Würzburg

Moz-Areal: Würzburger Streetart erinnert an Hiroshima

Am 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima wurde an der Mozartschule ein großes Wandgemälde als Symbol für den Frieden und gegen Atomwaffen eingeweiht.
Greenpeace enthüllte das Wandgemälde auf dem Areal der Mozartschule am Jahrestag des Atombombenangriffs auf Hiroshima.
Greenpeace enthüllte das Wandgemälde auf dem Areal der Mozartschule am Jahrestag des Atombombenangriffs auf Hiroshima. Foto: Silvia Gralla

Das Kunstwerk hat nichts mit der anstehenden Sanierung der Mozartschule zu tun: Ein großflächiges Streetart-Gemälde auf der Mittelfassade des Hufeisen-Trakts an der Hofstraße soll an den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren erinnern.

Zusammen mit der Greenpeace-Ortsgruppe Würzburg wollen die beiden Künstler Andreas Demko und Daniel Ebert mit dem knapp 50 Quadratmeter großen Kunstwerk, in das auch die Eingangstür zum Moz-Foyer integriert ist, ein Zeichen für den Frieden und gegen Atomwaffen setzen. Auf den Tag genau 75 Jahre nach dem Abwurf der Atombombe "Little Boy" über der japanischen Stadt Hiroshima wurde das Wandgemälde offiziell eingeweiht.

"Gipfel der menschlichen Grausamkeit"

Die Atombombenangriffe auf Hiroshima am 6. und auf Nagasaki am 9. August kosteten mehr als 200 000 Menschen das Leben. Greenpeace-Sprecher Emanuel Böhlert sprach von einem "traurigen Gipfel der menschlichen Grausamkeit." Auf dem Streetart-Kunstwerk ist die Hiroshima-Überlebende Sadako Sasaki zu sehen, die Papierkraniche faltet. Aus den Origami-Vögeln werden im Flug quer über die Moz-Fassade echte Kraniche, die als Symbol für eine friedliche Zukunft in Richtung der aufgehenden Sonne fliegen.

Das neue Wandgemälde befindet sich im Hof des Mozartschulen-Areals.
Das neue Wandgemälde befindet sich im Hof des Mozartschulen-Areals. Foto: Silvia Gralla

Die Stadt Würzburg gehört seit 1992 der durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründeten Organisation "Mayors For Peace" (Bürgermeister für den Frieden) an. "Ich setze mich für eine Welt ohne Atomwaffen ein", betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt und erinnerte an die "unmenschliche Logik" von Atomwaffen, bei deren Einsatz der massenhafte Tod von Zivilisten die Folge ist.

Opfer werden stigmatisiert

Wolfgang Klein-Langner, der Vorsitzende der Siebold-Gesellschaft, berichtete vom Leid der Atombombenopfer und ihrer Nachfahren. Sie seien als "Hibakusha" in der japanischen Gesellschaft auch heute noch stigmatisiert. "Es gibt auch in unserer modernen Gesellschaft weiterhin die Gruppe der Aussätzigen", betonte Klein-Langner.

Ein Greenpeace-Sprecher forderte die Bundesregierung auf, den Atombombenverbotsvertrag der UNO von 2017 zu unterzeichnen. Nach einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar wünschen sich das 92 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Das "Peace Mural" kann bis zum Beginn der Moz-Sanierung im kommenden Frühjahr an Ort und Stelle bleiben. Daniel Ebert und Andreas Demko sind zusammen mit der Greenpeace-Ortsgruppe bereits auf der Suche nach dem nächsten geeigneten Platz.

Die beiden Künstler Andreas Demko und Daniel Ebert.
Die beiden Künstler Andreas Demko und Daniel Ebert. Foto: Silvia Gralla

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