Aub

Neue Gollachbrücke: Der Verkehr rollt wieder

Durchtrennen des roten Bandes, von links: Klaus Saliger, 2. Bürgermeister der Stadt Aub, Dr. Stefan Lehner vom Staatlichen Bauamt, Daniela Kircher von der Städtebauförderung, MdB Simone Barrientos, MdL Manfred Ländner, MdL Volkmar Halbleib, MdB Paul Lehrieder, Landrat Thomas Eberth, Auber Bürgermeister Roman Menth, Altbürgermeister Robert Melber.
Durchtrennen des roten Bandes, von links: Klaus Saliger, 2. Bürgermeister der Stadt Aub, Dr. Stefan Lehner vom Staatlichen Bauamt, Daniela Kircher von der Städtebauförderung, MdB Simone Barrientos, MdL Manfred Ländner, MdL Volkmar Halbleib, MdB Paul Lehrieder, Landrat Thomas Eberth, Auber Bürgermeister Roman Menth, Altbürgermeister Robert Melber. Foto: Alfred Gehring

Ein Tag der großen Freude, gar ein historischer Tag, war es für die Stadt Aub aus Sicht des Bürgermeisters Roman Menth, als er mit Unterstützung zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Verwaltung die neu errichtete Gollachbrücke für den Verkehr freigab.

Auf den Tag genau 16 Monate war es her, seit die Auber mit einem Fest von ihrer alten Gollachbrücke Abschied genommen hatten. 16 Monate Baulärm für die Anwohner, Verkehrsumleitungen für Bürger, und Kunden und Durchgangsverkehr für die Anwohner der Siedlungsstraßen, durch die der Verkehr umgeleitet worden war, sind nun vorbei. Schade, dass bei der Verkehrsfreigabe der neuen Brücke nicht die gesamte Bevölkerung, sondern nur ausgewählte Gäste dabei sein konnten.

Ganz schön ins Schwitzen kamen die Ehrengäste, die das obligatorische rote Band bei den hochsommerlichen Temperaturen.gemeinsam durchschnitten. Ihnen war es deshalb ganz recht, dass Pfarrerin Elke Gerschütz und Pfarrer Gregor Sauer die kirchliche Segnung sehr kurz hielten und den Segen des Brückenheiligen Nepomuk auf alle herabriefen, die die neue Brücke benutzen werden.

Brückenheiliger wechselte den Standort

Die Statue des Brückenheiligen selbst hat auf der neuen Brücke den Standort gewechselt und steht jetzt auf der Ostseite der Brücke, nicht mehr im Westen. Den Kopf und den Sockel der Statue hat deren Erschaffer, der neue Röttinger Bürgermeister und Bildhauer Fernando Gabel, auf eigene Kosten überarbeitet. Die Brücke selbst wurde etwas nach Osten verschoben. Sie wurde verbreitert und hat jetzt auf beiden Seiten Gehsteige.

Pfarrerin Elke Gerschütz und Pfarrer Gregor Sauer segnen die Brücke (vor der Statue des Hl. Nepomuk).
Pfarrerin Elke Gerschütz und Pfarrer Gregor Sauer segnen die Brücke (vor der Statue des Hl. Nepomuk). Foto: Alfred Gehring

Musikalisch geleitete die Historische Trachten- und Stadtkapelle Aub die Brückenbauer und Ehrengäste nach der Segnung des Bauwerkes und der Verkehrsfreigabe zum nahen Spitalgarten. Dort fand ein Festakt mit gemeinsamen Mittagessen statt, selbstverständlich unter Einhaltung der gebotenen Abstandsregeln.

Die Brücke selbst hat historische Vorgänger. Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Gollachbrücke am aktuellen Standort im Jahr 1351, berichtete der Auber Bürgermeister. Damals trafen sich bei Aub zwei wichtige Heer- und Handelsstraßen, Aub hatte die Funktion einer Versorgungsstation für die Reisenden.

