Güntersleben

Nach Corona-Fall in Güntersleben: Dritte Klasse im Homeschooling

Nachdem ein Grundschüler in Güntersleben positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hat die Klasse mit dem Homeschooling begonnen. Wie man an der Schule damit zurecht kommt.
Das Lernen findet erstmal von Zuhause aus statt: Nach einem Corona-Fall ist eine dritte Klasse der Günterslebener Grundschule in Quarantäne (Symbolbild).  
Foto: dpa/Jens Büttner | Das Lernen findet erstmal von Zuhause aus statt: Nach einem Corona-Fall ist eine dritte Klasse der Günterslebener Grundschule in Quarantäne (Symbolbild).  

Es war der zweite Schultag und schon musste in der Ignatius-Gropp-Grundschule in Güntersleben die Klasse 3a nach Hause geschickt werden. Der Grund: Ein Schüler der Klasse wurde positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. 21 Mitschüler und zwei Lehrkräfte wurden in Quarantäne geschickt.  

Wie Schulleiterin Beate Weigand auf Nachfrage der Redaktion mitteilte, wurden bei den Mitschülern des Kindes und den zwei Lehrkräften am Donnerstag in der Schule Abstriche genommen. Die Ergebnisse der Tests werden am Montag erwartet. Nächsten Mittwoch soll dann eine zweite Testung erfolgen, bis dahin werden die Schüler in Quarantäne bleiben, erklärte die Schulleiterin.    

Homeschooling ist am Laufen

Die Schule sei auf den Ernstfall gut vorbereitet gewesen, so dass besonnen und umsichtig gehandelt worden sei. Weigand lobte die Zusammenarbeit mit dem Schulamt und dem Würzburger Gesundheitsamt. Durch klare Vorgaben von den Experten sei sie als Schulleiterin sehr unterstützt worden. Zudem sei durch die Umsetzung des Hygienekonzepts an der Schule und die Maskenpflicht außerhalb der Klassenräume eine Ansteckungsgefahr für die anderen Klassen minimiert. Eine Quarantäne gelte also nur für direkte Kontakte. "Gut, dass es den Mundschutz gibt", so Weigand. 

Mittlerweile ist das Homeschooling für die Drittklässler in vollem Gange. Es wurden Aufgabenzettel und Wochenpläne verteilt, vieles über E-Mail. Zudem arbeitet die Schule mit dem Programm "SchoolFox", auf das die Schüler und Eltern Zugriff haben. "Darüber können wir die neuesten Infos schnell verteilen und auch Videokonferenzen abhalten." In den ersten Tagen nach den Sommerferien gehe es hauptsächlich um die Wiederholung des Stoffes aus dem vergangenen Schuljahr, "diese Aufgaben bewältigen die Kinder nun von Zuhause aus". 

Die zwei Lehrer der 3a seien in der Quarantäne mit ihren Schülern gut vernetzt und in stetigem Austausch. Natürlich sei die Situation für die Eltern wieder eine Herausforderung, so Weigand. "Ich habe viele Telefonate geführt, in denen Eltern ihre Sorge mitteilten, dass sie nun wieder nicht arbeiten können, weil sie zuhause ihre Kinder betreuen." Dafür hat die Schulleiterin Verständnis, dennoch sei es wichtig, die Vorgaben einzuhalten.            

Zusammenhalten und Mitgefühl zeigen

Betroffen macht sie, dass in einem kleinen Ort wie Güntersleben die Gerüchteküche nach solch einem Fall am Brodeln ist. "Ich wünsche mir, dass wir Mitgefühl füreinander haben und besonnen mit der Situation umgehen. Keiner hat sich dieses Virus herbeigewünscht." Mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, sei der falsche Weg, "es kann uns allen passieren".   

Wie berichtet wurde ein Geschwisterkind des infizierten Schülers, das den örtlichen Kindergarten besucht, negativ getestet. Vorsorglich wurde die Gruppe, in der das Kind betreut wird, von den anderen Kindergarten-Gruppen getrennt. Auch die Familie des erkrankten Kindes ist isoliert, hatte das Landratsamt mitgeteilt.

Der Schulamtsdirektor für Stadt und Landkreis Würzburg, Erwin Pfeuffer, zeigte sich zufrieden mit der Vorgehensweise im Günterslebener Präzedenzfall. "Wir müssen uns den schwierigen Situationen stellen, die auf uns zukommen. Wichtig ist, dass wir situativ handeln und die jeweiligen Voraussetzungen der Schule bezüglich Räumlichkeiten oder Personal im Blick haben." Pfeuffer hofft, dass der Präsenzunterricht an den Schulen überwiegend weiterlaufen kann, "das ist einfach für die Schüler enorm wichtig". Was den Mundschutz angeht, würde er sich wünschen, dass die Kommune ein Kontingent an Masken für die Schulen bereitstellt:"Für den Fall, dass ein Schüler mal keine Maske dabei hat, wäre ein Vorrat hilfreich."         

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