Würzburg

Mainfranken Theater: Ein Rundgang durch die neuen Werkstätten

Alte Maschinen an neuen Orten - das Mainfranken Theater zieht mit seinen großen Produktionen in die Blaue Halle der va-Q-tec AG. Ein Spaziergang hinter den Kulissen.
Noch herrscht hier Baustelle: Die Blaue Halle der va-Q-tec AG in der Dürrbachau wird künftig Spielort großer Produktionen des Mainfranken Theaters sein. Rechts sieht man die Bühne, im Vordergrund wird gerade die Zuschauertribüne aufgebaut. 
Noch herrscht hier Baustelle: Die Blaue Halle der va-Q-tec AG in der Dürrbachau wird künftig Spielort großer Produktionen des Mainfranken Theaters sein. Rechts sieht man die Bühne, im Vordergrund wird gerade die Zuschauertribüne aufgebaut.  Foto: Silvia Gralla

Der Duft von frischer Farbe liegt in der Luft, es riecht förmlich nach "neu". Violettfarbenes Licht vermittelt eine theatralische Stimmung, die auf die nahe Zukunft in diesen Räumlichkeiten hinweist. Die große Bühne steht bereits und auch die Zuschauertribünen lassen sich schon langsam erahnen. Das, was bisher eine reine Veranstaltungshalle war, wird sich ab der Saison 20/21 in eine neue ungewöhnliche Spielstätte des Mainfranken Theaters verwandeln: die Blaue Halle der va-Q-tec AG in der Dürrbachau. Auch die Theaterwerkstätten ziehen vorübergehend mit um. Anlass ist die aktuelle Sanierung und Erweiterung des Mainfranken Theaters. Und obwohl noch lange nicht alles fertig ist, ließ es sich das Theater nicht nehmen, mit einem Rundgang einen ersten Blick hinter die Kulissen zu gewähren.

3300 Quadratmeter für das künftige Staatstheater

Maske, Malsaal, Requisiten- und Plastikerwerkstatt: Während Theaterbesucher im Grunde nur die Bühne und die Künstler zu sehen bekommen, spielt sich hinter dem Vorhang noch viel mehr ab. Auf einer Gesamtfläche von gut 3300 Quadratmetern richtet das künftige Staatstheater nicht nur Zuschauerflächen ein, sondern auch Arbeitsbereiche für seinen Backstage- und Werkstattbetrieb.

Intendant Markus Trabusch zeigt die künftige Maske. Hier steht bereits schon das Meiste. 
Intendant Markus Trabusch zeigt die künftige Maske. Hier steht bereits schon das Meiste.  Foto: Silvia Gralla

Los geht der Rundgang in der künftigen Maske, die schon so gut wie fertig gestellt ist. "Wir haben das alte Mobiliar mitgenommen und sinnvoll angepasst", erzählt Intendant Markus Trabusch. Gemeinsam mit dem geschäftsführenden Direktor des Theaters, Dirk Terwey, und dem Geschäftsführer der va-Q-tec AG, Joachim Kuhn, führt er an diesem Tag über das Gelände. "In das neue Haus kommen dann aber natürlich ganz neue Möbel", macht Trabusch deutlich. Spiegel, Lampen, Schränke und Sessel stehen schon an Ort und Stelle. Sogar der erste Dienstplan ab September hängt schon an der Wand. Bald schon werden hier die Künstler für die kommenden Produktionen geschminkt und frisiert. 

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Rundgang Theaterfabrik-Werkstätten

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Der vorläufige Spielplan für die kommende Saison

Den Auftakt des Musiktheaters in der neuen Spielzeit macht das einaktige Pasticcio "Der Garten der Lüste" (Premiere 10. Oktober). Es basiert auf Georg Friedrich Händels erstem Londoner Opernerfolg "Rinaldo" aus dem Jahr 1711. Gian Carlo Menottis "Medium", das bereits für die Saison 19/20 geplant war und dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen ist, kommt ebenfalls in einer Adaption für die Theaterfabrik nun in der Spielzeit 20/21 zur Aufführung. Die Kabarettoper "Rufen Sie Herrn Plim!" feiert am 22. November Premiere und ab dem 22. Januar 2021 erwartet das Publikum dann noch ein Musiktheaterabend rund um den "Armen Matrosen" aus der Feder des französischen Komponisten Darius Milhaud.

