Würzburg

Leserforum: Ist Absteigen eine Zumutung?

Zum Artikel "Höhere Bußgelder: Polizei kontrollierte Radler und klärte auf" vom 16. Mai:

Vor etwa drei Wochen fand in der Innenstadt eine Schwerpunktkontrolle bei Radfahrenden mit dem Ziel Prävention und Aufklärung statt. War dies eine gesonderte Reaktion auf den Wunsch des Seniorenbeirats oder wird tatsächlich regelmäßig kontrolliert? Der Effekt dieser Aufklärungsaktion geht jedoch leider wieder gegen Null. Anscheinend geht es nicht ganz ohne Sanktionen.

Ich bin seit Jahren fast täglich in der Fußgängerzone unterwegs. Hier kann sich jeder ein gutes Bild davon machen, was dort Schrittgeschwindigkeit bedeutet. Es sind nicht nur die wenigen Radkuriere, sondern im Regelfall sind Radfahrende doppelt so schnell unterwegs wie die Fußgänger und auch beim Überholen von hinten ist so etwas wie Sicherheitsabstand häufig ein Fremdwort. Selbst bei dichtem Gedränge am Marktplatz, er ist auch Fußgängerzone, muss unbedingt durchgeradelt werden. Absteigen ist offenbar für manche Ritterinnen und Ritter der Pedale eine Zumutung, wofür hat man schließlich eine Klingel.

Die Wege vom Berliner Ring zur Innenstadt gehe ich oft, ohne dass mir extrem holpriges Kopfsteinpflaster aufgefallen wäre. Das Fahren auf Gehsteigen ist nicht nur am Berliner Ring beliebt, sondern auch in der Ludwigstraße. Radfahrende fordern Popup-Radwege ,um in Coronazeiten Abstand halten zu können. Aber selbst beim strengen Lockdown, als nun wirklich kaum Autos unterwegs waren, musste weiter auf dem Gehsteig gefahren werden. Offenbar werden hier Autos für ein größeres Ansteckungsrisiko gehalten als Fußgänger.

Im Rahmen der Verkehrswende werden von allerlei Forderungen vor allem für Radfahrende erhoben, die man als Fußgänger mit viel weniger Vorbehalten unterstützen könnte, wenn sich auch die gar nicht so kleine Minderheit der Radler an die elementarsten Regeln halten würde. Im Übrigen ließen sich bessere Bedingungen für Radfahrer zunächst einfach dadurch schaffen, dass Schutz- und Angebotsstreifen o.ä. verkehrsrechtlich aufgewertet und zu benutzungspflichtigen Radwegen gemacht werden.

Gerhard Schmidt
97070 Würzburg

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