

Stabile Mitgliederzahl

Der VEV-Geschäftsführer Dr. Andreas Becker verwies in seinem Geschäftsbericht auf eine stabile Mitgliederzahl. Gut 1 700 Ehemalige Veitshöchheimer zählt der gemeinnützige Verein. Im vergangenen Jahr wurden 59 Projekte, Veranstaltungen und Seminare mit Ausgaben von mehr als 200 000 Euro unterstützt. Ein Teil davon konnte allerdings über Spenden und Verkaufserlöse refinanziert werden. Becker erläuterte, dass der VEV in den letzten zehn Jahren mehr als 400 000 Euro für die Schule und Abteilungen der LWG gesponsert hat.

Von: Peter Schwappach für den  Verband Ehemaliger Veitshöchheimer

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