WÜRZBURG

Müllheizkraftwerk plant mit Überschuss

Trotz stark sinkender Erlöse für die Verbrennung von Gewerbeabfällen kalkuliert das Würzburger Müllheizkraftwerk auch für 2010 mit einem soliden Betriebsergebnis von 1,6 Millionen Euro.
Stabwechsel beim Zweckverband Abfallwirtschaft: Der Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal (links) löst die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof zum Jahreswechsel im Vorsitz des Zweckverbands ab. Neben der Stadt Würzburg und dem Landkreis Kitzingen gehört der Landkreis Würzburg dem Zweckverband an. Der Vorsitz wechselt im zweijährigen Turnus. Landrat Eberhard Nuss (rechts) darf also erst in zwei Jahren ran. Der Zweckverband feierte heuer sein 30-jähriges Bestehen, das von ihm gebaute und betriebene Müllheizkraftwerk (MHKW) am Würzburger Faulenberg gibt es seit exakt 25 Jahren.
Foto: FOTO Gerhard Meissner | Stabwechsel beim Zweckverband Abfallwirtschaft: Der Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal (links) löst die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof zum Jahreswechsel im Vorsitz des Zweckverbands ab.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Würzburg sieht sich dadurch in der Entscheidung bestätigt, Hausmüll aus Mittelfranken und von der schwäbischen Alb ins MHKW zu holen.

Auch am Ende der Produktionskette – bei der Abfallentsorgung – ist die konjunkturelle Krise angekommen. Einerseits ist es die gesunkene Produktion, die weniger Abfälle entstehen lässt.
 
Andererseits schmälern sinkende Rohstoff- und Energiekosten auch die Preise für die thermische Verwertung, sprich die Verbrennung des Gewerbemülls.

Nachdem 2006 noch 170 Euro pro Tonne Gewerbeabfall gezahlt wurden, hat sich der Preis heute mehr als halbiert, führte MHKW-Geschäftsleiter Ferdinand Kleppmann vor den Mitgliedern der Verbandsversammlung aus. Gleichzeitig sei trotz Verbot immer wieder von Billigdeponien in Osteuropa zu hören, die Müll für wenige Euro verbuddeln.

Es habe sich deshalb als richtig erwiesen, dass sich der Zweckverband für die Verbrennung von Hausmüll aus anderen Landkreisen entschlossen hat. Die zwischen 2002 und 2004 geschlossenen Abnahmeverträge sichern dem Zweckverband 15 Jahre lang feste Erlöse von rund 120 Euro pro Tonne.

Die Bürger im Verbandsgebiet, also der Stadt Würzburg und den Landkreisen Würzburg und Kitzingen, profitieren von stabilen Verbrennungsgebühren.

Würde die Müllverbrennung, die zur Hälfte aus nachwachsenden Rohstoffen gespeist wird, ähnlich gefördert wie andere regenerative Energieträger, sähe die Bilanz noch viel besser aus, so Kleppmann.

Trotzdem will sich die Würzburger Verbandsrätin und Grünen-Stadträtin Benita Stolz nicht recht abfinden mit dem Würzburger MHKW. Die Kapazitäten seien nach wie vor viel zu groß bemessen. Durch den wirtschaftlichen Druck, die Müllöfen füllen zu müssen, bleibe die stofflich Verwertung, also das Recycling auf der Strecke.

Die Verbandsvorsitzende und Kitzinger Landrätin Tamara Bischof und der Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal, der den Vorsitz zum Jahreswechsel übernimmt, widersprachen der Kritikerin vehement. Man könne nicht immer wieder die Vergangenheit aufwärmen, meinte Tamara Bischof. Müllverbrennung gelte heute als saubere und Ressourcen schonende Technik, so Georg Rosenthal.

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