Würzburg

Mittlerer Schulabschluss: Wie liefen die Prüfungen in der Region?

Abschlussprüfungen unter Corona-Bedingungen: Was an Real- und Mittelschulen die Herausforderungen waren und wie es um die Zukunft der Absolventen bestellt ist.
Abschlussprüfung zu Zeiten von Corona: In den Klassenzimmern der Wolfskeel-Realschule in der Lindleinsmühle stehen die Tische auf Abstand. Abschlussprüfungen wurden in externen Räumen geschrieben.
Abschlussprüfung zu Zeiten von Corona: In den Klassenzimmern der Wolfskeel-Realschule in der Lindleinsmühle stehen die Tische auf Abstand. Abschlussprüfungen wurden in externen Räumen geschrieben. Foto: Johannes Kiefer

"Zu Beginn der Corona-Zeit gab es Befürchtungen, dass eine gute Prüfungsvorbereitung nicht gewährleistet wird – sowohl bei Eltern und Schülern als auch bei den Lehrkräften", sagt Ingolf John, Schulleiter der Wolffskeel-Realschule in Würzburg. Auch in Mittel- und Realschulen machten sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie bemerkbar. Unterricht fiel aus, fand digital statt und Abschlussprüfungen standen auf der Kippe.

"Das Ministerium habe jedoch eine gute Regelung gefunden", so John. Letztlich wurden die Prüfungen verschoben und intensiver Unterricht in kleineren Gruppen abgehalten. Was bei den Prüfungen am Ende rauskommt, kann der Schuleiter natürlich nicht sagen. "Aber die Vorbereitung war nicht schlechter als in den vergangenen Jahren, vielleicht sogar besser", so John.

"Aber die Vorbereitung war nicht schlechter als in den vergangenen Jahren, vielleicht sogar besser."
Ingolf John, Schulleiter Wolffskeel-Realschule Würzburg

Für die 16-jährige Julia Wendel, die in Thüngersheim wohnt und ihren Abschluss an der Johann-Glauber-Realschule in Karlstadt macht, lief die Prüfungsvorbereitung gut. "Durch die Schulschließung hatte ich mehr Zeit zum Lernen daheim und in der Schule wurden dann nur die Hauptfächer unterrichtet", so die Schülerin. Die schriftlichen Abschlussprüfungen hat Wendel bereits absolviert, ihre Gefühle dazu seien jedoch gemischt.

Prüfung in Corona-Zeiten ist auch eine psychische Belastung für Schüler

"Die Prüfungen mussten entsprechend den Hygiene-Vorgaben angepasst werden, hier ist vor allem der Mindestabstand zu nennen", sagt Karlheinz Lamprecht, Ministerialbeauftragter für Realschulen in Unterfranken. Dies führte unter anderem dazu, dass die Prüfungen in kleineren Gruppen oder externen Räumen stattfanden.

Die Frage zu den zu erwartenden Leistungen kann auch er nur schwer beantworten. "Wir haben uns viel Mühe gegeben, die Schüler gründlich vorzubereiten", so Lamprecht. Die Corona-Pandemie sei für viele Schüler aber auch psychisch belastend und das könne einen Einfluss auf Prüfungsergebnisse haben. Aber die Lehrkräfte hätten ihr Bestes gegeben, um den Schülern Rückhalt zu bieten.

In den Klassenzimmern der Wolffskeel-Realschule wird auf Hygiene-Regeln geachtet: Schilder in den Räumen weisen darauf hin.
In den Klassenzimmern der Wolffskeel-Realschule wird auf Hygiene-Regeln geachtet: Schilder in den Räumen weisen darauf hin. Foto: Johannes Kiefer

Offizieller Entlassungstermin der Absolventen ist der 24. Juli. Die Zeugnisübergabe an der Wolffskeel-Realschule wird mit Schülern und Lehrkräften veranstaltet – Eltern sind nicht geladen. Laut Schulleiter sei eine interne Feierstunde geplant. "Anschließend geben wir Lehrkräften und Schülern den Freiraum, sich voneinander zu verabschieden", so John.

"Wir möchten auf jeden Fall im kleinen Kreis feiern, der Abschied von den Klassenkameraden ist uns wichtig."
Julia Wendel, Realschulabsolventin aus Thüngersheim

Trotz fehlender großer Veranstaltung mit Familie und Freunden möchten die Schüler ihren Abschluss zelebrieren. "Wir möchten auf jeden Fall im kleinen Kreis feiern, der Abschied von den Klassenkameraden ist uns wichtig", so Wendel. 

Es stellt sich auch die Frage der Perspektive nach dem Abschluss

Neben dem bevorstehenden Schulabschluss beschäftigt die Schüler natürlich auch ihre Zukunft. Wendel hat bereits einen Ausbildungsplatz zur Diätassistentin am Universitätsklinikum Würzburg. Zwar fragt sie sich, ob es dabei Einschränkungen durch die Corona-Pandemie geben wird, dennoch ist sie sich sicher, die richtige Berufswahl getroffen zu haben. 

Lukas Kagerbauer, Bereichsleiter Berufsausbildung der IHK Würzburg-Schweinfurt, merkt an, dass noch nicht so viele Ausbildungsverträge eingereicht wurden wie das in den Vorjahren der Fall war. "Wenn man über die Ausbildung spricht, dann ist es so, dass viele Betriebe aktuell noch auf Sicht fahren." Das läge zum einen daran, dass Betriebe durch Corona, Lockdown und Kurzarbeit auch mit anderen Themen beschäftigt waren. "Zum anderen agieren die Bewerber noch sehr zurückhaltend", darin sieht Kagerbauer auch das Hauptproblem. Ein Grund für die Zurückhaltung seien auch die verschobenen Abschlussprüfungen. 

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist da

Trotz Rückgang der Ausbildungsangebote und Bewerbungen seien keine Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst worden und auch die Chancen auf Übernahme im Betrieb stünden sehr hoch. "Deshalb steht es um die Zukunft der Absolventen gar nicht schlecht", meint Kagerbauer.

"Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist da", weiß der Bereichsleiter. Das zeigten auch die Ausbildungsmarktzahlen der Agentur für Arbeit: In Bayern seien immer noch 1,8 Stellen für einen unversorgten Bewerber verfügbar. "Und deshalb ist unser Appell dahingehend gerichtet, keine Angst vor der Bewerbung zu haben", so Kagerbauer. Die Betriebe bräuchten Auszubildende in fast allen Bereichen.

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