Würzburg

Nach sechs Jahren: Was tut sich an Würzburgs Dauerbaustellen?

Knapp sechs Jahre sind OB Schuchardt und der aktuelle Stadtrat am Ruder. Welche Würzburger Dauerbaustellen haben sie voran gebracht, was bleibt liegen?
Gegenüber vom Faulhaberplatz wächst der Neubau des Mainfranken Theaters in die Höhe. 
Foto: Thomas Obermeier | Gegenüber vom Faulhaberplatz wächst der Neubau des Mainfranken Theaters in die Höhe. 

Bahnhofsvorplatz, Mainfranken Theater, Faulhaberplatz – diese und andere Dauerbaustellen haben Oberbürgermeister Christian Schuchardt und der aktuelle Stadtrat von ihren Vorgängern übernommen. Bevor am 15. März neu gewählt wird, hat die Redaktion sich einige davon angeschaut.

Mozartschule und Faulhaberplatz haben die Bürger entschieden

Der Kardinal-Faulhaber-Platz wurde nach dem Bürgerentscheid mit Rollrasen und Container-Bäumen begrünt. 
Foto: Thomas Obermeier | Der Kardinal-Faulhaber-Platz wurde nach dem Bürgerentscheid mit Rollrasen und Container-Bäumen begrünt. 

Das jahrzehntelange Hickhack um das Areal von Mozartschule und Faulhaberplatz haben zwei Bürgerentscheide beendet. Gegen den Willen von Oberbürgermeister Christian Schuchardt und der Mehrheit des Stadtrats entschieden die Würzburger 2015, dass die Mozartschule saniert, und 2017, dass der Platz am Theater ein Park wird. Anschließend brachte der OB ein öffentlich-privates Nutzungskonzept für das Denkmal voran, dessen Sanierung mittlerweile begonnen hat. Der Faulhaberplatz ist provisorisch begrünt. Über seine endgültige Gestaltung soll der Stadtrat im Februar diskutieren.       

Bahnhofsplatz ohne Pavillons und ohne Konzept 

An der Gestaltung eines neuen Bahnhofsplatzs und behindertengerechten Busbahnhofs versucht sich die Stadt schon Jahrzehnte. Inzwischen hat zwar die Bahn die Sanierung der Bahnsteige begonnen, den städtischen Teil konnte der OB aber nicht voran bringen.

Der Bahnhofsvorplatz soll keine Kioske bekommen.
Foto: Theresa Müller | Der Bahnhofsvorplatz soll keine Kioske bekommen.

Die Pavillons wurden 2016 abgerissen. Nach einigem Hin und Her entschied man sich gegen den Bau von neuen. Doch die Gestaltung des Platzes ist ebenso wenig geklärt, wie die Frage, wo Fahrräder oder wo Autos abgestellt werden können.      

Auf Nachfrage erklärt das Rathaus, dass es zumindest bei der Planung eines modernen, behindertengerechten Omnibusbahnhofs Fortschritte gebe. Diese sollen noch vor der Kommunalwahl im März dem Stadtrat vorgestellt werden.       

30 Prozent Sozialwohnungen im Bismarkquartier    

Das Post-Areal am Bahnhof ist ebenfalls schon viele Jahre eine städtische Entwicklungsfläche. Mitte der 90er Jahre war hier ein Einkaufszentrum geplant, 2016 hat es die Würzburger Beethovengruppe gekauft, um auf dem über drei Hektar großem Grundstück ein neues Quartier mit  Wohnungen, Büros und Hotels zu bauen. 

445 Meter lang ist das Post-Areal. Unser Foto wurde vom Posthochhaus gemacht.
Foto: Thomas Obermeier | 445 Meter lang ist das Post-Areal. Unser Foto wurde vom Posthochhaus gemacht.

Nachdem der Stadtrat sich 2017 einstimmig für das Konzept des Bismarckquartiers ausgesprochen hat und ein Realisierungswettbewerb durchgeführt wurde, stockt das Verfahren. Laut Rathaus liegt das an noch ungelösten Fragen, wie zum Beispiel Verkehr und der Auswahl der gewerblichen Nutzungskategorien. Nicht gelöst ist auch die Zukunft des Veranstaltungsorts Posthalle.  

Niko Rothschedl, Geschäftsführer der Beethovengruppe, erklärt, dass der 30 prozentige Anteil an Sozialwohnungen kein Streitpunkt sei. Wie schnell es mit der Aufstellung des Bebauungsplans weiter geht, hinge davon ab, wann die Stadt das Verkehrskonzept für die Äußere Pleich fertig hat. 