Hinter dieser Tür befindet sich der Saal mit der Bühne. 
Hinter dieser Tür befindet sich der Saal mit der Bühne.  Foto: Silvia Gralla

Zwölf bis 15 Prozent der Produktionsfläche für das Theater freigeräumt 

Weiter geht der Rundgang. Große und kleine Gemälde, der sanft-stechende Duft von Farbe und Pinsel in allen möglichen Variationen lassen erahnen, in welchem Raum man sich hier befindet: dem Malsaal der Theaterwerkstätten. Hier befand sich vorher ein großes Lager, berichtet Joachim Kuhn. Zwölf bis 15 Prozent der Produktionsfläche von va-Q-tec wurde für das Mainfranken Theater freigeräumt. "Wir sind so dankbar, dies alles nutzen zu dürfen", sagt Dirk Terwey während des Spaziergang hinter den Kulissen. "Das hier ist wirklich ein Glücksfall." Er deutet auf den Boden: "Übrigens, wir stehen gerade auf der Rückseite einer neuen Produktion." Riesige Malplatten liegen umgedreht verteilt auf dem Boden, sie werden zusammengefügt später ein Bühnenbild ergeben. Für welches Stück, möchte Terwey jedoch noch nicht verraten. 

Die vielen Gemälde zeichnen den Malsaal des Mainfranken Theaters aus. 
Die vielen Gemälde zeichnen den Malsaal des Mainfranken Theaters aus.  Foto: Silvia Gralla

Kleines Haus wird im Laufe der Saison in Betrieb genommen

Die nächsten Räume lassen noch nicht viel von der zukünftigen Nutzung verraten. Requisiten, Elektro- und Plastikerwerkstatt müssen noch umziehen und eingerichtet werden. Hier und da lassen sich die Einflüsse des Theaters jedoch schon erkennen. In einem großen Lagerraum stehen sicher verpackt schon die Scheinwerfer für die Bühne. Und auch die Schreinerei scheint einen Platz gefunden zu haben. Fräsmaschinen, Absauggeräte und Sägen stehen schon sicher angeschlossen in einem großen Raum. "Teilweise sind die Räume wesentlich attraktiver als im Bestandsgebäude", sagt Terwey. Und Trabusch fügt an: "Da freuen sich unsere Mitarbeiter schon, hier arbeiten zu dürfen."

Neben dieser zentralen Außenspielstätte des Mainfranken Theaters für voraussichtlich zwei Jahre ist die Bühne des Mainfranken Theaters in der Saison 20/21 auch an bereits etablierten Spielorten anzutreffen: im Ratssaal Würzburg mit dem Schauspielensemble und mit den Sinfoniekonzerten des Philharmonischen Orchesters in der Hochschule für Musik. Außerdem inszeniert das Mainfranken Theater in der bevorstehenden Spielzeit Klassenzimmerstücke, die direkt in den Schulen zur Aufführung kommen. Darüber hinaus wird auch der neue Erweiterungsbau des Theaters mit seinem Kleinen Haus im Laufe der Saison in Betrieb genommen. Mit Beginn der Spielzeit 2022/23 soll das runderneuerte und erweiterte Mainfranken Theater - dann als Staatstheater - komplett fertiggestellt sein.

Über die Theaterfabrik Blaue Halle

Mit der Theaterfabrik Blaue Halle präsentiert das Mainfranken Theater ab der Spielzeit 20/21 für voraussichtlich zwei Jahre eine neue Außenspielstätte im Würzburger Stadtgebiet. Etwa 150 Vorstellungen pro Saison – darunter vor allem große Formate mit Orchester – sollen in der Würzburger Dürrbachau den parallel hinzutretenden Spielbetrieb im neuen Kleinen Haus des Mainfranken Theaters ergänzen, das ebenfalls in der Saison 20/21 eröffnet wird. Ein rollstuhlgerechter Zugang zur Theaterfabrik Blaue Halle, perspektivisch auch wieder ein Cateringservice, rund 300 Parkplätze und die Anbindung mit ÖPNV und Shuttle runden das Angebot der neuen Außenspielstätte ab.
Quelle: Mainfranken Theater

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