Würzburg

Neue Hinweise zur Würth-Entführung

Mithilfe der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ suchen Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt nach den Entführern von Markus Würth. Der Fall des Milliardärssohnes, der an einen Baum gefesselt, im Wald bei Würzburg gefunden worden war, fand viel Aufmerksamkeit in der Sendung vom Mittwochabend.

„28 neue Hinweise sind bis zum Morgen eingegangen“, bestätigte die Staatsanwaltschaft Gießen. Zuvor hatte die Polizei etwa 60 Tipps zur Identität des oder der Entführer bekommen. Ob sie die Sonderkommission nun auf eine heiße Spur bringen, muss sich erst noch zeigen. Der Sohn von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth war am 17. Juni im osthessischen Schlitz entführt worden. Da lebt der 50-Jährige in einer Wohngemeinschaft für behinderte und nicht-behinderte Menschen.

Fehlerhaftes Deutsch

Zu einer Übergabe der drei Millionen Euro Lösegeld kam es nicht, diese war den Ermittlern zufolge gescheitert. Am Morgen darauf befreiten Beamte der Würzburger Polizei Markus Würth, die ihn mit ihren privaten Handys orten konnten. Die Täter hatten zuvor die Geodaten des Platzes im Wald neben der A 3 durchgegeben.

In der Sendung wurde erneut das Phantombild des Entführers gezeigt und eine Stimmaufnahme vorgespielt. Auch die Kette wurde gezeigt, mit der das Entführungsopfer an einen Baum gefesselt worden war. Nach der Sendung sei die Stimme des unbekannten Täters 4800-mal auf einer Hotline abgehört worden, hieß es. Zuvor hatte die Polizei die Nummer schon bekannt gegeben. Da war die Stimme bereits 6000-mal abgehört worden.

„Es geht um Leben und Tod“

In gebrochenem und oft fehlerhaftem Deutsch gibt der Unbekannte Anweisungen, unter anderem zur geplanten Geldübergabe. „Ich werde bei der Autobahn warten, an rechte Seite“, sagt der Täter einmal. Zu hören sind auch die Sätze: „Ja, Sie bekommen Ihr Kind, ist kein Problem“ und: „Es geht um Leben und Tod.“ Über die Hotline 0800-1103333 können die Stimmaufnahmen weiterhin angehört werden.

Der mutmaßliche Täter und Anrufer sei zwischen 35 und 60 Jahre alt und komme dem Akzent nach aus Osteuropa oder dem ehemaligen Jugoslawien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger. Der Mann habe Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, besitze aber Fachwissen zu Geokoordinaten.

Fall des vermissten Elias

Thema der ZDF-Fahndungssendung war auch der Fall des vermissten Elias aus Potsdam. Seit Mittwoch vergangener Woche fehlt von dem Sechsjährigen jede Spur. Er hatte auf einem Spielplatz nahe der Wohnung seiner Mutter gespielt und war nicht heimgekehrt. Die Polizei erklärte am Donnerstagmorgen, nach der Sendung seien bedeutend mehr Hinweise eingegangen.

„Aktenzeichen XY... ungelöst“ war am Mittwochabend mit 4,93 Millionen Zuschauern die meistgesehene Sendung in Deutschland. Sie hatte 18,8 Prozent Marktanteil.

Dieses Phantombild des mutmaßlichen Würth-Entführers veröffentlichte die Polizei Fulda.
| Dieses Phantombild des mutmaßlichen Würth-Entführers veröffentlichte die Polizei Fulda.
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