Dieses hat Stadtbaurat Benjamin Schneider im Sommer angekündigt. Ein schlüssiger Verkehrsplan für das Wohnquartier zwischen Hauptbahnhof und Veitshöchheimer Straße müsse her, das die dort geplanten Großprojekte Bismarksquartier, EON-Gelände und Frankenhalle einbindet. Bis zur Wahl im März wird man hier wohl nicht weiter kommen.           

Frankenhalle ist noch nicht verkauft

Die Frankenhalle von der Scanzonistraße aus gesehen.
Foto: Johannes Kiefer | Die Frankenhalle von der Scanzonistraße aus gesehen.

Dass die seit den 1990er Jahren  leerstehende Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straße an die  Würzburger Beethovengruppe verkauft wird, hat der Stadtrat vor über einem Jahr entschieden. Voran geht es hier aber nicht.  

"Wir haben inzwischen viele Details wie den Umgang mit Lärmemissionen oder die Abstandsflächen geklärt und werden den Kaufvertrag zeitnah unterschreiben", sagt Rothschedl, Geschäftsführer der Würzburger Beethovengruppe.  Den Vertragsentwurf habe man kurz vor Weihnachten von der Stadt enthalten. Aber bevor die Sanierung der Frankenhalle zu einer Markt- und Veranstaltungshalle sowie dem Neubau von Wohnungen dort weiter geplant werde, müsse man auch hier auf das Verkehrskonzept Äußere Pleich warten. 

Noch kein Termin zum Abriss des Augustinerhochhauses

Das Augustinerhochhaus steht seit April 2005 leer. Zuvor war hier ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. 
Foto: Daniel Peter | Das Augustinerhochhaus steht seit April 2005 leer. Zuvor war hier ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. 

Als Denkmal des Stillstands steht das eingerüstete Augustinerhochhaus seit 15 Jahren in der Augustinerstraße. Das einstige städtische Gebäude hat mehrere Besitzerwechsel hinter sich und gehört seit 2016 der Hans-Löffler-Haus Augustinerstraße GmbH. Als deren Geschäftsführer treibt FDP-Stadtrat Joachim Spatz seit vier Jahren Abriss und Neubau voran. Die Pläne für ein modernes Hochhaus und Nebengebäude hat der Stadtrat nach langwieriger Erstellung von Gutachten im vergangenen Herbst prinzipiell genehmigt.         

Seit dem 18. Dezember prüft die Stadt den Bauantrag. Ob sich der Stadtrat noch vor der Wahl damit beschäftigen wird, kann Rathaussprecher Weiß nicht sagen. Auch Spatz will keine Prognose wagen, wann es in der Augustinerstraße los gehen könnte.  

Der große Wurf ist das Mainfranken Theater

Zwei Mega-Dauerbaustellen haben OB und Stadtrat beendet: Der große Wurf gelang beim Mainfranken Theater: Nach jahrelangem Tauziehen um Ausweichspielstätte oder Neubau beschloss man 2015 einmütig die Generalsanierung mit Anbau für geschätzte 40 bis 51 Millionen Euro. Seit 2018 wird gebaut, bis 2022 will man fertig sein. Die Kosten liegen momentan bei knapp 70 Millionen Euro, 75 Prozent davon übernimmt der Freistaat.

Auch für die unendliche Geschichte Nautiland, über dessen Schließung/Sanierung/Abriss seit dem Jahr 2000 diskutiert wurde, gab es ein Happyend: 2016 stimmte der Stadtrat dem Bau eines neuen Familienbades zu. Ende 2019 war Eröffnung. Rekordverdächtig! Aber auch hier: Aus den geschätzten 24 Millionen Euro Baukosten wurden am Ende 34 Millionen.

Seit Dezember ist das neue Nautiland geöffnet. 
Foto: Silvia Gralla | Seit Dezember ist das neue Nautiland geöffnet. 

Um die Zukunftsfragen der Stadt Würzburg geht es auch bei der Main-Post-Wahlarena mit den OB-Kandidaten am Dienstag, 11. Februar, 19 Uhr, im Vogel Convention Center (Max-Planck-Str. 7/9). Kostenlose Eintrittskarten (maximal vier pro Person) gibt es in der Geschäftsstelle der Main-Post in der Plattnerstraße 14 (Öffnungszeiten Montag bis Freitag 9-13 und 14-17 Uhr).

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