Würzburg

Ministerin Trautner: "Unsere Familien sind für mich das Wertvollste"

Wie hart es Eltern gerade im Lockdown trifft, hat unsere Autorin in einem Samstagsbrief an Carolina Trautner beschrieben. Nun kam die Antwort der Familienministerin.
Carolina Trautner (CSU) ist die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales.
Foto: Peter Kneffel, dpa | Carolina Trautner (CSU) ist die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales.

Liebe Frau Back,

herzlichen Dank für den Brief und die offenen Worte. Ihre Sorgen und Nöte sowie ihre konstruktiven Hinweise sind auch bei mir direkt auf verschiedenen Wegen in unzähligen Zuschriften angekommen. Auch dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Ich will Diskussionen beginnen, nicht beenden.

Sie können versichert sein, dass ich Ihre Eindrücke auch weiterhin in meine tägliche Arbeit mitnehme, weitertrage und in die Entscheidungen, die Sie betreffen, einfließen lasse. Kinder brauchen Kinder, Eltern brauchen Kinderbetreuung und das pädagogische Personal braucht Schutz. Diese berechtigten Anliegen zu erfüllen, bleibt das Ziel.

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Bei unseren Entscheidungen haben wir es tagtäglich mit Kompromissen zu tun, die angesichts der dynamischen Entwicklungen beim Infektionsgeschehen, neuer medizinischer Erkenntnisse und wertvoller Erfahrungen gerade aus der Praxis immer wieder aufs Neue gemeinsam ausgehandelt werden müssen. So kann ich die von Ihnen beschriebene Situation mit Kinderbetreuung bei gleichzeitiger Videokonferenz sehr gut nachvollziehen. Im Homeoffice muss ein konzentriertes Arbeiten möglich sein.

Deswegen haben wir im Gegensatz zum Frühsommer 2020 auch bewusst auf systemrelevante Gruppen bei der Kinderbetreuung verzichtet. Jeder, der die Betreuung auf gar keine andere Weise sicherstellen kann, hat Anspruch auf Notbetreuung. Parallel dazu ermöglichen wir wie im Frühsommer wechselseitige, privat organisierte, feste und unentgeltliche Eltern-Betreuungsgruppen mit Kindern aus höchstens zwei Hausständen. Mir ist bewusst, dass dies nicht jeder Lebenssituation gerecht wird. Aber zumindest zwei Familien können sich so gegenseitig unterstützen, damit ein paar Stunden konzentriertes Arbeiten möglich ist, ob im Homeoffice oder im Betrieb.

"Kinder brauchen Kinder, Eltern brauchen Kinderbetreuung und das pädagogische Personal braucht Schutz."
Carolina Trautner, Familienministerin

Unsere Erfahrungen der letzten Wochen sind, dass mit der Notbetreuung verantwortungsvoll umgegangen wird, trotz aller regionaler Unterschiede, die wir weiterhin sehr genau beobachten. Unser pädagogisches Personal in den Kindertageseinrichtungen leistet Herausragendes. Mich beeindruckt dieses Engagement und die Bereitschaft, in diesen schwierigen Monaten sich so liebevoll um unsere Kinder zu kümmern. Unsere Kita-Landschaft ist bunt und vielfältig und wird den individuellen Lebensentwürfen gerecht. Diesen Schatz will ich erhalten und weiterentwickeln. Wir erarbeiten gerade Konzepte, um die Erzieher-Ausbildung zu stärken und attraktiver zu machen. Wir wollen das gemeinsam angehen und dabei die Beteiligten vor Ort mit einbinden. Es gibt so viele gute Beispiele aus der Praxis, auf denen wir aufbauen können!

Unsere Familien sind für mich das Wertvollste, was wir haben. Ich weiß, dass es gerade eine sehr schwierige Zeit ist. Der Impfstoff ist ein Licht am Ende des Tunnels. Sobald Öffnungen wieder möglich sind, stehen für mich die Kindertageseinrichtungen an erster Stelle.

Ihre Carolina Trautner

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