Bergtheim

Miteinander durch schwierige Zeiten

Wegen der Corona-Pandemie waren die vergangenen Monate für viele Menschen schwierig. Etliches wurde auf den Kopf gestellt. Andererseits gab es viel Engagement und spontane Hilfsbereitschaft. Das haben die Frauen und Männer des Ökumenischen Helferkreises Asyl in Bergtheim erfahren. Normalerweise organisieren sie Hilfe für die Flüchtlinge in der dezentralen Unterkunft. Diesmal überraschten die Flüchtlinge mit ihren Hilfsaktionen.

Um die Freizeit während seiner Kurzarbeit sinnvoll zu nutzen, nähte ein Flüchtling ehrenamtlich über 200 Alltagsmasken. Die konnte das Seniorenzentrum in Würzburg im März und April dringend brauchen und nahm sie dankend entgegen. Ein weiterer junger Flüchtling aus Syrien nutzte seine gewonnenen Fähigkeiten während der Ausbildung zum Altenpfleger. Er meldete sich als freiwilliger Helfer, um in Würzburg ehrenamtlich in der Pflege auszuhelfen. „Wir müssen jetzt alles tun, um gegen Corona zu kämpfen. Eine Hand alleine klatscht nicht“, war seine Begründung.

Manchmal waren die Ausgangsbeschränkungen für das Engagement der Helfer im Asylhelferkreis eine besondere Herausforderung. Weil die Regierung von Unterfranken für die Gemeinschaftsunterkunft ein absolutes Besuchsverbot verordnet hatte, waren Sprachkurse und Nachhilfe für die Kinder nicht möglich. Dennoch gab es andere Aufgaben, denn durch das Corona-Virus waren ja nicht auf einmal alle anderen Probleme des Lebens verschwunden.

So hatte eine Familie schon vor den Ausgangsbeschränkungen eine eigene Wohnung gefunden und durfte zum 1. April ausziehen. Doch wie den Umzug stemmen, wenn Fremde die Unterkunft nicht betreten dürfen und ein direkter Kontakt vermieden werden muss? Die Lösung in diesem Fall war, dass die ehrenamtlichen Helfer einen VW-Bus vor die Unterkunft stellten. Dann warteten sie mit dem gebotenen Abstand, bis die Mutter und ihre beiden Kinder (14 und 9 Jahre alt) ihr Hab und Gut selbst hinuntergetragen und in den Transporter geladen hatten. Dann fuhren die Helfer allein los und trugen alles in die neue Wohnung.

Nachhilfe für das Homeschooling konnte für geflüchtete Familien nur im Garten stattfinden. Zum Arzt wurde eine hochschwangere Mama mit Mundschutz gefahren. Hier bewährte sich die enge Kooperation mit der Nachbarschaftshilfe in Bergtheim. Eine Fahrt in die Klinik am Feiertag Christi Himmelfahrt übernahm diese Gruppierung im Dorf.

Bei manchen Problemen konnten die Helfer keine Lösung finden. Bei der Wohnungssuche etwa sind sie auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Familien, die das Asylverfahren durchlaufen haben, dürfen als anerkannte Flüchtlinge ausziehen. Oft kann eine Familie erst in einer eigenen Wohnung zusammengeführt werden.

Bis die Familie durch eigene Arbeit so viel verdient, dass sie selbstständig leben kann, bezahlt das Jobcenter die Miete, gern auch direkt auf das Konto des Vermieters. Für fünf Personen sind bis zu 105 Quadratmeter Wohnraum und 792 Euro Warmmiete zulässig. Bei den Kontakten zwischen Vermieter, Mieter und Jobcenter unterstützt die Wohnraumvermittlung „Fit for move“ vom Landkreis Würzburg. Auch die Caritas hilft Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind.

Vielleicht könnte manch leerstehendes Haus wieder mit Leben und Kinderlachen erfüllt werden. Der Ökumenische Arbeitskreis Asyl in Bergtheim würde sich freuen, wenn sich Menschen bei ihnen melden, die eine Wohnung vermieten können. Kontaktperson ist Marion Hammer, die Koordinatorin im Asylhelferkreis. Ihre E-Mail lautet: marion.hammer@gmx.net.

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