Monument mit Geschichte

Die Frühlingssonne wärmt den Jüngling auf dem Stier, der unterhalb der Neuen Mainbrücke sein Dasein fristet. Das Monument hat eine fragwürdige Geschichte.
Monument mit Geschichte       -  Ochsenfurt (meg)   Die Frühlingssonne wärmt den Jüngling auf dem Stier, der unterhalb der Neuen Mainbrücke sein Dasein fristet. Das Monument hat eine fragwürdige Geschichte. Entworfen hat es der Bad Godesberger Kunstprofessor Willy Meller für das Seebad Prora, eine monumentale Ferienanlage der Nazi-Organisation „Kraft durch Freude“ auf der Ostsee-Insel Rügen, ein Ausdruck des Größenwahns des Hitler-Regimes. In den Jahren 1938 und 1939 hat der Bildhauer Wilhelm Ax das Monument im Ochsenfurter Steinwerk Krämer aus fränkischem Muschelkalk gefertigt. Der Stier sollte aus dem Wasser eines riesigen Schwimmbeckens aufsteigen. Deshalb wurde sein Hinterteil nicht vollständig ausgeführt. Die Bauarbeiten an der Ferienanlage wurden nach Kriegsbeginn eingestellt. Die fertigen Teile des über vier Kilometer langen Monumentalbaus dienten fortan militärischen Zwecken. Ein zweites Standbild mit einer Jungfrau auf einem Pferd wurde nie vollendet. Beim Bau der Neuen Mainbrücke 1954 erinnerte man sich der versandfertig eingelagerten Einzelteile und baute das Monument unterhalb der Brücke auf. Seitdem gab die Skulptur Anlass für die verschiedensten Spekulationen. Mit dem Namensgeber der Stadt hat das rund 50 Tonnen schwere Werk aber gewiss nichts zu tun.
Foto: FOTO Gerhard Meissner | Ochsenfurt (meg) Die Frühlingssonne wärmt den Jüngling auf dem Stier, der unterhalb der Neuen Mainbrücke sein Dasein fristet. Das Monument hat eine fragwürdige Geschichte. Entworfen hat es der Bad Godesberger Kunstprofessor Willy Meller für das Seebad Prora, eine monumentale Ferienanlage der Nazi-Organisation „Kraft durch Freude“ auf der Ostsee-Insel Rügen, ein Ausdruck des Größenwahns des Hitler-Regimes. In den Jahren 1938 und 1939 hat der Bildhauer Wilhelm Ax das Monument im Ochsenfurter Steinwerk Krämer aus fränkischem Muschelkalk gefertigt. Der Stier sollte aus dem Wasser eines riesigen Schwimmbeckens aufsteigen. Deshalb wurde sein Hinterteil nicht vollständig ausgeführt. Die Bauarbeiten an der Ferienanlage wurden nach Kriegsbeginn eingestellt. Die fertigen Teile des über vier Kilometer langen Monumentalbaus dienten fortan militärischen Zwecken. Ein zweites Standbild mit einer Jungfrau auf einem Pferd wurde nie vollendet. Beim Bau der Neuen Mainbrücke 1954 erinnerte man sich der versandfertig eingelagerten Einzelteile und baute das Monument unterhalb der Brücke auf. Seitdem gab die Skulptur Anlass für die verschiedensten Spekulationen. Mit dem Namensgeber der Stadt hat das rund 50 Tonnen schwere Werk aber gewiss nichts zu tun.

Entworfen hat es der Bad Godesberger Kunstprofessor Willy Meller für das Seebad Prora, eine monumentale Ferienanlage der Nazi-Organisation „Kraft durch Freude“ auf der Ostsee-Insel Rügen, ein Ausdruck des Größenwahns des Hitler-Regimes. In den Jahren 1938 und 1939 hat der Bildhauer Wilhelm Ax das Monument im Ochsenfurter Steinwerk Krämer aus fränkischem Muschelkalk gefertigt. Der Stier sollte aus dem Wasser eines riesigen Schwimmbeckens aufsteigen.   Deshalb wurde sein Hinterteil nicht vollständig ausgeführt. Die Bauarbeiten an der Ferienanlage wurden nach Kriegsbeginn eingestellt. Die ...

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