Randersacker

Lehrpfad "Eßbare Natur": Finanzierung hakt

Der Lehrpfad 'Eßbare Natur' soll unmittelbar an das grüne Klassenzimmer in Randersacker anschließen.
Foto: Antje Roscoe | Der Lehrpfad "Eßbare Natur" soll unmittelbar an das grüne Klassenzimmer in Randersacker anschließen.

Die Randersackerer Grünen haben einen Lehrpfad angestoßen, der die große Vielfalt der "essbaren Natur" aufzeigt – vornehmlich die an Sträuchern und Bäumen. "Mundraub ist im Konzept inbegriffen, Zugreifen erlaubt", stellte Gemeinderätin Hanna Haag das Konzept dem Marktgemeinderat vor. Es hakt allerdings bei der Finanzierung.

"Essbare Natur" ist ein neuer Akzent, passend zu den "Probierbäumen" der ILE Maindreieck, dem Fischlehrpfad, dem grünen Klassenzimmer und der kulinarischen Auszeichnung Randersackers als einer der 100 Genussorte Bayerns. Am Mainradweg soll der Lehrpfad seinen Platz finden, in etwa auf Höhe des Edeka-Marktes. Ein Dutzend Arten Bäume und Sträucher – von den geläufigen wie Birne, Zwetschge, Walnuss und Schlehe bis zu den weniger geläufigen wie Felsenbirne, Kornelkirsche oder Mispel – sollen dort in Gruppen gepflanzt werden. Ein Beerenpfad verbindet sie mit dem grünen Klassenzimmer. Mit Informationen zu den Gewächsen und ihrer Verarbeitung versehen, sollen sie vor allem der Bildung und Naturerfahrung dienen, die die Wertschätzung dieser "Schätze der Natur" fördert, aber auch die Möglichkeit, sie zu nutzen. Gedacht ist an Schilder und QR-Codes. Das Konzept sieht außerdem Verweise auf essbare Beikräuter wie Löwenzahn und Vogelmiere sowie ggf. weiterführend auf die Bewegung mundraub.org vor, eine Internet-Plattform für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften.

Von den Grünen ausgearbeitet

Ausgearbeitet wurde das Projekt von den Grünen, von Linda Altrock-Öhrlein in Absprache mit dem Landschaftsgärtner Eckhard Morat, um die Bäume und Sträucher bestmöglich mit der vorhandenen Natur in Einklang zu bringen. Die Pflege soll mit Patenschaften sichergestellt werden, was Bürgermeister Michael Sedelmayer wichtig ist, der auf die Folgekosten schielt, während Grünen-Fraktionssprecher Stefan Lutz-Simon das "Wir" betont: "Es heißt immer, ‚die Grünen machen‘, aber es ist kein Pfad der Grünen. Es steht uns in Randersacker gut an, das zu haben".  Zwei Hektar Blühwiese wurden dieser Tage bereits vom Bauhof dort ausgesät, womit der Markt Randersacker die seit letztem Jahr neu angelegten Blühflächen auf 3,2 Hektar erhöht hat.

Als das Vorhaben Mitte Dezember dem Marktgemeinderat erstmals von Hanna Haag vorgestellt wurde – mit einer Kostenschätzung von 2800 Euro – war die Begeisterung parteiübergreifend. Doch inzwischen hakt es bei der Finanzierung. Die Kosten waren jetzt mit der dreifachen Summe angegeben worden. Zum einen habe man bei der Größe und Qualität des Vorhabens nachgelegt und die Pflanzung eingerechnet, zum anderen hatte man eine höhere Fördersumme aus dem Regionalbudget erwartet, begründet Lutz-Simon die Kostensteigerung. Mit der Zusage von "nur" 2500 Euro aus dem Regionalbudget verbleiben 5700 Euro, die die Grünen-Fraktion als Unterstützung von der Marktgemeinde beantragte.

Empörung über Kostensteigerung

Im Marktgemeinderat war die anfänglich einhellige Befürwortung da angesichts dieser Kostensteigerung bereits in leichte Empörung über die Verfahrensweise und die Kostensteigerung umgeschlagen. Grünen-Fraktionssprecher Stefan Lutz-Simon argwöhnte: "Es kann nicht an 5700 Euro liegen!" Er könne zeigen, wo im Haushalt Geld zu finden ist. Den anderen Fraktionen war jedoch stark daran gelegen, den außerplanmäßigen Posten nicht ausufern zu lassen. Auch war nicht zweifelsfrei klar, wie hoch die Projektkosten am Ende tatsächlich sein würden, wie es Michael Rost (UWG) bedauerte und Oliver Menz (SPD) so ausdrückte: "Ich weiß nicht, was ungefähr Sache ist".

Mehrfach wurde versichert, dass es ein tolles Projekt sei, aber die Pflanzarbeiten seien als Kostenfaktor mit rund 5000 Euro komplett neu dazugekommen, und die Arbeitszeit ist das, was es teuer macht. "Es ist nicht das Projekt, das wir zuerst besprochen haben", kritisierte Matthias Henneberger (ödp). Sein Vorschlag zielte auf ein gemeinsames Pflanzen als Bürgeraktion: "Ich bin sicher, dass wir das nach Plan können und die Power haben". Von Heiko Lörner (CSU) kam als Rettungsvorschlag die Einteilung in Bauabschnitte. Lutz-Simon zog es vor, den Antrag zurückzuziehen.

Das Wildobst "Schlehe" ist nach dem ersten Frost erntereif.
Foto: Antje Roscoe | Das Wildobst "Schlehe" ist nach dem ersten Frost erntereif.
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