Würzburg

Neue Dampfturbine für das Heizkraftwerk

Der Wärmespeicher nimmt im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt

langsam Formen an.
Foto: WVV | Der Wärmespeicher nimmt im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt langsam Formen an.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke wird derzeit umfangreich modernisiert. Dies stellt einen weiteren Meilenstein zur Reduzierung von CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz in Würzburg dar, so die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) in einer Pressemitteilung. Vor kurzem erfolgte die Anlieferung und Schwermontage der neuen Dampfturbine.

Das Heizkraftwerk an der Friedensbrücke übernimmt bei der Integration der erneuerbaren Energien in Würzburg und der Region eine wichtige Aufgabe: Die Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, die nach dem umweltfreundlichen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Betrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Bis 2021 steht eine Modernisierung der Turbinen- und Kesselanlagen sowie der Einbau eines großen Wärmespeichers im Kraftwerk an. Geplant ist dabei unter anderem eine Modernisierung der Gasturbine GT I, der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine sowie die Integration eines Wärmespeichers, mit dem sich Fernwärme zwischenspeichern lässt.

Neue Dampfturbine kommt aus Brasilien

Als weiterer Meilenstein im Projekt erfolgte die Anlieferung und Schwermontagen der neuen Dampfturbine TS IV. Diese besitzt eine elektrische Leistung von 21 000 Kilowatt, hat ein Gewicht von rund 30 Tonnen und eine maximale Fernwärmeauskopplung von 78 000 Kilowatt, davon maximal 53 000 Kilowatt in Fernwärmedampf oder in Heißwasser. Hergestellt in Brasilien erfolgte der Transport der Turbine vom Hafen Santos bei São Paulo nach Hamburg und von dort per Schwertransport nach Würzburg.

Die Dampfturbine wird per Kran an ihren zukünftigen Standort gehoben und montiert.
Foto: WVV | Die Dampfturbine wird per Kran an ihren zukünftigen Standort gehoben und montiert.

Bei der neuen Dampfturbine kommt eine Entnahme-Gegendruck-Turbine zum Einsatz. Im Vergleich zu den beiden bestehenden Dampfturbinen im Heizkraftwerk wird die Energie des Turbinenabdampfs vollständig zur Erzeugung von Fernwärme genutzt. Zum Unterschied wird bei den Bestandsturbinen der Abdampf kondensiert und die Abwärme in den Main geleitet.

Betrieb wird in den Wintermonaten effizienter

Der Betrieb wird besonders in den Wintermonaten dadurch deutlich effizienter. Die Flexibilität bleibt trotzdem erhalten, da mit dem Einbau eines großen Wärmespeichers überschüssige Fernwärme im Speicher zwischengelagert und fehlende Fernwärme aus dem Speicher entnommen wird.

Zukünftig werden in den Wintermonaten über die neue Dampfturbine bis etwa 80 Prozent des Fernwärmebedarfs für die Stadt Würzburg erzeugt. Die nächsten Schritte im Projekt: Der Generator der neuen Turbine kommt voraussichtlich Ende Juli. Seit Anfang Juni werden auch die Einzelteile des Wärmespeichers angeliefert und im Betriebshof zwischen Heizkraftwerk und ehemaligem Zollamt zusammengefügt. Es entstehen in den nächsten Wochen die Standzarge, der untere und obere Halbkugelboden und die ersten zwei Ringe.

Ende August werden die Komponenten mit einem Autokran eingehoben und montiert. Bis dahin ist das Speicherfundament fertiggestellt. Die abschließende Fertigstellung der Fassaden- und Verkleidungsarbeiten ist für Frühjahr 2021 vorgesehen.

Die Investitionen für die Modernisierung des Heizkraftwerks belaufen sich auf 43 Millionen Euro.

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