Holzbrücke diente als Provisorium

Die vorhandene steinerne Bogenbrücke wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von den eigenen Soldaten gesprengt. Eine Holzbrücke ersetzte in den Nachkriegsjahren die provisorische Ersatzbrücke. Diese wiederum war 1972 durch die nunmehr abgerissene Brücke ersetzt worden.

Während der Bauphase wurde der örtliche Verkehr durch eine Behelfsumfahrung durch die Westsiedlung umgeleitet. Aufmerksamkeit erregte der Diebstahl einer dort aufgestellten Ampelanlage im vergangenen Jahr.

Mit kreativen Aktionen versuchten die Auber Geschäftsleute ihre Kunden zu halten. So gab es ein regelmäßig erscheinendes Brückenblättle, das über den Baufortschritt informierte. Mit Rabattmarken, den beliebten "Brückenbabberle", bemühten sich die Auber, ihre Kunden zu halten. Insgesamt 117 000 solcher Babberle wurden seither ausgegeben, auf diese Art wurden die Kunden mit 42 500 Euro an Rabatten für ihre Treue belohnt.

Den Anteil der Kosten am Neubau der Brücke und den begleitenden Maßnahmen bezifferte der Auber Bürgermeister auf rund 614 000 Euro. Dafür gab die Städtebauförderung, die die Maßnahme unterstützte, Zuschüsse von 363 000 Euro. Menth bedankte sich bei den Fördergebern und Behörden, stellvertretend bei der zuständigen Bereichsleiterin Daniela Kircher von der Städtebauförderung und Dr. Stefan Lehner vom Staatlichen Bauamt.

Dank an Planer, Anlieger und Verkehrsteilnehmer 

Menth bedankte sich auch bei den beteiligten Firmen und Planern, die die Brücke mit Kosten von rund 2,5 Millionen Euro geplant und errichtet haben. Jeden einzelnen eingesetzten Cent sei die neue Brücke wert, so Menth. Er bedankte sich bei den Verkehrsteilnehmern und den Anliegern an der Umgehung, "die die monatelange Sperrung hingenommen haben und den zusätzlichen Verkehr ertragen mussten" für ihr Verständnis. 

Die Auber Brückenweiber: links Maria Theresia Weber, rechts Britta Weber
Die Auber Brückenweiber: links Maria Theresia Weber, rechts Britta Weber Foto: Alfred Gehring

"Gute Begegnungen mit und über die neue Brücke", wünschte Dr. Stefan Lehner vom Staatlichen Bauamt den Aubern, für die ihr ganz eigener "Lockdown" mit der Verkehrsfreigabe der neuen Brücke jetzt beendet sei. Für Daniela Kircher von der Städtebauförderung ist die Baumaßnahme ein weiterer Schritt der Auber, sich die Identität ihres Städtchens zu erhalten.

Unterhaltsam berichteten die Auber "Brückenweiber" Maria Theresia Weber von der Nordseite sowie Britta Weber von der Südseite der Brücke über besondere Ereignisse während der Bauphase. Felix Tannenberg hatte eigens die "Auber Charmeure", ein Gesangsquartett, das sonst nur zur Fastnachtszeit auftritt, aktiviert, das über die Geschichte der Auber Gollachbrücke sang.

Gesangsdarbietung der Auber Charmeure, von links: Karl Lochner, Burkhard Mitzler, Felix Tannenberg, Friedemann Fuchs.
Gesangsdarbietung der Auber Charmeure, von links: Karl Lochner, Burkhard Mitzler, Felix Tannenberg, Friedemann Fuchs. Foto: Alfred Gehring

Schon während des Festaktes hatte der fließende Verkehr die Auber Gollachbrücke längst wieder in Besitz genommen. Lediglich die Fußgängerrampe zur Gollach hin ist noch nicht ganz fertig und derzeit noch gesperrt.

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