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Würzburg

Missionsärztliches Institut kann auch Spanisch

Die Mitarbeiterin des Missionsärztlichen Instituts Hanne Fleischmann erklärt den Schülern aus Madrid die Arbeit mit dem Mikroskop. Foto: Siebold-Gymnasium

Dass es dem Würzburger Missionsärztlichen Institut (MI) problemlos gelingt sich und seine Aufgabenfelder auch spanischen Muttersprachlern zu präsentieren, bewiesen MI-Geschäftsführer Michael Kuhnert und seine Mitarbeiterinnen den Schülern der Fundación Caldeiro aus Madrid, die sich auf Schüleraustausch am Siebold-Gymnasium befinden.

Kuhnert, der selbst neun Jahre in Lateinamerika gelebt hat und nach dort auch weiterhin berufliche und private Kontakte pflegt, ging in seinem spanischsprachigen Vortrag auf die große Kluft ein, die in der medizinischen Versorgung zwischen den reichen Ländern und den Entwicklungsländern herrscht. Seine auf Reisen gemachten Bilder zeigten die teilweise prekäre Situation in Dritte-Welt-Krankenhäusern, die nur knappen Vorräte an eigentlich dringend benötigten Medikamenten, als auch Patienten, die an Infektionskrankheiten wie etwa dem Dengue-Fieber litten.

Behandlung von Tropenkrankheiten

Es sei ein Skandal, so Kuhnert, dass im 21. Jahrhundert noch Menschen an eigentlich behandelbaren Krankheiten sterben, weil für die medizinische Versorgung vor Ort kein Geld vorhanden sei oder weil politische Entscheidungsträger die Existenz von Krankheiten wie Lepra und Chagas in ihrem Land einfach leugneten. Als zentrale Aufgaben der Tropenmedizin des Missio beschrieb Kuhnert die Behandlung von Tropenkrankheiten sowie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Hinzugekommen sei in den letzten Jahren zudem die Migrantenmedizin. Den spanischen Schülern zeigte er Bilder aus der Isolationsstation des Missio, in der auch hoch ansteckende Krankheiten wie Ebola behandelt werden können, sowie von Medizinern, die das An- und Ablegen der Schutzkleidung vor einem Auslandseinsatz übten.

Psychische Erkrankungen in Entwicklungsländern

Nazareth Bonilla Perez, eine aus Granada stammende Psychologin, informierte im zweiten Teil der Veranstaltung ihre Landsleute über psychische Erkrankungen, welche in den Entwicklungsländern besonders problematisch seien, da die Menschen dort überhaupt nicht für psychische Erkrankungen sensibilisiert seien und es zudem auch an geeignetem Fachpersonal fehle, was dazu führe, dass man Kranke in den Dörfern oft einfach an einem Baum anbinde. Zum Abschluss betrachteten die spanischen Schüler die Erreger verschiedener Infektionskrankheiten unter dem Mikroskop. Zu den einzelnen Krankheiten konnten jeweils die die Krankheit übertragenden Tiere (z. B. die Tse-Tse-Fliege bei der Schlafkrankheit) angeschaut werden, aber etwa auch die bei manchen Erkrankungen sich im menschlichen Wirt einnistenden Würmer. Bei ihren Erklärungen betonten die Mitarbeiter des Missionsärztlichen Instituts deshalb die Notwendigkeit, sich bei einer Reise in Risikogebiete entsprechend zu informieren.

Von: Konrad Steinmetz, Siebold-Gymnasium Würzburg

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