Würzburg

Leserforum: Mehr als nur das ewig gleiche Mantra

Zum Artikel "Fällung von alten Buchen: BN kritisiert Staatsforst" vom 8. Januar, Seite 27, erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

Wieder haben die Bayerischen Staatsforsten (BaySF), diese aus Sicht des Bund Naturschutz (BN) Inkarnation des Bösen, hemmungslos Buchen dahingemeuchelt, des schnöden Mammons wegen, dem niedersten aller Beweggründe. „Zum Haare ausraufen! Vergeblich, all die Liebesmüh!“ - sollte man meinen. Doch nein! Münchhausen gleich reitet uns der lokale BN-Vorsitzende auf einem Buchenstamm keck strahlend entgegen. Fast schon hört man das schenkelklopfende „Denen habe ich es wieder einmal gezeigt!“.

Aber wo bleibt die Antwort auf die Herausforderung der Einbringung verdrängter Lichtbaumarten unter einer dominierenden Schattenbaumart? Wo die Antwort auf die Tatsache, dass nicht bewirtschaftete Wälder um keinen Deut besser den Herausforderungen des Klimawandels begegnen als bewirtschaftete? Ach weg, mit all diesem Zeug! Differenziertheit, komplizierte Details oder gar unangenehme Fakten verwirren nur, langweilen und überfordern.

Hilfreich aber ist das in der Sorge um den Wald nicht. Man würde sich ja wirklich auch einmal freuen, mehr als nur das ewig gleiche Mantra von „Aus der Nutzung nehmen“ zu hören. Nämlich wie Deutschlands Pro-Kopf-Verbrauch von 1,5 Kubikmetern Holz im Jahr, vom Klopapier bis zum Dachstuhl, gedeckt werden soll? Dieses Mal bitte nicht durch das aus der Energiepolitik bekannte Sankt-Florians-Prinzip, indem für jeden in Deutschland nicht eingeschlagenen Baum einer mehr aus Osteuropa oder Sibirien eingeführt wird. Aus Ländern, die von nachhaltiger Forstwirtschaft noch weit entfernt zu sein scheinen.

So lange aber der BN nicht zur konstruktiven, alle Aspekte umfassenden Diskussion bereit ist, so lange gleicht jedes Gespräch dem Versuch von Schafen, mit Wölfen eine Resolution über vegane Ernährung abfassen zu wollen. Der BN-Vertreter bleibt uns auch schuldig, den offenkundigen Widerspruch aufzuklären zwischen der Verdammung der BaySF als Waldverderber einerseits und der Tatsache andererseits, dass im vergangenen Jahr im selben Revier eine Fläche von 510 Hektar als ökologisch besonders wertvoll in einen Naturwald umgewidmet werden konnten.

Da sich Erbgut nur in epischen Zeiträumen anzupassen vermag, genügt es angesichts des um vieles schneller daherkommenden Klimawandels nicht, die Natur sich selbst zu überlassen: „Es ist heute, wo die Zukunft Euren untätigen Händen mißgestaltet entsteigt“. Übrigens: die BaySF bewirtschaften gerade einmal 30 Prozent des Waldes in Bayern; die anderen 70 Prozent sterben aber auch. Fazit: Gezählt – gewogen – für zu leicht befunden, Herr Amrehn.

Wolfgang Haudum

97209 Veitshöchheim

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