WÜRZBURG

Lebensretterin, die Zweite: „Froh, dass ich helfen konnte“

Die schönsten Weihnachtsgeschichten schreibt halt doch das wahre Leben: Bei einem Dankeschön-Essen für zwei Engel hat eine Familie aus dem Landkreis die Lebensrettung ihres Vaters und Großvaters gefeiert.
Schöne, couragierte Lebensretterinnen: Anita Szalai (links) und Hava Bilgic.
Foto: FOTO Thomas Obermeier | Schöne, couragierte Lebensretterinnen: Anita Szalai (links) und Hava Bilgic.

„Richtig ergreifend“ sei die Begegnung gewesen. Das Treffen habe allen Beteiligten „einfach gut getan“, sagt die Tochter. Wie berichtet, haben zwei junge Frauen ihrem 82-jährigen Vater Ende November nach einem Zusammenbruch durch ihr beherztes Eingreifen das Leben gerettet.

 


Einen der beiden Engel, die 18-jährige Zahnarzthelferin Hava Bilgic, hatte die Familie des Rentners, die lieber anonym bleiben möchte, schnell ausfindig gemacht. Die zweite Helferin, die 24-jährige Lehramts-Studentin Anita Szalai, hat sich gemeldet, nachdem sie in der MAIN-POST gesucht wurde.

Die junge Frau, die aus Distelhausen im Main-Tauber-Kreis stammt, ist „überglücklich“, weil sie durch den Zeitungsartikel endlich erfahren hat, dass es dem 82-Jährigen wieder gut geht. Nächtelang habe sie wach gelegen, weil ihr das Schicksal des Rentners nicht aus dem Kopf gegangen sei. „Es gibt da einfach eine emotionale Verbindung.“ Ihre Versuche, in der Uni-Klinik eine Nachricht zu bekommen, schlugen fehl. Dort gibt man nur Angehörigen Auskunft.

Anita Szalai stand am 23. November daneben, als der Rentner in der Kaiserstraße plötzlich das Bewusstsein verlor und auf die Straße stürzte. Die 24-Jährige alarmierte den Notarzt und begann umgehend mit Erster Hilfe. Sie beatmete den Mann, während die 18-jährige Mit-Helferin das Herz massierte. „Ich habe alles so gemacht, wie ich es vor vier Jahren im Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein gelernt habe“, sagt die Studentin. „Ich bin froh, dass ich helfen konnte. Das ging ganz automatisch.“

Lange überlegt habe sie nicht, so die angehende Englisch- und Religionslehrerin. Insofern könne sie gar nicht verstehen, dass Passanten in ähnlicher Situation keine Hilfe leisten – mit der Begründung, sie wüssten nicht, was zu tun ist. Anita Szalai: „Ich habe eher gedacht: Lieber mache ich was falsch, bevor ich gar nichts mache.“ Dem 82-Jährigen hat diese Einstellung das Leben gerettet.

Voll des Lobes über das Engagement der beiden Engel sind viele Leser. Im Internet sprechen auch Experten von einem couragierten Vorgehen, das Schule machen sollte.

 

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!