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Würzburg

Lyrik über die tote Kindheitsfreundin

Rotraud Ries, Amadé Esperer, Maja Andert (v.li.) vor einem Foto von Ludwig Pfeuffer (Jehuda Amichai) und Ruth Hanover.
Rotraud Ries, Amadé Esperer, Maja Andert (v.li.) vor einem Foto von Ludwig Pfeuffer (Jehuda Amichai) und Ruth Hanover. Foto: Maximilian Münzel

Mit einer Lesung zu Jehuda Amichais Kindheitsfreundin Ruth Hanover und der literarischen Verarbeitung ihres Schicksals eröffnete das Johanna-Stahl-Zentrum sein Jahresprogramm 2019. Amadé Esperer, Rotraud Ries und Maja Andert trugen Briefe und Gedichte von und über die „Kleine Ruth“ vor.

Ruth Hanover blieb in Amsterdam zurück

Spätestens seit der Aktion Würzburg liest ein Buch 2018 ist das Werk Jehuda Amichais einem breiten Publikum ein Begriff. Als Beitrag zu dieser Veranstaltungsreihe stellte das Johanna-Stahl-Zentrum 2018 Ruth Hanover und ihre fiktionale Verarbeitung in Amichais Roman „Nicht von jetzt, nicht von hier“ in einer Lesung vor. Während Amichai 1936 als Zwölfjähriger mit seiner Familie nach Palästina auswanderte, blieb die „kleine Ruth“ nach der Emigration im Jahr 1939 alleine in Amsterdam zurück. Von dort wurde sie im Sommer 1943 in das Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen deportiert und umgehend ermordet.

Eingebettet in den historischen Kontext

Ihr Schicksal ließ Amichai nicht mehr los. Die „kleine Ruth“ taucht auch in den Gedichten des wohl bedeutendsten israelischen Lyrikers immer wieder auf. An ihrem Beispiel thematisierte Amichai die Shoa. Diese Gedichte standen im Mittelpunkt der Lesung und waren eingebettet in den historischen Kontext und begleitet von Briefen aus dem kurzen Leben Ruth Hanovers. Dass die Gedichte überhaupt auf Deutsch zu hören waren, ist das Verdienst von Esperer, der die Lyrik Amichais übersetzte und bereits mehrere Bände mit seinen Werken auf Deutsch publizierte. Rotraud Ries hat sich in Zusammenhang mit der letztjährigen Lesung intensiv mit der Biographie Ruth Hanovers auseinandergesetzt und die Briefe neu ediert. Der Band zur letztjährigen Lesung erschien vor kurzem. Musikalisch wurden die verschiedenen Texte vom Duo Rainer Schwander und Bernhard von der Goltz passend begleitet.

Von: Rotraud Ries, Leitung Johanna-Stahl-Zentrum Würzburg

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