Ochsenfurt

Nehmen im Winter die Einbrüche zu? Was die Polizei rät, um das Zuhause zu schützen

Steigt mit dem frühen Einbruch der Dämmerung die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen? Und wie kann ich mein Zuhause schützen? Ein Polizeisprecher gibt Tipps.
Wenn es schon am Nachmittag dämmert, nimmt die Anzahl der Einbrüche zu. Insbesondere Orte in günstiger Verkehrslage, zum Beispiel in Autobahnnähe, sind laut Polizei für Täter interessant.
Foto: Andreas Gebert | Wenn es schon am Nachmittag dämmert, nimmt die Anzahl der Einbrüche zu. Insbesondere Orte in günstiger Verkehrslage, zum Beispiel in Autobahnnähe, sind laut Polizei für Täter interessant.

Es dämmert wieder früher, und die dunkle Jahreszeit gilt als Saison für Einbrecher. Auch im Landkreis Würzburg gab es Einbrüche: Anfang November etwa wurde direkt hintereinander in drei Wohnhäuser in Höchberg eingebrochen. Wie entwickelt sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in den Wintermonaten? Und wie ist die Lage in und um Ochsenfurt?

"Die Zahl der Dämmerungseinbrüche steigt im Herbst und im Winter", sagt Philipp Hümmer vom Polizeipräsidium Unterfranken, "die Zahl der Wohnungseinbrüche insgesamt sinkt aber seit Jahren". Im Jahr 1990 wurden in Unterfranken noch 1350 Fälle verzeichnet; seitdem ist die Zahl – mit Ausnahme eines vorübergehenden Anstiegs auf 663 Fälle im Jahr 2014 –, rückläufig. Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Unterfranken war 2021 laut Sicherheitsbericht der Polizei mit 190 Fällen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren und ging im Vergleich zu 2020 mit 327 Fällen um 41,9 Prozent zurück. bayernweit gab es sogar einen Rückgang um 44,5 Prozent.

Auch im Altlandkreis Ochsenfurt werden die Wohnungseinbrüche weniger

Die Statistiken für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Ochsenfurt (Altlandkreis Ochsenfurt) zeigen eine ähnliche Tendenz: Abgesehen vom Jahr 2020 mit elf Wohnungseinbruchdiebstählen nimmt die Zahl dieser Fälle ab: Waren es 2019 noch sieben Einbrüche, sank die Zahl 2021 auf sechs Fälle, mit weiter sinkender Tendenz für das laufende Jahr 2022, so Polizeisprecher Hümmer.

92 der 190 unterfränkischen Fälle im Jahr 2021, also fast die Hälfte dieser Straftaten, seien im Versuchsstadium geblieben. Als Gründe dafür werden im Sicherheitsbericht präventiv wirkende Tataufklärungen, vielfältige Präventionsmaßnahmen, Konzepteinsätze sowie Beratungsmaßnahmen zur Verbesserung des Einbruchsschutzes genannt.

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Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 69 Tatverdächtige und verzeichnete bei den Wohnungseinbruchdiebstählen eine Aufklärungsquote von 30 Prozent. Hatte der Beute- und Sachschaden 2020 noch 1,5 Millionen Euro betragen, betrug er 2021 mit 701.166 Euro weniger als die Hälfte.

In welche Gebiete in Unterfranken und im Landkreis Würzburg besonders häufig eingebrochen wird, erklärt Polizeisprecher Hümmer: "Wir haben keine einzelnen Gemeinden, die gezielt von Tätern heimgesucht werden, allerdings kommt es regional durchaus zu Häufungen." Die Wahl der Tatorte richte sich auch danach, ob sie im Hinblick auf die Flucht der Täter in einer günstigen Verkehrslage liegen. Autobahnnähe oder generell eine überörtliche Straßenanbindung spielten hierbei eine Rolle. "Bei den Häusern selbst stellen wir fest, dass es sich oft um freistehende Einfamilienhäuser in Ortsrandlage handelt", so Hümmer.

Nach einem Einbruch auf keinen Fall putzen oder aufräumen, ehe die Polizei da war

Nach Erkenntnissen der Polizei würden die Täter die Objekte vor einem Einbruchsversuch ausspähen – um sicherstellen, dass niemand zu Hause ist und sie möglichst ungestört sind. "Das ist ein guter Ansatzpunkt für uns, den Einbrechern das Handwerk zu legen", erklärt Hümmer. Insbesondere Nachbarn hätten oft ein sehr gutes Gespür für Verdächtiges und sollten nicht zögern, über den Notruf 110 die Polizei zu verständigen, wenn ihnen in ihrer Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge auffielen: "Besser einmal zu oft die 110 wählen, als einmal zu wenig", betont Hümmer.

Falls es zu einem Einbruch gekommen ist, rät Hümmer, sofort über Notruf 110 die Polizei zu rufen. Falls die Täter auf der Flucht noch gesehen wurden, sollte man diese beschreiben können und sich das Kennzeichen des Fluchtwagens und die Fluchtrichtung merken, damit von der Einsatzzentrale eine Fahndung eingeleitet werden könne. "Bitte auf keinen Fall zu Hause vor dem Eintreffen der Polizei aufräumen oder putzen", warnt Hümmer. Dies könne wichtige Spuren vernichten.

So schütze ich mein Zuhause – Tipps der Polizei:

1. Die Polizei rät, Fenster und Türen bei jedem Verlassen der Wohnung oder des Hauses komplett zu schließen, "ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", so Hümmer.
2. Die Haustüre abschließen; keinen Hausschlüssel unter der Fußmatte oder im Blumenkasten verstecken.
3. Gesundes Misstrauen Fremden an der Haustüre gegenüber; Türsprechanlage nutzen.
4. Beleuchtung im Innen- und Außenbereich verschreckt Einbrecher; auch wenn man nicht da ist, sollte man den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause sei.
5. Nachbarschaftshilfe: Wer in den Urlaub fährt, sollte in seiner Abwesenheit den Briefkasten leeren lassen – und keine Urlaubshinweise auf Anrufbeantwortern oder in sozialen Netzwerken hinterlassen. Auch selbst aufmerksamer Nachbar sein.
6. Bei verdächtigen Wahrnehmungen den Notruf 110 wählen und sich nicht selbst in Gefahr bringen. Wichtige Details wie Autokennzeichen oder Personenbeschreibungen sollte man sich merken und notieren.
7. Für den möglichen Schadensfall eine Liste mit den persönlichen Wertsachen erstellen.
8. Eine Schwachstellenanalyse des Zuhauses mit einem Fachberater der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen erstellen. Kostenfreie Beratung für die Region Würzburg unter Tel.: (0931) 457-1830.
Quelle: Polizeipräsidium Unterfranken
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