Mein Montag: Led Zeppelin auf der Baum-Bühne

Wird spannend diese Woche. Wird das große Rama dama, das uns schon vergangenen Montag beschäftigte, weitergehen? Rama dama ist altbayerisch und heißt „aufräumen tun wir“, was letzte Woche ausgiebiger geschah als gedacht. Allerdings nicht bei der Räumung der Krähennester in der Erthalstraße, wo man den Rabenvögeln ihre Nistplätze nahm. Weil ihre Fortpflanzung Schmutz und Lärm verursacht – wobei Lärm beim Vermehren von Lebewesen so untypisch nicht ist.

Überraschenderweise wurden nur die Nester von den Bäumen geholt. Es hätte nicht verwundert, wenn das Gartenamt die Bäume gleich mitabgeräumt hätte. Denn Baumfällen hat in der Stadt Tradition, die man umgehend pflegte und die vier Kugelahorn-Bäume in den Sitzwarzen am oberen Markt absäbelte. Angeblich waren sie krank. Nein, nicht die Sitzwarzen. Und weil die Motorsäge so schön am Laufen war, ging's kurz darauf am Kranenkai weiteren elf Bäumen an die Krone.

Auch die Stadträte wollten einen Rama-dama-Beitrag leisten und rasierten den bärtigen Citymanager, bevor er im Sanierungs- und politischen Krisengebiet Kaiserstraße Wurzeln schlagen konnte: Man verzichtet auf seine weitere Mitarbeit, aus bislang unbekannten Gründen. „Bauernopfer“ im Gezänk zwischen dem spaßfreien OB und der „Würzburg macht Spaß“-Truppe, urteilen die einen. Während andere mutmaßen, der Mann habe sich ins Aus geplant, weil er in der Kaiserstraße Bäume pflanzen wollte.

Rama dama machte auch Ikea mit seinen pferdelastigen Fleischpflanzerln namens Köttbullar. Eine Panne, die sich die Schweden hätten ersparen können. Was verkaufen sie auch plötzlich Fertigprodukte? Die Schrauberkundschaft hätte schon beim Köttbullar-Zusammenbasteln gemerkt, dass zum Bausatz ägg (Ei) mit lök (Zwiebel) das beiliegende häst (Pferd) nicht passt.

Am Freitag ist Internationaler Frauentag und wir wissen nicht, was Frau da wieder reitet. Möglicherweise nimmt das die eine oder andere zum Anlass für ein bisschen rama dama – und räumt den Mann aus ihrem Leben. Oder zumindest aus der Wohnung. Samt seinen alten Led Zeppelin-Platten, womit wir einen krampfhaften wie genialen Übergang hingekriegt hätten.

Denn angeblich gibt es Anzeichen, dass die legendäre Rockgruppe noch mal auf Tournee geht. Dadurch wäre ein Auftritt in Würzburg quasi vorprogrammiert. Bei seinem Konzert im vergangenen Hafensommer erfreute uns Led Zeppelin-Bassist John Paul Jones zwar mit der Kunde, dass er in Würzburg einst in den Kindergarten gegangen sei. Mit seinem experimentellen Klangspiel enttäuschte er aber etliche „stairway to heaven“-verwöhnte Zuhörer sowie Muchtar Al Ghusain.

Der Kulturreferent meinte allerdings, die ungewohnten Töne könne man nicht dem Veranstalter Stadt anlasten. Vielmehr mache sich wohl „der Herr Jones seinen Ruf kaputt“. Jones soll auch sehr geknickt gewesen sein. Und plant mit seinen Kumpels Jimmy Page und Robert Plant bestimmt schon an einer Wiedergutmachung in seiner Kindergartenstadt. Woran der Auftritt beim Hafensommer noch scheitern könnte? Wenn Led Zeppelin als Bühnendeko Bäume haben will.

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