Würzburg

Neue Missbrauchsvorwürfe im Bistum Würzburg

Binnen eines Jahres sind die Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg sieben neuen Vorwürfen zu Kindesmissbrauchs oder Grenzüberschreitungen nachgegangen.
Foto: Ivana Biscan | Binnen eines Jahres sind die Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg sieben neuen Vorwürfen zu Kindesmissbrauchs oder Grenzüberschreitungen nachgegangen.

Binnen eines Jahres sind die Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg sieben neuen Vorwürfen zu Kindesmissbrauchs oder Grenzüberschreitungen nachgegangen. Vier Priester des Bistums werden des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt, wie die Diözese am Mittwoch mitteilte. Zwei der Verdächtigen seien bereits tot, einer seiner Arbeit entbunden.

Gegen einen vierten Priester ließ sich der Verdacht nicht erhärten. Kirchliche und polizeilichen Vorermittlungen hätten keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Straftat ergeben, teilte die Missbrauchsbeauftragte Sandrina Altenhöner mit. «Deshalb wurden seitens der Diözese keine Maßnahmen gegen den Beschuldigten veranlasst.»

Zudem steht ein kirchlicher Laienmitarbeiter unter Missbrauchsverdacht. Hinzu kommen zwei Vorwürfe wegen Grenzüberschreitungen eines weiteren Priesters und eines sonstigen Mitarbeiters. Die Anschuldigungen wurden den Missbrauchsbeauftragten zwischen September 2019 und September 2020 gemeldet.

Das Bistum sieht sich seit Jahren mit Missbrauchsfällen konfrontiert - wie auch andere Diözesen. Die mutmaßlichen Taten liegen zumeist Jahrzehnte zurück. «Die meisten Fälle sind strafrechtlich verjährt», sagte Altenhöner über die seit September 2019 gemeldeten Übergriffe.

Vor Gericht stand heuer bereits ein Priester, der sich an einer Ministrantin vergangen haben soll. Das Amtsgericht Bad Kissingen verurteilte den 43-Jährigen im August zu einem Jahr und vier Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung. Zudem sollte der Mann 1200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Die Verteidigung legte Rechtsmittel ein. Nun muss das Landgericht Schweinfurt den Fall voraussichtlich neu verhandeln.

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Die Missbrauchsbeauftragten erreichten im genannten Zeitraum zudem fünf Anträge von mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs auf sogenannte Anerkennungsleistung. In vier Fällen sei Geld gezahlt worden - zwischen 1000 und 7000 Euro - insgesamt 15 000 Euro. Über den fünften Antrag sei noch nicht entschieden.

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