Hausen

Malermeister Martin Trageser restaurierte  Madonna mit Jesuskind

Das ehemalige Schwesternhaus in der Fährbrücker Straße in Hausen mit der Hausmadonna im Giebel auf der Westseite.
Das ehemalige Schwesternhaus in der Fährbrücker Straße in Hausen mit der Hausmadonna im Giebel auf der Westseite. Foto: Irene Konrad

Ob Martin Trageser aus Rottendorf jemals ein Maler geworden wäre, wenn er nicht ein Faible für Farben hätte? Und ob ihm eine Madonna an der Fassade eines Hauses in Hausen aufgefallen wäre, wenn er nicht ein Auge für Ästhetik hätte? Weil er zudem ein Herz für das fränkische Brauchtum hat, restaurierte er diese Madonna mit ihrem Jesuskind auf eigene Kosten.

"Ich habe, ehrlich gesagt, gar nicht lang gefragt", gesteht der Malermeister. Seine Mutter wohnt zur Miete im ehemaligen Schwesternhaus in der Fährbrücker Straße. Es ist seit März 2018 nach einem Grundstückstausch mit der Kirchenverwaltung Hausen im Besitz der politischen Gemeinde. Die Madonna habe "recht traurig ihr Dasein" und das sicher nicht erst, seitdem im Mai 2005 die Ritaschwestern ihren Konvent in Hausen aufgelöst haben.

"Mindestens 30 Jahre" sei wohl an der Figur nichts mehr gemacht worden, mutmaßt Martin Trageser. "Die Madonna mit Kind hat mir gleich gefallen", gesteht der Malermeister, der in Rottendorf mit einem Partner den Betrieb "Trageser – mehr als Putz und Farbe" leitet. Sanierungen, Fassadengestaltungen, Renovierungen und Modernisierungen sind sein Metier. Die Restauration von Heiligenfiguren zählt er zu seinen Hobbys.

Chance genutzt

Die Malerfirma in Rottendorf bildet in Zusammenarbeit mit der Don- Bosco-Berufsschule in Würzburg Lehrlinge aus. Zurzeit lernt beispielsweise Denise den Beruf der Bauten- und Objektbeschichterin. In einem Jahr will sie ihre Gesellenprüfung ablegen. Unter fachmännischer Aufsicht lag die Restaurierung der Hausmadonna vor allem in ihren Händen. Denise habe diese Chance des Dazulernens gut genutzt, lobt ihr Chef.

Die Madonna aus Hausen mit dem Jesuskind zu ihren Füßen ist aus Lindenholz und handgeschnitzt. Sie hatte Risse im Holz, Finger waren abgebrochen, und die Krone war nicht mehr vollständig. In der Rottendorfer Werkstatt wurden die Risse mit Holzpaste gefüllt und die fehlenden Teile ergänzt. Nach einer gründlichen Reinigung konnte der Anstrich beginnen.

Dem Wetter ausgesetzt

"Die Farben richten sich immer nach dem ersten Anstrich", erklärt Martin Trageser. Die Hausener Madonna habe einen klassischen hellblauen Mantel, ein rosafarbenes Unterkleid  und eine goldene Krone gehabt. In der Werkstatt wurde die Lindenholzfigur mit wetterfesten Keimfarben neu gestrichen. Auf der Westseite des ehemaligen Schwesternhauses ist sie Frost, Regen und Sonne ausgesetzt.

Im Zuge der Renovierungsmaßnahme hat Malermeister Trageser auch die Nische neu gestrichen und Karl Erwin Rumpel kümmerte sich darum, dass die elektrischen Strahler wieder einwandfrei funktionieren. Martin Trageser schätzt, dass die Arbeiten einschließlich des Aufbaus und Abbaus des Gerüstes einen Auftragswert von 2500 Euro gehabt hätten.

"Ich habe die Renovierung gern unentgeltlich gemacht und hoffe, damit ein Stück Kulturgut zu erhalten", sagt der Rottendorfer Geschäftsmann. Er ist überzeugt, dass es in der Fährbrücker Straße deswegen so viele Hausmadonnen gibt, weil hier früher die Wallfahrer zur nahen Marienwallfahrtskirche durchgekommen sind.

Im Zusammenhang mit der Renovierung der Holzmadonna am ehemaligen Schwesternhaus habe er übrigens eine zweite Hausmadonna in der Fährbrücker Straße renoviert. Das war ein Auftrag einer hochbetagten Besitzerin.  Bei dieser Gipsfassung frischte die Firma mit Acryllack auf Wasserbasis die Farben auf. Die kleine Figur sei mehrfach übermalt gewesen. Weil sie hinter einem Glasfenster steht, habe diese Madonna aus Gips zum Glück kaum Schäden gehabt.

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