Würzburg

Landschaft und Kultur im Würzburger Westen erfahren

Mit seiner Fränkischen Gelbviehherde begrüßte Bio-Landwirt Dieter Kraus-Egbers (Mitte) in Oberaltertheim die Teilnehmer der Biohöfe-Radltour.
Foto: HerBert Ehehalt | Mit seiner Fränkischen Gelbviehherde begrüßte Bio-Landwirt Dieter Kraus-Egbers (Mitte) in Oberaltertheim die Teilnehmer der Biohöfe-Radltour.

Fränkisches Gelbvieh, das genüsslich auf einer saftigen Weide oberhalb von Oberaltertheim grast. Weil es im westlichen Landkreis fast keine Viehhaltung mehr gibt, wirkt die Szene schon fast gestellt. Und doch ist sie Realität im Bioland-Betrieb von Dieter Kraus-Egbers, dem Pionier des Öko-Landbaus im Landkreis Würzburg. Bewundern durften die Szenerie die Teilnehmer der Biohöfe-Radltour. Diese Idylle wie auch der Hofladen „QuerBeet“ zur Selbstvermarktung war aber nur eine von vielen interessanten Stationen bei der Premiere der Rundfahrt, die am Samstag 43 Teilnehmer durch einen Teil der Öko-Modellregion „Waldsassengau im Würzburger Westen“ führte. Und spätestens nach 34 anstrengenden Kilometern auf dem Drahteseln über Berge und Täler war für die Organisatoren und Radler gleichermaßen klar, dass es eine Fortsetzung der informativen Rundreise geben wird, ja geben muss.

Wunderbarer Zen-Garten

Zumindest ansatzweise konnten die Teilnehmer der Biohöfe-Radltour die Gründe kennen lernen, warum auch die Experten im Bayerischen Landwirtschaftsministerium überzeugt waren, den westlichen Landkreises Würzburg als Öko-Modellregion anzuerkennen. Keinesfalls selbstverständlich, wurde diese Anerkennung zwischenzeitlich für weitere drei Jahre verlängert – eine wohltuende Bestätigung des nachhaltigen Umgangs mit Natur und Kultur in einer einzigartigen Landschaft. Darauf verwiesen bei der Rundfahrt stolz Projekt-Manager Jochen Diener mit Allianz-Sprecher und Waldbrunns Bürgermeister Hans Fiederling. Dennoch eher unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit sind im westlichen Landkreis Würzburg auf vielfache Weise besondere Alleinstellungsmerkmale vorhanden: Zum Beispiel der Benediktushof in Holzkirchen als Europas größtes Zentrum für Meditation und Achtsamkeit. Der dortige Zen-Gartens alleine war schon die Anstrengung der Tagesetappe auf zwei Rädern wert.

Biohöfe und Hofläden

Wie der Altertheimer Öko-Pionier Dieter Kraus-Egbers schon vor 36 Jahren erkannte auch die Familie Rappelt-Fiederling in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Helmstadt den Trend biologisch erzeugter Lebensmittel. Erst vor drei Jahren erfolgte durch Junior Bernd Rappelt-Fiederling die Umstellung des vom Vater Albert Rappelt bis dahin konventionell geführten landwirtschaftlichen Betriebs. Der Abstecher der Biohöfe-Radltour in den neuen Hofladen glich wegen des lebendigen Gewusels einem Besuch in einem Bienenstock.

Von kultureller und sogar geschichtlicher Bedeutung ist der Würzburger Westen auch wegen des Schlachtfeldes aus dem Bruderkrieg im Jahr 1866. Auch dem zum Gedenken an die Gefallenen der finalen Schlacht in der Region erstellten Denkmal zwischen Helmstadt und Altertheim galt ein kurzer Besuch der Radler. Für manchen der Teilnehmer war auch das Baudenkmal des„Jagdschlösschen“ am Ahlbachtal-Radweg nahe der Autobahnanschlussstelle Helmstadt neu. Der Barock- und Rokoko-Baumeister Balthasar Neumann war im Jahr 1724 verantwortlich für die Planung und Ausführung zum Bau eines Jagdschlosses im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn.

„Außergewöhnliches Pfund“

Längst auch bundesweit etabliert im Bio-Segment ist der Bioland-Betrieb der „Remlinger Rüben“ von Thomas Schwab in Remlingen. Das vielfältige Angebot aus biologischem Anbau ist auch hier im eigenen attraktiven Bioladen erhältlich. Über welch außergewöhnliches Pfund der westliche Landkreis Würzburg mit der Öko-Modellregion „Waldsassengau im Würzburger Westen“ verfügt, war selbst für manchen der Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Altertheim, Eisingen, Greußenheim, Helmstadt, Hettstadt, Holzkirchen, Kist, Kleinrinderfeld, Neubrunn, Remlingen, Uettingen, Waldbrunn und Waldbüttelbrunn unter den Radlern eine Überraschung.

Auch angesichts der guten Resonanz unter den Teilnehmern der ersten Biohöfe-Radltour sei eine Wiederholung der Route im Herbst zur Erntezeit in Kombination mit Kultur und Landschaft sehr wahrscheinlich, so Projekt-Manager Jochen Diener. Und auch im nächsten Jahr kann sich Allianz-Sprecher Hans Fiederling eine vergleichbare Tour etwa im Bereich Hettstadt, Waldbüttelbrunn und Eisingen vorstellen.

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