Würzburg

OB Schuchardt zum 8. Mai: "Das Böse ging von Deutschland aus"

75 Jahre nach Kriegsende erinnern Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Regierungspräsident Eugen Ehmann an die vielen Opfer.
Regierungspräsident Eugen Ehmann, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Brigadegeneral Michael Podzus (von linksd) bei der Kranzniederlegung an der Kriegsgräberstätte auf dem Hauptfriedhof.
Regierungspräsident Eugen Ehmann, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Brigadegeneral Michael Podzus (von linksd) bei der Kranzniederlegung an der Kriegsgräberstätte auf dem Hauptfriedhof. Foto: Patrick Wötzel

Das Gedenken fand aufgrund der Corona-Pandemie in ganz kleinem Kreis statt: 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben Regierungspräsident Eugen Ehmann und Oberbürgermeister Christian Schuchardt am 8. Mai im Gedenken an die Opfer Kränze an der Kriegsgräberstätte auf dem Hauptfriedhof niedergelegt.

Auf einem 2700 Quadratmeter großen Gräberfeld in der Nähe der südöstlichen Ecke des Hauptfriedhofs ruhen die sterblichen Überreste von 1684 Soldaten der beiden Weltkriege und 183 Opfern aus der Zivilbevölkerung. Insgesamt gibt es in Unterfranken "mehr als 12 000 Kriegsgräber, von denen die meisten aus dem Zweiten Weltkrieg stammen", betonte Ehmann, der auch unterfränkischer Bezirksvorsitzender des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge ist.

Auf den kleinen Gedenktafeln auf dem Gräberfeld finden sich auch Sterbedaten aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. "Kriegsgräberstätten sind Orte des Gedenkens, die die Erinnerung wachhalten und bewusst machen, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben und welches hohe Gut der Frieden ist", sagte der Regierungspräsident. Der seit 75 Jahren andauernde Frieden sei in der Geschichte Mitteleuropas "die krasse historische Ausnahme, möglicherweise sogar der einzige derart lange Zeitraum".

Grabstätten erzählen vom Schicksal der Menschen

Jede einzelne Kriegsgräberstätte erzähle vom Schicksal der dort beigesetzten Menschen. Ehmann erinnerte auch daran, dass mehr als die Hälfte der rund 160 000 bayerischen Kriegstoten Häftlinge waren, die in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet wurden. An der Kranzniederlegung nahm mit Brigadegeneral Michael Podzus von der 10. Panzerdivision aus Veitshöchheim auch ein hochrangiger Vertreter der Bundeswehr teil.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt legte einen Kranz im Auftrag der Stadt Würzburg nieder und erinnerte daran, dass das Gedenken und die Erinnerungskultur nicht erst mit der Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 oder dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 beginnen darf: "Es ist keine andere Interpretation möglich als die, dass das Böse von Deutschland ausgegangen ist." Schuchardt begrüßte die Entwicklung der Erinnerungskultur der vergangenen Jahrzehnte: "Es ist uns möglich, im gemeinsamen Gedenken mit den damaligen Siegern als Freunden zusammenzustehen."

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde im Dezember 1919 als gemeinnützige Organisation gegründet, um nach den zahllosen deutschen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu suchen. Die humanitäre Organisation hat mehr als 300 000 aktive Förderer und übernimmt bis heute im Auftrag der Bundesregierung die Aufgabe, die Gräber deutscher Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.

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