Würzburg

Neue Ideen zur ländlichen und regionalen Entwicklung

Tierhaltung, Ackerbau und die Arbeiten in den unterschiedlichen Jahreszeiten: All das soll zukünftig in einer Ökomodellregion des Landkreises Würzburg gebündelt und stärker gewichtet werden. Unser Bild zeigt die Mohnblüte bei Fuchsstadt.
Foto: Wilma Wolf | Tierhaltung, Ackerbau und die Arbeiten in den unterschiedlichen Jahreszeiten: All das soll zukünftig in einer Ökomodellregion des Landkreises Würzburg gebündelt und stärker gewichtet werden.

Mit gleich mehreren Beschlüssen im Interkommunalen Beirat setzt der Landkreis Würzburg in den nächsten Jahren noch stärkere Akzente auf die regionale Zusammenarbeit in der ländlichen Entwicklung und damit für alle Regionen des Landkreises. Auf der Agenda standen Projekte zur Stärkung der regionalen Landwirtschaft, zur Steigerung der Lebensqualität und zur Verbesserung der Wohnsituation, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.

Ziel: Ökomodellregion Landkreis Würzburg

Im Jahr 2012 haben sich 13 Kommunen zur "Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen" zusammengeschlossen, die seit 2014 Ökomodellregion ist. Der Interkommunale Beirat habe nun einer Ausweitung dieser Ökomodellregion auf den gesamten Landkreis Würzburg zugestimmt. Bereits 2019 sei dieser Schritt diskutiert worden, allerdings hätten die Förderkriterien des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu diesem Zeitpunkt eine Umsetzung auf Landkreisebene nicht möglich gemacht.

Mit der Änderung dieser Rahmenbedingungen und dem einstimmigen Beschluss des Interkommunalen Beirats macht sich der Landkreis jetzt laut Pressemitteilung auf den Weg zur Ökomodellregion. Landrat Thomas Eberth und Kreisentwickler Michael Dröse sähen im Miteinander und Austausch mit der Allianz Waldsassengau ein Potenzial für den gesamten Landkreis: „Regionale Vermarktung von Lebensmitteln, Stärkung der Landwirtschaft, Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft, Vermittlung von Wissen an alle Generationen, Grundwasserschutz und ökologische Vielfalt auf den Feldern, im Wald und in den Weinbergen sind genau die Themen, die zukünftig noch mehr Bedeutung bekommen sollen. Daher ist die Bewerbung des Landkreises mit seinen 52 Gemeinden für eine Ökomodellregion ein logischer und richtiger Schritt“, sind sich Eberth und Dröse einig.

Handel und Erzeuger vernetzen

In den Ökomodellregionen werden auch der regionale Handel und Erzeugern von ökologischen landwirtschaftlichen Produkten miteinander vernetzt. Ziel sei es laut Landratsamt, im Austausch mit den Kommunen sowie den Verbrauchern den ökologischen Landbau und die regionale Vermarktung weiterzuentwickeln.

Tierhaltung, Ackerbau und die Arbeiten in den unterschiedlichen Jahreszeiten: All das soll zukünftig in einer Ökomodellregion des Landkreises Würzburg gebündelt und stärker gewichtet werden. Unser Bild zeigt die Agrarlandschaft bei Tauberrettersheim.
Foto: Herbert Ehehalt | Tierhaltung, Ackerbau und die Arbeiten in den unterschiedlichen Jahreszeiten: All das soll zukünftig in einer Ökomodellregion des Landkreises Würzburg gebündelt und stärker gewichtet werden.

Durch den Wissenstransfer sollen konkrete Perspektiven für die Umsetzung ökologischer Landwirtschaft für regionale Betriebe aufgezeigt, wirtschaftliche und touristische Potenziale genutzt und langfristige Strukturen zur Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben, Politik und engagierter Bürgerschaft geschaffen werden. In den sieben Jahren Ökomodellregion Waldsassengau habe der Anteil an ökologischer Landwirtschaft im Allianzgebiet von zwölf auf 30 Prozent angehoben werden können, schreibt das Landratsamt.

Ergänzung zu Fairtrade

Der Landkreis Würzburg setze sich als Fairtrade-Region bereits für gerechtere internationale Handelsbedingungen ein. Die Ökomodellregion als Förderrahmen, um vor Ort die regionalen Landwirtschaftsbetriebe zu stärken, sei damit eine Ergänzung zum Fairtrade-Landkreis, was die Attraktivität der Region Würzburg steigere – für die Landkreisbürger, die Wirtschaft und als touristisches Reiseziel.

Daher sei es nicht verwunderlich gewesen, dass der Ausschuss aus Bürgermeistern und Kreisräten einstimmig dem Kreistag empfohlen habe, dass sich der Landkreis zukünftig auf diesen neuen Weg mache.

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