Margetshöchheim

Margetshöchheim: Erste virtuelle Bürgerversammlung geht auf Sendung

Überall im Landkreis werden Bürgerversammlungen abgesagt oder verschoben. In Margetshöchheim wurde jetzt ein neues Modell erprobt. Wie es bei den Bürgern ankam.
Bürgermeister Waldemar Brohm war live auf Sendung bei der virtuellen Bürgerversammlung in Margetshöchheim.
Foto: Marcel Dinkel | Bürgermeister Waldemar Brohm war live auf Sendung bei der virtuellen Bürgerversammlung in Margetshöchheim.

"Sowas kennt man eigentlich nur aus dem Fernsehen", sagt Waldemar Brohm. Der Rathauschef aus Margetshöchheim und seine Kollegen Norbert Götz und Verwaltungsleiter Roger Horn kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus: Große Bildschirme, Kameras, Mikrofone und helles Scheinwerferlicht haben den früheren Sitzungsaal im Rathaus mittlerweile in ein fernsehtaugliches Studio verwandelt. Kabel verlaufen quer durch den Saal und führen zu einem langen Mischpult, an dem zwei junge Herren sitzen.

Die Firma Eventstar aus Bamberg kümmerte sich um die Technik bei der virtuellen Bürgerversammlung. Daniel Haderlein am Mischpult und Benjamin Gottwald im Hintergrund.
Foto: Marcel Dinkel | Die Firma Eventstar aus Bamberg kümmerte sich um die Technik bei der virtuellen Bürgerversammlung. Daniel Haderlein am Mischpult und Benjamin Gottwald im Hintergrund.

Sie heißen Benjamin Gottwald und Daniel Haderlein von der Firma Eventstar und sorgen dafür, dass technisch heute alles funktioniert. Anstatt schlicht auf die eigenen Laptops zurückzugreifen, hat sich die Gemeinde Hilfe von der professionellen Veranstaltungsfirma aus Bamberg geholt. "Wir haben uns auf die Durchführung solcher Live-Streams spezialisiert", erzählt Daniel Haderlein, während er ein paar letzte Handgriffe an einer Kamera tätigt. "Wir sind entspannt und auf alles vorbereitet." Sorgen bereite ihm manchmal nur die Technik bei den Bürgern Zuhause.

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Trotz ungewöhnlichem Format ist der Ablauf wie gewohnt

Kurz vor 19 Uhr noch ein schneller Mikrofoncheck und schon zählt die Regie runter: "Wir sind live in drei, zwei, eins und los". Showmaster Brohm begrüßt die von zu Hause aus zugeschalteten Teilnehmer: "Herzlich Willkommen zur ersten digitalen Bürgerversammlung". Der Ablauf ist trotz ungewöhnlichem Format wie gewohnt. Zuerst Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt: hier verzeichnet die Gemeinde 162 Zuzüge und kann sich damit an einer leichten Steigerung auf insgesamt 3314 Bürger erfreuen. Der Moderator untermalt die grauen Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Gemeinde mit bunten Schaubildern.

Bei den Finanzen kann sich die Gemeinde ebenfalls an einer guten Entwicklung erfreuen: Gegenüber dem Vorjahr konnten 80 000 Euro Schulden abgebaut werden. Der Schuldenstand im Jahr 2020 betrage so noch insgesamt 748 024 Euro. Bei der Verschuldung liegt Margetshöchheim mit vergleichbaren Gemeinden damit unter dem landes- und bundesweiten Niveau.

Nach der eher unspektakulären Haushaltsvorstellung lenkt Moderator Brohm die Aussicht auf zukünftige Projekte der Gemeinde. Hier sind vor allem die anstehende Generalsanierung der Schule oder der Neubau des Mainstegs mit Mainlände zu nennen.

Fragerunde per Mikrofon

"Mittlerweile haben sich 65 Personen zugeschalten", freut sich Nobert Götz, zweiter Bürgermeister der Gemeinde. Bei den Live-Veranstaltungen in der Margaretenhalle seien es zwar immer um die Hundert bis 120 Teilnehmer, doch für das erste Mal sei das ein Erfolg. Und den Margetshöchheimern scheint zu gefallen, was sie sehen: Denn bis zum Ende bleibt die Teilnehmerzahl unverändert.

Von links: Benjamin Gottwald (Eventstar), erster Bürgermeister der Gemeinde Margetshöchheim Waldermar Brohm (CSU), zweiter Bürgermeister Norbert Götz (CSU), Verwaltungsleiter Roger Horn und dritte Bürgermeisterin Christine Haupt-Kreutzer (SPD) stehen für ein abschließendes Gruppenbild mit Abstandsregelungen zusammen.
Foto: Marcel Dinkel | Von links: Benjamin Gottwald (Eventstar), erster Bürgermeister der Gemeinde Margetshöchheim Waldermar Brohm (CSU), zweiter Bürgermeister Norbert Götz (CSU), Verwaltungsleiter Roger Horn und dritte Bürgermeisterin ...

Anschließend kommt es zur Fragerunde der Bürger. Hier findet die Kommunikation vor allem über den Chat statt. Pünktlich zur Primetime um 20.15 Uhr meldet sich dann der erste Bürger per Mikrofon zum Thema alternative Streumittel auf den Straßen zu Wort. Höhepunkt des Abends stellt der erste via Zoom eingereichte Antrag einer Bürgerin dar, welcher das Anlegen von Steingärten zugunsten der Artenvielfalt zukünftig einschränken soll. "Der Antrag ist hiermit eingereicht. Der Gemeinderat wird sich dann im kommenden Jahr damit beschäftigen", verspricht Brohm.  

Mit seinen letzten Worten dankt der Bürgermeister allen beteiligten und zieht das Fazit aus der Veranstaltung: "Solche digitalen Übertragungen werden uns mit Sicherheit auch bei zukünftigen Bürgerversammlungen begleiten". Die Reaktionen im Chat bestätigen die Annahme des Bürgermeisters. Bis auf das ein oder andere Problem mit dem Mikrofon, waren alle beeindruckt von der virtuellen Veranstaltung.

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