Würzburg

Nach Sturz: Wie der neue Würzburger Maibaum gesichert wird

Wegen Pilzbefall war der letzte Würzburger Maibaum vergangenes Jahr auf einen Schlag einfach umgekracht. Wie der neue Baum, der nun aufgestellt wird, gesichert werden soll.
Der neue Würzburger Maibaum ist im Gartenamt fertiggestellt worden. Er soll besser gesichert werden als das letzte Exemplar, das wegen Pilzbefall umgekracht ist.
Foto: Thomas Obermeier | Der neue Würzburger Maibaum ist im Gartenamt fertiggestellt worden. Er soll besser gesichert werden als das letzte Exemplar, das wegen Pilzbefall umgekracht ist.

Glück im Unglück hatten Passanten, die Ende August letzten Jahres über den Unteren Markt in Würzburg schlenderten – denn plötzlich krachte der Maibaum einfach um. Verletzt wurde dabei wie durch ein Wunder niemand. Am Dienstag präsentierte die Stadt Würzburg im Gartenamt nun das neue Exemplar, das am Donnerstag aufgestellt wird. Welche Veränderungen vorgenommen wurden und wie zukünftige Katastrophen verhindern werden sollen.

Widerstandsfähiges Douglasienholz soll Witterung standhalten

"Der neue Maibaum ist 22 Meter lang", sagt Helge Grob, Leiter der Würzburger Gartenamts. Im Gegensatz zum letzten Baum, der aus Fichtenholz bestand, ist der neue Maibaum aus Douglasienholz, das als sehr widerstandsfähig gilt. Wichtig ist dies insofern, da der letzte Baum durch Pilzbefall geschwächt war und dann durch Windböen des Sturmtiefs "Kirsten" umgerissen wurde. Von der Qualität des Holzes hänge ab, wie lang ein Stamm die Witterung aushalte, so Grob.

Wegen Pilzbefalls war der letzte Würzburger Maibaum vergangenes Jahr nach einer Windböe umgekracht.
Foto: Main-Post | Wegen Pilzbefalls war der letzte Würzburger Maibaum vergangenes Jahr nach einer Windböe umgekracht.

"Wenn es regnet, rinnt das Wasser den Stamm herunter und sammelt sich unten an der Hülse", erläutert der Gartenamt-Chef weiter. Eventuell könne das Wasser dort künftig mit einer Pumpe abgesaugt werden, um den Einfluss der Witterung auf das Holz abzuschwächen. Um wirklich sicher zu gehen, dass künftig kein Maibaum mehr umkippt, werde zudem an einem neuen Konzept gearbeitet. Zwar überprüfe geschultes Personal jährlich die Stämme der Maibäume, so Grob. Der Pilzbefall des letzten Maibaums sei jedoch von außen nicht erkennbar gewesen.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme wird laut Grob zudem die Standzeit des neuen Baums verkürzt. "Der Maibaum soll bis August stehen und nicht erst im Herbst abgebaut werden." Dadurch könne die Lebensdauer des Stamms erhalten werden: "Maximal fünf Jahre lang darf ein Maibaum aufgestellt werden." Der Stamm solle zudem jährlich neu lasiert und im Winter trocken im Gartenamt gelagert werden. "Das ist eine bewährte Technik, die seit Jahren so betrieben wird", so Grob. 

Würzburger Schmuckelemente mussten aufwändig repariert werden

Da beim Sturz des letzten Maibaums die Schmuckelemente beschädigt wurden, mussten auch diese repariert werden. Fünf Teile mussten neu lackiert und beklebt werden. Die Zierelemente sitzen am oberen Ende des Stammes und zeigen christliche Szenen, fröhliche Tanzpaare und schwankende Schoppenfetzer sowie die Wappen der Würzburger Partnerstädte.

Beim Sturz im letzten Jahr wurden auch die Schmuckelemente beschädigt. Mittlerweile sind sie repariert.
Foto: Thomas Obermeier | Beim Sturz im letzten Jahr wurden auch die Schmuckelemente beschädigt. Mittlerweile sind sie repariert.

Bis der neue Baum, der aus dem Würzburger Stadtwald stammt und im Februar an Mariä Lichtmess gefällt worden ist, wieder geschmückt werden konnte, waren jedoch erstmal einige Arbeitsschritte notwendig: Die Handwerker des Gartenamts mussten die Rinde des Baums entfernen und die Oberfläche glatt hobeln. Anschließend schliffen und lasierten sie den Stamm mit einer offenporigen Lasur. "Dadurch kann aus dem Stamm weiterhin Feuchtigkeit ausdringen", erklärt Grob.

Zwei Wochen lang kümmerten sich die Handwerker um insgesamt vier Maibäume. Denn neben dem Baum in der Innenstadt werden auch am Heuchelhof, in Versbach und in Rottenbauer neue Maibäume aus Douglasienholz aufgestellt. 

Der neue Maibaum wird am Donnerstag am Unteren Markt in Würzburg aufgerichtet. Dabei befestigen Mitarbeiter des Gartenamts Schmuckelemente und den Kranz, der einen Durchmesser von 2,5 Metern hat. "Die Kosten für den neuen Maibaum übernimmt nun die Stadt Würzburg", sagt Grob. Bisher hatte der im November 2019 verstorbene Kaufmann Rudi May den Stamm für den Maibaum gesponsert.

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