Würzburg

Leserforum: Wo bleibt die Vertretung der Fußgänger?

Zum Artikel "Neuer Radverkehrsbeirat tagte zum ersten Mal" in der Ausgabe vom 14. Oktober erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

Es ist durchaus erfreulich, dass der Umwelt- und Klimabürgermeister das Ziel hat, Pkw-Individualverkehr zu reduzieren und Fahrradfahren zu fördern. Wie die täglichen Erfahrungen zeigen, sind Sie dem ersten Ziel leider nur während des strengen Lockdowns nähergekommen. Inzwischen sind wir wieder in der „guten alten Zeit“ angelangt.

Zur Verbesserung der Radlerverkehrs zieht die Stadt offenbar gerne teure Lösungen vor, die aber nur begrenzt angenommen werden. So wird trotz ausgebauter Radachse Röntgen-, Haugerring weiter gerne durch den Ringpark geradelt. Auch die äußeren Radwege am Stadtpark (zum Beispiel Rennweg, Martin-Luther-Straße) erfreuen sich keiner großen Beleibtheit. Lieber rast man durch den Park und fräst zur Abkürzung obendrein noch „Trails“ hinein.

Eine einfache Lösung wäre, alle Schutz- und Angebotsstreifen mit den entsprechenden Zeichen der Straßenverkehrsordnung zu versehen und damit auch benutzungspflichtig zu machen. Dabei müsste im Zweifelsfall zu Wahrung der vorgeschriebenen Sicherheitsabstände – Verstöße werden von der Stadt an vielen Stellen billigend in Kauf genommen – auch der über viele Jahre gehätschelte Autoverkehr ein paar Einschränkungen hinnehmen.

Wie Sie richtig feststellen, polarisiert Radfahren. So nett nun der neue Radbeirat ist, wo beleibt die Vertretung der großen Gruppe der umweltfreundlichsten Verkehrsteilnehmer, der Fußgänger? Ein solcher Beirat könnte dazu beitragen, dass nicht mehr viel zu viele Radler auf Gehsteigen fahren – hier gilt übrigens bereits jetzt absoluter Vorrang für Fußgänger – und sogar Fußgänger zur Seite klingeln.

Er könnte auch dabei helfen, dass in der Fußgängerzone wirksam kontrolliert und auch sanktioniert wird, und nicht nur um die Einhaltung der Regeln gebeten wird. So wie sich viele Radler dort verhalten und mit Minimalabstand von hinten an einem vorbeirauschen, kommt einem das Schild „Gemeinsam achtsam“ wie Hohn vor. Diese derzeitige Handhabung von Kontrollen ist geradezu eine Aufforderung zur Regelverletzung.

Die Stadt sollte einfach erkennen, dass sie Radverkehr nicht fördern kann, ohne Autofahrern zu nahe zu treten. Denn das geht sonst zu Lasten der großen Gruppe der Fußgänger. Andernfalls bewahrheitet sich wieder einmal der Spruch „Wer am lautesten schreit, bekommt am meisten“.

Gerhard Schmidt
97070 Würzburg

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