Würzburg

Leserbrief: Eine hanebüchene neue Corona-Maßnahme

Zum Artikel "Gelähmtes Würzburg?" vom 17. April erreichte uns folgender Leserbrief:

Das, was die Bürger Würzburgs in den letzten Wochen geschätzt haben, war der Zugang zu den Geschäften des Einzelhandels mit Mund-Nasen-Schutz, natürlich unter Einhaltung des Abstands und einer zahlenmäßigen Begrenzung je nach Ladengröße. Nun, seit dem vergangenen Mittwoch ist eine zusätzliche Maßnahme dazugekommen, und zwar die Vorlage einer Eintrittskarte = negatives Testergebnis.

Wie hanebüchen diese neue Maßnahme ist, erkennt jeder, der in der Domstraße zwischen den Eingängen von Severin und Kupsch steht. Alle, die sich Lebensmittel etc. kaufen wollen, gehen ohne Kontrolle hinein, nur versehen mit dem Mund-Nasen-Schutz, können drinnen kaum den Abstand von 1,5 Meter einhalten. Eine Ansteckungsgefahr? Mehr als möglich!

Wer aber zum Beispiel dringend Unterwäsche, Socken oder ein Hemd braucht und daher in das andere Geschäft möchte, muss sich zuerst einem Schnelltest unterziehen. Und hier zeigt sich die Unsinnigkeit dieser neuen Maßnahme gegen die Pandemie.

Ziel der Einhaltung der AHA-Regeln ist ja eine mögliche Eindämmung der Weiterverbreitung des Corona-Virus. In das Lebensmittelgeschäft darf jeder mit Mund-Nasen-Schutz. Ob er „negativ“ oder „positiv“ ist, interessiert offensichtlich keinen, wird aber derjenige spüren, der sich im Geschäft bei oft sehr geringen Abständen infiziert.

Dass der Kunde in einem anderen Geschäft einer nahezu Null-Gefahr einer Infektion ausgesetzt ist, wird in Anbetracht der dort vorhandenen Schutzmaßnahmen jedem einleuchten. Dass jetzt zusätzlich ein Schnelltest mit einem negativen Ergebnis vorgelegt werden muss, gleichsam als Eintrittskarte, ist absurd.

Hinzu kommt, dass nach allen wissenschaftlichen Aussagen ein negatives Testergebnis allzu oft ungenau ist, eine geringe Viruslast nicht angezeigt wird, die sich jedoch beim Betroffenen in den nächsten Tagen zu einer schweren Viruslast entwickeln kann. Und davor könnte er bereits in vermeintlicher Sicherheit bei einem „negativen Ergebnis“ andere infiziert haben.

Das im Artikel gezogene Fazit eines Geschäftsinhabers: „Die Kundenfrequenz sei quasi auf Null gesunken, die Leute blieben lieber zuhause“, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit wirtschaftlich sehr „negativ“ auswirken.

József Bogár, 97074 Würzburg

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